(David Berger) Trotz aller Enttäuschungen, die die CSU bisher im Asylstreit immer denen bereitet hat, die gerade auf sie hofften, war die Hoffnung in den letzten Tagen wieder groß, die CSU könnte durch einen Bruch mit Merkel die längst überfällige Wende in Deutschland beschleunigen. Und wieder wurden die gegen alle Hoffnung Hoffenden enttäuscht. Der angekündigte „Showdown“ im Asylstreit war nur eine weitere Folge der CSU-Soapopera „Wir wollen in Bayern nicht die absolute Mehrheit verlieren“.

Schon während die gestern um 15 Uhr begonnenen Krisensitzung der CSU noch lief, schrieb die Bildzeitung: „Zur Stunde steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die schwarz-rote Bundesregierung nur gut 100 Tage nach ihrem Start am unionsinternen Streit über die Migrationspolitik zerbricht. Möglich ist auch, dass dann nach gut 70 Jahren die traditionelle Fraktionsgemeinschaft von CDU und CSU vor dem Aus steht.“

Genährt wurde diese Vermutung durch die Tatsache, dass Seehofer bereits zu Beginn des Gesprächs die Spitzenpolitiker der CSU über sein Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Samstag unterrichtet und gesagt hat, dieses sei wirkungslos gewesen. Auf der anderen Seite stellte sich die CDU erneut demonstrativ hinter Merkel.

Mit dem Hashtag „traudichhorst versuchten unterdessen zahlreiche Menschen in den sozialen Netzwerken Seehofer zu ermutigen, stark zu bleiben.

Bei anderen, wie Beatrix von Storch, dagegen regte sich kaum Hoffnung, dass sich wirklich etwas anderes bewegt als Wahlkampfgetöse:

Gespannt warteten dann ab dem frühen Abend die Journalisten in der CSU-Zentral in München auf die persönliche Erklärung von Horst Seehofer. Kommt es zu einem Alleingang Seehofers mit der gesetzesmäßigen Zurückweisung der Immigranten an der Grenze, zu seiner Entlassung durch Merkel oder gar zu einem freiwilligen Rücktritt? Und welche Folgen wird dies auf die Union haben?

Dabei waren die Rücktrittserwartungen von Anfang an kompletter Unsinn

Als um etwa 18 Uhr Details des in der CSU-Sitzung bekannt gegebenen Masterplans Seehofers durchdringen,  beginnt es auch den Vertretern der Mainstreammedien zu dämmern, dass die vorher lauthals verkündete Revolution aus Bayern wohl ausbleiben wird. Dort heißt es im Wortlaut: „Künftig ist auch die Zurückweisung von Schutzsuchenden beabsichtigt, wenn diese in einem anderen EU-Mitgliedsstaat bereits einen Asylantrag gestellt haben oder dort als Asylsuchende registriert sind.“ Das zeigt bereits einen weiteren Schritt im Einknickkurs der CSU: Seit Wochen fordert man lautstark den sofortigen Beginn der Zurückweisungen und  nun ist nur noch die vage Rede davon, das sei „beabsichtigt“.

Um 20 Uhr dringt schließlich ein Diktum von Söder nach außen. Die CSU sei „kompromissbereit, bleibe aber kämpferisch“. Das klingt nicht weniger verwaschen als das, was uns die Kanzlerin seit Monaten zu Asylthemen vorschwurbelt. Und von Seehofer: Er wolle ein Auseinanderfallen der Regierung oder gar den Sturz der Kanzlerin auf jeden Fall vermeiden.

Spätestens als es dann um 21 Uhr heißt, die für 18 Uhr angekündigte, dann auf 20 Uhr verschobene Erklärung der CSU verschiebe sich wohl noch einmal auf 23 Uhr und Seehofer werde wohl gar nicht vor die Presse treten, ist klar: Heute wird gar nichts mehr passieren. Als dann durchsickert, dass auch um 23 Uhr nichts zu sagen ist, außer dass Seehofer noch einmal mit Merkel reden wird und dann wieder eine Erklärung ankündigen wird, hätte eigentlich auch dem letzten Journalisten deutlich sein müssen:

Der angekündigte „Showdown“ im Asylstreit war nur eine weitere Folge der CSU-Soapopera „Wir wollen in Bayern nicht die absolute Mehrheit verlieren“. Die erste Folge hatte Patrizia von Berlin schon treffend rezensiert:

„Setzen, Horsti und gib Ruhe!“ Merkel: Show – Seehofer: Down

Bis zur Bayernwahl werden wir mit solchen Showeinlagen zu rechnen haben.

Statt eines Endes mit Schrecken hat sich die CSU längst für ein Schrecken ohne Ende entschlossen. Wir alle müssen jetzt andere unterstützen, die wirklich den Schrecken beenden wollen.

***

Sie wollen Philosophia Perennis unterstützen? Mit zwei Klicks geht das hier:

PAYPAL

… oder auf Klassische Weise per Überweisung:

IBAN: DE04 3002 0900 0803 6812 81
BIC: CMCIDEDD – Kontoname: David Berger – Betreff: Spende PP

 

35 Kommentare

  1. Wichtige Entscheidungen werden verschoben.Der A. Merkel ist nicht zu trauen – denn sie hat und tausendmal belogen.In der der CDU fehlen mutige Frauen und Männer -die Mehrheit sind Karrieristen und Penner.Die CSU ist Bettvorleger der Rautenfrau- macht viel Krawall doch nur zur Schau.Wenn sie gemeinsam Trinken oder Raufen-sie werden Deutschland doch verkaufen.

  2. Nur die bloße Annahme, die CSU würde aus Weißwurst-taktischen Gründen auf eine Regierungsbeteiligung verzichten und ernsthaft mit der großen Schwester brechen, spiegelt die Verblödung des Michels wider. Ähnlich wie die damalige Annahme, die SPD würde freiwillig Opposition spielen. Alleine, dass die CSU in EU-Parlament exzellente Migrationspolitik macht, sagt alles was man wissen muss.

  3. Sicher spielt der Wahlkampf in Bayer hier mit, aber Soapopera glaube ich nicht. Ich kann Herrn Seehofer Anstand, Rechtschaffenheit und die Sorge um Deutschland nicht absprechen, zumal die Probleme offen daliegen. Mich entsetzt die Dreistigkeit mit der Frau Merkel das Deutsche Volk belügt und dass wohl viele das glauben.

  4. War’s das jetzt mit der CSU in Bayern …. 🤣 oder senkt sich bald der Nebel des Vergessens über das Land …. der Weltmeistertaumel fällt doch aus …. ! Schaug’n
    mer moi, dann seg’n mer scho … (Übersetzung für alle Nicht-Bayern … schauen wir mal, dann sehen wir schon …🤔🙄

  5. Die Merkel ist unbesiegbar: Sie hat den Zentralrat der Juden hinter sich und die christlichen Großkirchen.
    Der Stadtdekan von Augsburg marschierte gegen die AfD mit der Antifa. Die Stadtdekane von Stuttgart, Fürth, Würzburg, … Das sind die Männer fürs Grobe ihrer Bischöfe.
    Diese Antifa-Kirchen übergießen sich mit Benzin und beklagen sich, wenn ihr Pöbel sie dann anzündet.

  6. Wenn wir mal ehrlich sind haben wir doch nichts anderes erwartet oder?
    Nur die Art und Weise wie er sich diesmal vor die Ostschranze wirft ist für mich unfassbar.
    Wenn man sich dann überlegt, dass das „Volksvertreter“ sind frage ich mich ernsthaft wie wir Michel es so weit haben kommen lassen können.

  7. Wenn Er sagt, wir wollen Merkel nicht stürzen und
    wir wollen nicht ,dass die Regierung auseinanderbricht,
    hat Er alles gesagt, was die anderen Altparteien auch
    sagen würden. Die CSU ist der größte Schweinestall dieser
    Republik, denn sie führt den Widerstand gegen Merkel
    an der Nase herum !

  8. Ich habe nie an ein konsequentes Handeln von Herrn „Drehhofer“ gegen Frau Merkel geglaubt. Alles nur leeres Getöse. Wer wird schon seinen Job mit den vielen Privilegien auf’s Spiel setzen? Wir brauchen dringend eine auf eine bestimmte Jahreszahl limitierte Kanzlerschaft. Um es mit Goethe‘ s Zauberlehrling zu sagen: ….. denn die Geister die du riefst, wirst du nun nicht los!!!!!

  9. Wir haben es auf der einen Seite mit einem verlogenen Schlappschwanz,einem Maulhelden zu tun-ein erbärmlicher Sägemehlhaufen. Auf der anderen Seite haben wir eine von einem fanatischen Sektenführer kommunistischer Prägung erzogene Deutschland hassende,verkommene abgrundtief bösartige,verbohrte Persönlichkeit,gefolgt von einer ebenso verkommenen Schar an charakterlosen Profitgeiern.

  10. Man kann nur noch k… Es ist schlicht D. das Land das die EU Länder in Bedrängnis bringt mit der ungezügelten Aufforderung zum Migranten- äh Flüchtlingsansturm.Es wurde noch immer nicht von BK die fröhliche Flüchtlingsaufnahme zurückgenommen.
    Nicht ohne Grund äussern sich Ungarn,Polen,Tschechien,Italien u.Schweiz öffentlich.
    Seehofer=Bettvorleger,eine Katastrophe

  11. Ich denke, es geht nur darum, immer wieder Hoffnungen zu wecken, um sie dann zu enttäuschen.
    Dauer-Enttäuschte resignieren und ziehen sich zurück.
    Man will uns anschaulich vor Augen halten, dass nicht mal ein altgedienter Hase und Innenminister Merkel etwas anhaben kann, also „dürft ihr Würstchen da draußen, euren Plan vom Umsturz erstrecht begraben.“ Das ist die Botschaft.

  12. Hier möchte ich der CSU ausnahmsweise recht geben. Merkel hat den Joker mit ihrer Feststellung, es wäre alles geregelt, an die Bayern weitergereicht und nun müssen sie darauf achten, daß ihnen mit diesem miesen Trick kein Einigungs-Unwillen unterstellt wird und demzufolge nochmals erneute Gespräche um diesem Eindruck zu begegnen, wobei es sich zeigen wird, wer einknickt, noch ist alles offen.

    • Glaube ich nicht. Der AfD-Parteitag wird von den AfD-Gegnern eh nicht verfolgt oder er wird abgewertet – zu viele transformierte Bürger. Man sollte das ganze mal längerfristig betrachten. Es ist doch völlig egal wer von der Einheitspartei das Sagen hat. Solange der Bürger sich nicht massenhaft wehrt passiert nichts. Erst wenn die Sozialausgaben das Land zerstören werden die Leute wach – zu spät.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.