Freitag, 7. Oktober 2022

Homo-Verband muss zugeben: Eine Lesbenverfolgung im Dritten Reich hat es nie gegeben

(David Berger) Eine systematische Verfolgung von Lesben durch die Nationalsozialisten passte perfekt ins feministische Konzept des Lesben-und Schwulenvereins Deutschlands (LSVD), doch nun muss er sich schmerzlich eingestehen, dass sich ideologisches Wunschdenken selten mit Fakten verträgt. 

Der Vorstand des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg hat heute Vormittag bekannt gegeben, dass er sich entschieden hat, seinen Antrag für das lesbische Gedenken in Ravensbrück zurückzuziehen, „um der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und seinen Gremien eine zeitnahe Entscheidung zu ermöglichen.“

LSVD nimmt Forderung nach lesbischer Gedenkstätte in Ravensbrück zurück

Das heißt konkret, dass er seine Forderung nach einer eigenen Gedenkstätte für vom NS verfolgte und in Konzentrationslagern intervenierte Lesben, zurücknimmt. Gleichsam unter Druck von außen: „Die Leitung der Stiftung hatte vor dem Hintergrund unterschiedlicher Anträge keine Möglichkeit gesehen, über ein solches Gedenkenzeichen in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück abschließend zu entscheiden“.

Was wohl so viel heißt, man wusste darum, dass man dort eigentlich aufgrund der historischen Fakten absagen muss, traute sich aber wegen der Macht der hinter den Anträgen stehenden „Homo-Lobby“ nicht so recht, die Anträge abschlägig zu beantworten. Nun können sie beruhigt absagen, nachdem der LSVD abgesprungen ist.

Es gab natürlich verfolgte Lesben, sie wurden aber nicht wegen ihrer Homosexualität verfolgt

Die Kernfrage war bei den Diskussionen der letzten Jahre immer, ob homosexuelle Frauen wegen ihrer sexuellen Orientierung im Nationalsozialismus verfolgt wurden, oder aufgrund anderer Vergehen – wenn auch evtl. zu Unrecht – juristisch belangt wurden.

Der beste Kenner in dieser Frage dürfte derzeit der über das Thema promovierte Historiker Alexander Zinn sein, dem man schwer Homophobie wird vorwerfen können. Er kommt zu dem klaren Urteil, dass sich „eine Verfolgung weiblicher Homosexualität durch das NS-Regime nicht nachweisen lässt“.

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David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Besteller werdende Buch "Der heilige Schein". Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European). Seine Bibliographie wissenschaftlicher Schriften umfasst ca. 1.000 Titel.

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