Im Januar 2018 schlug eine Regierungsstelle unter Präsident Recep Tayyip Erdoğan vor, dass Mädchen ab 9 Jahren und Jungen ab 12 Jahren nach islamischem Recht heiraten können sollten. Das Ergebnis: 40% der Mädchen unter 18 Jahren in der Türkei werden nach Angaben des Türkischen Philanthropiefonds zur Heirat gezwungen. Ein Gastbeitrag von Burak Bekdil (Gatestone)

Wo sehen Sie Ihre Tochter lieber, wenn sie 13 ist? In der Schule oder im Bett mit einem erwachsenen Mann? Die Antwort auf diese Frage ist in weiten Teilen der Welt unumstritten. In islamischen Gesellschaften jedoch – einschließlich der nicht-arabischen und theoretisch säkularen Türkei – kann jeder die Antwort erraten. In solchen Staaten kämpft die Polizeimacht der Regierung in der Regel nicht gegen die patriarchalische Tradition, sondern unterstützt sie.

Erster islamistischer Präsident der Türkei heiratete 15-Jährige

Der ehemalige Präsident der Türkei, Abdullah Gül, der ehemalige Verbündete und Mitbegründer der Partei, die seit 2002 die Türkei regiert, war ein 30-jähriger Mann, als er seine Frau Hayrünnisa heiratete, als sie erst 15 war. Gül, von Erdoğan für die Präsidentschaft nominiert, war der erste islamistische Präsident der Türkei.

Konservative Türken, anstatt Güls Ehe mit einem Kind in Frage zu stellen, feuerten seinen Aufstieg zur Präsidentschaft an. Dieser Autor wurde privat – aber nicht höflich – mehrmals von hochrangigen Politikern davor gewarnt, das Thema in seiner Kolumne in einer anderen Zeitung anzusprechen.

Türkischer nationaler Durchschnitt der weiblichen Schulabbrecher liegt bei 56%

Laut dem türkischen Philanthropie-Fonds (TPF) werden in der Türkei 40% der Mädchen unter 18 Jahren zur Heirat gezwungen. TPF stellte fest, dass der türkische nationale Durchschnitt der weiblichen Schulabbrecher 56% beträgt. Ferner wurde festgestellt, dass eine frühe Heirat in Familien mit niedrigem Bildungsniveau zu beobachten ist. „Niedrige Bildung“ bedeutet fast die ganze Türkei: Die durchschnittliche Schulzeit im Land beträgt nur 6,5 Jahre. In 45 türkischen Provinzen liegt die Ausbildungsquote unter dem nationalen Durchschnitt.

Die islamistische Herrschaft in dem einst säkularen Land hat das Problem der Kinderbräute verstärkt, anstatt es zu bekämpfen. Im November 2017 unterzeichnete Präsident Erdoğan das „Mufti-Gesetz„, das es staatlich anerkannten Geistlichen (oder einfach Imamen) erlaubt, Trauungen durchzuführen, „trotz der Bedenken der Zivilgesellschaft, dass dies Auswirkungen auf die Kinderehe haben könnte“.

Im Januar 2018 schlug die Direktion für religiöse Angelegenheiten (Diyanet) – eine Regierungsbehörde unter der Gerichtsbarkeit von Erdoğan – vor, dass nach islamischem Recht Mädchen ab 9 Jahren und Jungen ab 12 Jahren heiraten könnten. Diyanet ist für die Verwaltung religiöser Institutionen in der Türkei zuständig. Ihre Website bestätigte, dass nach islamischem Recht jeder, der das Alter der „Pubertät“ erreicht hat, das Recht hat, zu heiraten. Diese „Fatwa“ veranlasste die wichtigste Oppositionspartei des Landes, eine säkulare Gruppe, eine Untersuchung von Kinderehen zu fordern.

Flutung mit syrischen Flüchtlingen hat Lage deutlich verschlimmert

Die Ankunft von rund drei Millionen syrischen Flüchtlingen in der Türkei seit Ausbruch des Bürgerkriegs im Nachbarland hat die Lage verschlimmert. So hat eine Sozialarbeiterin des Kanuni Sultan Süleyman Training and Research Hospital im Istanbuler Stadtteil Küçükçekmece enthüllt, dass das Krankenhaus zwischen dem 1. Januar und dem 9. Mai 2017 115 schwangere minderjährige Mädchen, darunter 39 syrische Staatsangehörige, behandelt hat. Die Sozialarbeiterin beschwerte sich bei der Staatsanwaltschaft, dass das Krankenhaus versucht habe, die Schwangerschaften zu vertuschen und die Behörden nicht benachrichtigt habe, wie es gesetzliche Vorschrift für die Behandlung aller schwangeren Mädchen unter 18 Jahren in der Türkei sei. Solche Beispiele sind nur die „Spitze des Eisbergs„, so Canan Güllü, Vorsteherin des türkischen Frauenverbandes.

Ein jüngster Fall von Kindesmissbrauch im Zusammenhang mit syrischen Flüchtlingen ist nicht nur für die türkische politische Kultur, die die Krankheit genährt hat, sondern auch für die türkische Justiz peinlich:

Fatma C., ein syrisches Flüchtlingskind, kam vor vier Jahren mit ihrer Familie in die türkische Hauptstadt Ankara. Im Jahr 2017 wurde sie laut einer Anklageschrift im Alter von 13 Jahren gezwungen, ihren Verwandten, Abdulkerim J., zu heiraten. Die Heirat war nicht zivil, sondern religiös (also islamisch von einem Imam geschlossen). Fatma C. wurde schwanger und in ein örtliches Gesundheitszentrum gebracht, wo, weil sie jünger als 18 Jahre war, die Leitung die Strafverfolgungsbehörden informierten.

Die Staatsanwaltschaft entschied, dass der Ehemann des Mädchens und ihre Mutter, Emani B., vor Gericht sollten, weil sie ein minderjähriges Mädchen in die Ehe gezwungen hatten. Also standen sie vor Gericht. Doch ein Gericht in Ankara entschied während der ersten Anhörung des Falles, sie freizusprechen. Die Angeklagten behaupteten, dass sie das türkische Ehegesetz nicht kannten und dass das Mädchen „nach syrischem Recht“ geheiratet habe. Ein ungewöhnlich toleranter türkischer Staatsanwalt entschied, dass die „Heirat nicht mit der Absicht erfolgte, eine Straftat zu begehen“.

„In der Türkei dürfen Sie eine 13-Jährige missbrauchen, ohne verurteilt zu werden, aber Sie dürfen nicht den Präsidenten ärgern“

„Es ist eine allgemeine Regel, dass es keine Ausrede ist, das Gesetz nicht zu kennen, wenn man es bricht“, sagte Ceren Kalay Eken, ein Anwalt der Anwaltskammer Ankara. „Der richtige Platz für ein 13-jähriges Mädchen ist auf der Schulbank, nicht an der Wiege.“

Es ist erstaunlich, wie weich und tolerant die türkische Strafverfolgung sein kann, wenn die Täter aus Motiven handeln, die von strengen islamischen Werten und Traditionen abgeleitet sind. Etwa zur gleichen Zeit, als die Täter der Kindsbraut während ihrer ersten Anhörung freigelassen wurden, verhaftete ein anderes Gericht in Ankara vier Universitätsstudenten, weil sie bei ihrer Abschlussfeier ein Plakat ausgestellt hatten, das das Gericht als Beleidigung für Präsident Erdoğan ansah. In der Türkei dürfen Sie eine 13-Jährige missbrauchen, ohne verurteilt zu werden, aber Sie dürfen nicht den Präsidenten ärgern.

Burak Bekdil, einer der führenden Journalisten der Türkei, wurde kürzlich nach 29 Jahren von der führenden türkischen Zeitung entlassen, weil er das, was in der Türkei geschah, für Gatestone geschrieben hatte. Er ist Fellow am Middle East Forum. Der Beitrag erschien zuerst beim Gatestone Institut. Übersetzung Daniel Heiniger.

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Lausitzer
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Lausitzer

Gibt es eigentlich auch einen German Philanthropie-Fonds aus New York?
Der könnte zum Beispiel bemeckern, dass im Jahr 1994 Karl Moik die damals 15-jährige, vllt sogar 14-jähirge, Stefanie Hertel mit dem damals 19-jährigen Stefan Mross verkuppelt hat.

Dass 40% der Mädchen in der Türkei zwangsverheiratet würden, passt nicht zum Durchschnittsalter von 23,9 für erste Eheschließung für Frauen.

trackback

[…] „Laut dem türkischen Philanthropie-Fonds (TPF) werden in der Türkei 40% der Mädchen unter 18 Jahren zur Heirat gezwungen“ – “ Die islamistische Herrschaft in dem einst säkularen Land hat das Problem der Kinderbräute verstärkt, anstatt es zu bekämpfen.“ https://philosophia-perennis.com/2018/08/01/kinderbraeute-in-der-tuerkei/ […]

Old-Man
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Old-Man
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Als Vater von vier Töchtern und Großvater von drei Enkelinen kann Ich leider nichts anderes sagen wie : sie sind halt ihrem Vorbild,den man nicht abbilden darf absolut treu,diese Kinderschänder!
Selbst hier bei uns in Deutschland wird diese Treiben sogar von Gerichten guttiert,obwohl von Jugendämtern angezeigt wurde.
Sind Kinderschänder nicht überall gleich?

Lümrod
Gast
Lümrod

Aisha wurde mit 6 Jahren von Mohammed geheiratet. Immer wieder wird dokumentiert, daß der Islam grundgesetz-und strafgesetzwidrig ist! Aber das stört die Regierenden, selbst Gesetzesbrecher, in keiner Weise, dafür ist ihnen die soziale und gesellschaftliche Sprengkraft des Islam viel zu wichtig für ihre herostratischen Ziele!

Tinas Senf
Gast
Tinas Senf
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Widerwärtig. Die armen Mädchen.

Als Mutter eines kleines Mädchens dreht sich einem der Magen um.

Lausitzer
Gast
Lausitzer

115 schwangere Minderjährige Mädchen in gut 4 Monaten in Küçükçekmece.

Vergleich mit Deutschland:
In D wurden 2016 3400 Kinder von Minderjährigen geboren und 3900 von 18-Jährigen. Hinzu kommen 3100 Abtreibungen bei Minderjährigen. Also etwa 7500, die auftauchen. Es gab in D 1,9 Mio Mädchen von 13 bis 17. In Küçükçekmece gibt es 30000.
Also waren 118 zu erwarten.

Wo ist der Skandal?

Das
Gast
Das

Irgend jemand hat Politik u. Volk den Verstand geraubt. Strafen nach der Scharia („Abfall vom Glauben“, „Beleidigung des Propheten und Allahs“, brutale öffentliche Hinrichtungen, Lynchen z.B. von Christen, Überfälle auf andere Länder, mangelnde Schulbildung vor allem für Mädchen/s.o……) werden von Bunti-Kulti-Gutmenschen akzeptiert. Das Gesicht des Islam lässt sich nicht „weichspülen“.

LISA
Gast
LISA

Erschreckend das unterstützt ein Özil durch die Propaganda für „seinen Präsidenten“ mit der deutschen Nationalelfmitgliedschaft, das geht gar nicht!! Dass die linken Antifafreaks hier das Maul nicht aufkriegen, ist eine Schande und bezeichnend für die ideologische Verbohrtheit des tiefsitzenden Deutschenhasses, während in Altenheimen tausende traumatisierte Menschen deutscher Herkunft leiden.

Rainer Franzolet
Gast
Rainer Franzolet
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Haben Chebli, Özoguz, Merkel, Nahles und wie die ganzen Fregatten alle heißen Töchter oder überhaupt Kinder? Wissen die überhaupt, was sie mit ihrer Islamverharmlosung anrichten? Haben die einen Begriff von Anstand und Moral? Sind deren Wähler von der gleichen Sorte? Die Grünen haben die Ausrede, das bei ihnen die Dummen federführend Sind. Zur MSM sage ich lieber nichts. Abschaum würde passen.

doci
Gast
doci

was will man von der Ideologie (NICHT Religion) schon erwarten, die ein Massenmörder und Kinderschänder aus der Hölle in die Welt getragen hat.

Markus-Francesco
Gast
Markus-Francesco

Kein Wunder oder? Wenn Aischa, die jüngste Frau seiner 10 Frauen den alten Sack mit 6 Jahren ehelichen musste, er war 50 Jahre. Noch Fragen? Erdowahn wird dann auch noch mit wehenden Fahnen und Trompeten empfangen. Da packt mich die eiskalte Wut. https://philosophia-perennis.com/2017/06/08/mohammed-stgb/ meine Empfehlung LG Markus-Francesco

PeWi
Gast
PeWi

Lasst sie doch ihre Kultur ausleben, wenn Mütter und Väter über ihre Töchter so denken. Wir können das nicht ändern, Diskussion darüber ist müßig. Anders sieht das in Deutschland aus. Wenn hier Kinderbräute akzeptiert werden, obwohl das Gesetz es anders vorsieht, muss mit aller Härte dagegen vorgegangen werden, was aber die deutschen Gerichte nicht mache, weil sie sich dem Islam unterworfen haben.

Wolff Wieland
Gast
Wolff Wieland

Wieso ist das falsch? Frau C. Roth, Vizepräsidentin der Bundestags, ist doch auch der Meinung dass „Kinderliebe“ erlaubt werden soll! Sie hat sich nie gegen diesen Passus in dem früheren Programm der Grünen ausgesprochen! Und als Halbtürkin, wie sie sich bezeichnet, weiß sie doch auch wie das abläuft!

Cornelia Kuhs
Gast
Cornelia Kuhs

Und unsere Regierung hat kein Problem damit, das Diyanet Moscheen in Deutschland betreibt und für den Inhalt der Freitagsgebete und die passenden Imame zuständig ist.
Wie oft werden denn hier beide Augen bei den Behörden zugedrückt?

Nachlebnik
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Nachlebnik
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Wenn sie dann hier die Freihet riechen, die jede Frau in Germoney geniesst, sofern sie nicht in Muselbesitz ist, kommen die Ehrenmorde als Krönung für die Kinderbräute. Wir sind weit verkommen in der Westtürkei.

Hasenfuss
Gast
Hasenfuss

Wer die – längst – extrem Täter-freundliche u. Opfer-FEINDLICHE – deutsche „Justiz“ kennt, kann sich über das türkische Pendant nicht mehr großartig wundern.
Selbstverständlich ist es nicht nur nicht in Ordnung, sondern kinderfeindlich, was dort passiert. Aber dasselbe passiert auch in unserem Land längst tausendfach, ohne dass sich ein – „grüner“ od. linker – Politiker daran stört.

Johann Sajdowski
Gast
Johann Sajdowski

Wer klagt an? Wer ist der Richter?

doci
Gast
doci

Deshalb sind vermutlich unsere grünen Pädophilie – Fans so aufgeschlossen gegenüber unseren eingereisten islamistischen Kulturbereicherern.
So schließt sich der Kreis.

Bollo
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Bollo
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Endlich,endlich ! Ein Traum der Grünen erfüllt der Islam ! Werden jetzt die Grünen jubeln?
Kinderehe,Ehrenmord,Vergewaltigung ,Unterdrückung Auspeitschung und Steinigung…..Musel-Mazjeks islamische Goldstücke sind nicht mit Gold zu bezahlen..eine Bereicherung für jede Gesellschaft…..allen ein fröhliches Allahu Akbar in Deutschistan….

Deutsche Vollmeise
Gast
Deutsche Vollmeise

Na das sind doch tolle Voraussetzungen für den EU-Beitritt… Atatürk rotiert im Grab…
Diese Dunkelziffer gibt es auch schon in Deutschland. Imam-Ehen werden generell NICHT registriert… Noch Fragen? Genauso bei Thema Mehrfachehe…. Wir haben bald die Scharia hier, offiziell wird ja schon nach ihr gerichtet…. Das Land ist verloren, die schleichende Übernahme ist nicht mehr aufzuhalten.