(David Berger) Eine systematische Verfolgung von Lesben durch die Nationalsozialisten passte perfekt ins feministische Konzept des Lesben-und Schwulenvereins Deutschlands (LSVD), doch nun muss er sich schmerzlich eingestehen, dass sich ideologisches Wunschdenken selten mit Fakten verträgt. 

Der Vorstand des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg hat heute Vormittag bekannt gegeben, dass er sich entschieden hat, seinen Antrag für das lesbische Gedenken in Ravensbrück zurückzuziehen, „um der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und seinen Gremien eine zeitnahe Entscheidung zu ermöglichen.“

LSVD nimmt Forderung nach lesbischer Gedenkstätte in Ravensbrück zurück

Das heißt konkret, dass er seine Forderung nach einer eigenen Gedenkstätte für vom NS verfolgte und in Konzentrationslagern intervenierte Lesben, zurücknimmt. Gleichsam unter Druck von außen: „Die Leitung der Stiftung hatte vor dem Hintergrund unterschiedlicher Anträge keine Möglichkeit gesehen, über ein solches Gedenkenzeichen in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück abschließend zu entscheiden“.

Was wohl so viel heißt, man wusste darum, dass man dort eigentlich aufgrund der historischen Fakten absagen muss, traute sich aber wegen der Macht der hinter den Anträgen stehenden „Homo-Lobby“ nicht so recht, die Anträge abschlägig zu beantworten. Nun können sie beruhigt absagen, nachdem der LSVD abgesprungen ist.

Es gab natürlich verfolgte Lesben, sie wurden aber nicht wegen ihrer Homosexualität verfolgt

Die Kernfrage war bei den Diskussionen der letzten Jahre immer, ob homosexuelle Frauen wegen ihrer sexuellen Orientierung im Nationalsozialismus verfolgt wurden, oder aufgrund anderer Vergehen – wenn auch evtl. zu Unrecht – juristisch belangt wurden.

Der beste Kenner in dieser Frage dürfte derzeit der über das Thema promovierte Historiker Alexander Zinn sein, dem man schwer Homophobie wird vorwerfen können. Er kommt zu dem klaren Urteil, dass sich „eine Verfolgung weiblicher Homosexualität durch das NS-Regime nicht nachweisen lässt“.

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10 Kommentare

  1. Das ist doch auch logisch. Frauen wurde eine eigenständige Sexualität und Lust schlichtweg abgesprochen. Eine Frau war nur ein „Blumentopf“ in den der „Samen(!)“ gelegt werden musste, um zu einem Menschen zu reifen. Selbst die Entdeckung der weiblichen Eizelle (1832 in Königsberg) lässt noch heute Begriffe gebrauchen wie :“Ich mach der Frau ein Kind“, „ich schiebe der nen Braten in die Röhre“.

    Auch in islamischen Gesellschaften gang und gäbe. Man denke mit Entsetzen an die perverse genitale Verstümmelung der Frau. („Wehe, die Frau hat Lust…“)

  2. Hat für mich son bissl das geschmäckle von Relativierung: Ganz soooo schlimm war das NS-regime nun auch nicht!
    Nicht missverstehen, historische Fakten sollten präzise in den Geschichtsbüchern stehen, aber welche relevanz hat diese Meldung nun für uns heute?
    Wenn dergleichen in einem „rechten“ Blog „gefeiert“ wird. kann jeder Qualitäts-Journalist daraus schnell wieder ne Relativierungs-Orgie der Ewiggestrigen herbei fabulieren.
    Für Historikerdebatten sicher interessant, aber für die meisten wohl eher so relevant ob Archimedes das bettnässer war!
    Auch ein „liberales“ NS-Regime bleibt DAS NS-Regime!

  3. „Er kommt zu dem klaren Urteil, dass sich „eine Verfolgung weiblicher Homosexualität durch das NS-Regime nicht nachweisen lässt“.“

    Auch homosexuelle Männer wurden zu keiner Zeit im Nationalen Sozialismus, oder davor, wegen ihrer Veranlagung verfolgt. Gegen niemanden richteten sich staatliche Repressalien je in Deutschland, nur weil sich jemand dazu bekannte, homosexuell zu sein.
    Die gesetzlichen Bestimmungen richteten sich ausschließlich gegen homosexuelle Handlungen.
    Ab 1969 vornehmlich zum Schutz von nicht Erwachsenen.

    „175 StGB – Widernatürliche Unzucht“:
    „Fassung von 1. Januar 1872:
    Die widernatürliche Unzucht, welche zwischen Personen männlichen Geschlechts oder von Menschen mit Thieren begangen wird, ist mit Gefängniß zu bestrafen; auch kann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden.“

    „Fassung vom 1. Sept. 1935 (Ausrufezeichen) hört, hört
    (1) Ein Mann, der mit einem anderen Mann Unzucht treibt oder sich von ihm zur Unzucht mißbrauchen läßt, wird mit Gefängnis bestraft.
    (2) Bei einem Beteiligten, der zur Zeit der Tat noch nicht einundzwanzig Jahre alt war, kann das Gericht in besonders leichten Fällen von Strafe absehen.“

    Nebenher: man sollte generell nicht den Fehler begehen, frühere geschichtliche Ereignisse und allgemeine Entscheidungen aus „heutiger Sicht“ zu beurteilen.
    Homosexuelle wurden, bis heute, überall auf der Erde verfolgt. Nicht nur in Deutschland. Auch wenn wir heute „schlauer“ sind. Die heutige, „Du darfst alles was dir dein Trieb eingibt – ohne Rücksicht auf die Mitmenschen nehmen zu müssen“ ist falsch. Und ganz sicher nicht der Weisheit letzter Schluß.
    Aber auch hier hilft sich offenbar die Natur, wenn durch den Menschen übertrieben wird. Was ihr nicht dient, schafft sie ab. Auf die ein oder andere Weise. Viele westliche Lebensweisen mißfallen der Natur.

    • Das mag auch vielleicht eine Erklärung sein, wieso Hitler den offen homosexuell bekennenden Röhm so lange toleriert hatte und erst als dieser zu mächtig wurde und gleichzeitig auch seine Eskapaden immer an die Öffentlichkeit drangen beseitigen lies.

  4. Aus verhaltensbiologischer Perspektive ist nichts anderes zu erwarten, dass homosexuelle Männer weitaus mehr verfolgt werden als homosexuelle Frauen. Denn zum einen kann man annehmen, dass es von Natur aus in vielen Menschen eine Art von instinktiver Abneigung gegen homosexuelle Männer gibt, die man in der Form nicht gegen homosexuelle Frauen antrifft. Warum? In prähistorischen Zeiten haben homosexuelle Männer in der Gruppe das Risiko für Geschlechtskrankheiten erhöht, und zwar für alle in der Gruppe, sofern diese homosexuellen Männer AUCH mit Frauen Sex hatten. Homosexuelle Frauen dagegen haben nicht das diesbezügliche Risiko des Stammes erhöht, da der Infektionsweg bei erotischen Handlungen zwischen Lesbierinnen kaum oder gar nicht funktioniert.

    Zudem hing die Überlebensfähigkeit eines Stammes immer stark von der Kampfkraft der Männer ab. Vermutlich reagieren Menschen deshalb negativer darauf, wenn Männer weibliche Rollenbilder ausleben, als wenn Frauen männliche leben. Das würde auch erklären, warum Polizistinnen als oft sportliche Damen attraktiv sind und in Uniform nicht selten dazu noch bestimmte Männerphantasien ankurbeln, während ein Kindergärtner eher als ein Nicht-richtiger-Mann empfunden wird, mit dem was nicht stimmt, und der als „Softie“ auch nicht attraktiv auf Frauen wirkt.

    Falls hier Linke/Grüne u.ä. mitlesen: Vergesst ja nicht, mir nun zu unterstellen, ich hätte die Verfolgung männlicher Homosexueller im Dritten Reich mit „biologistischen“ Argumenten gerechtfertigt. Genau das ist nämlich euer Niveau!

    Ich finde die Verfolgung von Homosexuellen schlimm. Man muss aber schon noch das Recht dazu haben zu sagen, dass es in der Natur leider Homophobie gibt, die im mörderischen und ungerechten System der Natur teils sogar durch Selektionsdruck gefördert wurde. Wenn man das sagt, ist man nicht für Homophobie.

    Man ist ja auch nicht für Mord und Totschlag, nur weil man sagt, dass die Bereitschaft von Menschen, unter bestimmten Umständen zu töten, in der Natur mit ziemlicher Sicherheit durch Selektionsdruck gefördert wurde.

    • Lieber Matthias Rahrbach,

      in unserem Kulturkreis kopuliert man nicht öffentlich. Wer es dennoch tut, begeht eine Regelverletzung. Eine Anstandsverletzung. Ebensowenig küßt man sich öffentlich nicht ausgiebigst und intensiv -mit Zunge-. 🙂 Egal wer mit wem.
      Früher nannte man das „Erregung geschlechtlichen Ärgernisses“. Was unter Strafe stand. Ich glaube, so oder so ähnlich steht es auch heute noch im Gesetz. Nur – das interessiert heute „keine Sau“ mehr. Respektive es traut sich niemand mehr solches anzuzeigen. Da schämen die Alten sich lieber still für die Frevler.

      Eine wahre Geschichte: in Berlin, im Sommer, vor einem Eisverkäuferstand, zwei junge Männer, die sich innigst und ausgiebigst küßten. Nach einer Weile bittet der Eisverkäufer, damit aufzuhören oder woanders hinzugehen. Der Kundschaft wegen.
      Die beiden jungen Männer trommelten über entsprechende Möglichkeiten eine organisierte Aktion zusammen. Am folgenden Tag fanden sich ca. 50 Paare junger Männer vor dem Stand ein und knutschten, was das Zeug hielt. Der Eisvekäufer machte für den Rest des Tages Feierabend.
      Am Abend dieser Aktion „berichtete“ im Fernsehen, in dem lokalen Sender RBB, die „Berliner Abendschau“, in dem Sinne darüber, daß dem Eisverkäufer Recht geschehen sei. Das hätte er nun von seiner Spießigkeit.

      Ich gebe zu, daß es mich ekelt, wenn ich Zeuge eines Kusses zwischen zwei Männer werde. Und ich lasse mir meinen Ekel auch nicht nehmen und verbieten.
      (nebenher: im Berliner Tiergarten (ein großer Park) mußte ich sogar am hellichten Tag Zeuge werden, wie ein junger Mann einen anderen jungen Mann oral befriedigte.
      Auf „Schauwagen“ beim Christopher´s Street Day soll es zu öffentlichem Geschlechtsverkehr zwischen zwei Männer gekommen sein. Ohne Rücksicht auf die Zuschauer. Darunter ältere Personen und Kinder.

      Das alles ist abzulehnen. Und jeder hat das Recht, sich zu ekeln. Dafür muß sich niemand rechtfertigen.
      Ich interessiere mich -auf ganz natürliche Art- nicht dafür, was die Personen in meinem Umfeld -in den Betten- machen. Und erwarte umgekehrt dasselbe. Ich lehne deshalb jede „private Angelegenheit“, wie es die Sexualität ist – die aber in unserer Zeit der Allgemeinheit aufgedrückt wird, wie es die Homo-Lobby und in ihrem Kielwasser die politischen Interessenvertreter tun, ab.
      Es wurde bei uns erreicht, daß Homosexulaität „toleriert“ wird. Das ist zu begrüßen. Niemand kann hingegen gezwungen werden, Homosexualität auch zu „akzeptieren“. Damit haben die meisten Personen auch heute noch Schwierigkeiten. Und wie Untersuchungen anscheinend ergaben, auch durchaus junge Menschen. Auch natürliche Empfindungen lassen sich nicht einfach abschalten.
      Deshalb kann ich jedem nur raten, insbesondere aufgrund unserer Islamisierung, seine Sexualpräferenzen -für sich zu behalten-.
      Auch wenn der -härteste Schlag- der -Ratschlag- ist.

  5. Interessanterweise galt wohl ähnliches für Transsexuelle, sofern diese sich in entsprechender ärztlicher Behandlung befanden. So ist belegt, das auch lange nach der Machtergreifung weiterhin sog. „Transvestiten-Scheine“ ausgestellt wurden, ebenso sind auch etliche Personenstandskorrekturen bekannt, wie das auch Dr. Warnekross, der übrigens NSDAP-Mitglied war, weiterhin GaOPs in seiner Dresdner Frauenklinik durchgeführt hat.

    Es konnte auch einige Transfrauen ermittelt werden, die keinesfalls irgendeiner Form von Verfolgung ausgesetzt waren, sondern offensichtlich als Ehefrauen und Adoptivmütter ein ruhiges Leben in Mitten der Gesellschaft geführt haben müssen.

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