Innenansichten einer ehemaligen Journalistin. Von Vera Dahlkamp

Seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten werden uns Bürgern, Fernseh-Zuschauern, Zeitungslesern, Schülern und Studenten tolle Werte wie Weltoffenheit, Toleranz, Buntheit und Vielfalt als das Ideal einer demokratischen, modernen und zukunftsorientierten Welt gepredigt.

Die Erfahrung zeigt allerdings, dass die Toleranz nur ganz bestimmten Gruppen zu gelten hat; den „Minderheiten“ und natürlich den Linksextremen. Keinesfalls der Mehrheit der Bürger im Lande. Mit Buntheit und Vielfalt ist stets auch nur die sexuelle und ethnisch-religiöse Vielfalt gemeint; keineswegs die politische Vielfalt vergangener Jahrzehnte, ganz im Gegenteil.

Die politisch-weltanschauliche Monokultur in den deutschen Medien ist das Ergebnis des „langen Marsches“ durch die Institutionen der sozialistisch gesinnten 68er und Grünen. Und dieser hat offensichtlich im Jahr 2015 mit der medial bejubelten illegalen Masseneinwanderung strenggläubiger Sozialmigranten seinen fast schon amtlichen Abschluß gefunden. Die politische Vielfalt in den wichtigen Fernsehsendern und Zeitungen ist dahin; der Tenor ist mit einigen konservativ-liberalen Zwischentönen grünrot.

Wie erleben das die abhängigen Journalisten in den Redaktionen? Sind sie auch alle gläubige Multikulturalisten, Windrad-Anbeter und Genderisten? Natürlich nicht; die versponnene grüne Attitüde in den Sendern und Zeitungen wird meist von oben diktiert.

Unsere Kollegin Vera Dahlkamp* arbeitete einige Jahre für einen öffentlichen Fernsehsender. Sie erlebte in der Hauptstadt hautnah, wie der monokulturelle linke Journalismus funktioniert. Hier ihr spannender Bericht.

*Name aus Sicherheitsgründen geändert.

Der Journalist heute ist im Wesentlichen ein Gebrauchsschreiber, der seinen Wortbaukasten ständig auf dem neuesten Stand zu halten hat. Eine wichtige Rolle spielen die begrifflichen Verklebungen, die sofort wie auf Knopfdruck die gewünschte Assoziation beim Konsumenten aufrufen. Die überall grassierenden Begriffe wie „rechtsradikal“, „populistisch“ und „ausländerfeindlich“ assoziieren so zeitgleich den Charakter „faschistisch“ gesinnter Personen oder Organisationen.

Die nach und nach einsetzende „Verbunterung“ des Journalismus hat die radikale Gleichschaltung seit Ende der zweiten Amtszeit Merkels beschleunigt.

Der Begriff „islamistisch“ ist vorzugsweise dem IS und seiner radikalen Gefolgschaft vorbehalten; kommt in Deutschland also nur vor, wenn z.B. Salafisten auf offener Straße für den IS rekrutieren oder im Namen des IS Attentate begangen werden. „Islamistischer Gefährder“ ist dabei ein besonders heikler Begriff. Auch wenn es inzwischen um die 3.000 nachweislichen „Gefährder“ in Deutschland gibt, gilt im Zweifelsfall in dubio pro reo, also ist das Charakteristikum erst gesichert, wenn es tatsächlich zu einem Anschlag kommt.

Soziale Missstände, die wegen der anhaltenden „Flüchtlingskrise“ entstehen, werden grundsätzlich nicht aufgegriffen.

Sollte es jedoch unvermeidlich sein, haben wir in jedem Landkreis einen linken oder grünen engagierten, weltoffenen Bürger, der das Geschehen vor laufender Kamera relativiert. Ganz mutige Journalisten, wie die leider begabte aber vollkommen instrumentalisierte Dunja Hayali, begeben sich reportageweise in die Höhlen des Löwen und befragen „Rechtsextreme“, was sie eigentlich dazu bewegt, „ausländerfeindlich“ zu sein, um dann verkürzt klischeehafte und gewollte Antworten in den Beiträgen abzubilden und sich in der eigenen „Progressivität“ zu sonnen.

Auf die gesamte inhaltliche Ausrichtung und „Denke“ eines Mediums (ob TV, Print, Hörfunk u.a.) hat der einzelne Redakteur „unten“ in der Hierarchie keinen Einfluss mehr.

Die Inhalte werden von den weltweiten Agenturnetzen (Reuters, AP, DPA …) von den Fakten her bereitgestellt (also oft nur abgeschrieben) und im Tagesgeschäft kaum nachgeprüft. Diese Agenturen sind international aufgestellt, liefern Bilder, Originaltöne, Videomaterial und waren nie wirklich unabhängig, sondern sind ein Herrschaftsinstrument, das als ‚Dienstleistung‘ daherkommt.

Die ideologische Marschrichtung für den Mainstream entsteht auf den Symposien, den Treffen der Chefredakteure und Intendanten mit kulturell, finanziell und politisch ausgewiesenen Gremien die untereinander extrem gut vernetzt sind. Auch die jährliche Internationale Sicherheitskonferenz wird dazu gern genutzt.

Es ist üblich, dass der Chefredakteur mal der CDU (wenn die SPD regieren sollte) oder eben der SPD angehört, damit das „demokratische Antlitz“ der „unabhängigen“ Presse gewahrt bleibt.

Nach solchen „Arbeitstreffen“ schwenkt die Erzählrichtung der News mitunter um: Dann heißt es, „unser“ Zuschauer, Leser, User will nicht mehr nur die harten Fakten der klassischen Nachrichten, sondern ein weicheres Narrativ. Die Folge ist, dass sich manche Nachrichtensendungen in eine Art Magazinsendung gewandelt haben; ein Gemischtwarenladen, wo man auch mal was Buntes „fürs Herz“ findet.

Dementsprechend agieren auch die sorgsam ausgewählten Darsteller vor der Kamera, die das mit ihrem frischen oder seriösen Naturell auch authentisch „rüberbringen“. Das aber ändert nichts am eigentlichen Narrativ, das die Welt, der einfachen Verständlichkeit halber in Gut und Böse teilt, was auch auf die Rolle der Big Player zutrifft: Putin und Trump stehen dafür; ein Macron wird als Hoffnungsträger bejubelt; ein Erdoğan zum teilweise etwas hintertriebenen Familienmitglied stilisiert, an dem man sich in demokratischer Manier abarbeitet. Unvergessen die rührenden Bilder eines Tee einschenkenden deutschen Außenministers …

Die Inhalte der News selbst werden streng vorgegeben. Nehmen wir als „Aufmacher“ die Bundeswehr mit dem vorgeblich „rechtsradikalen Franco A.“ Da die „Zeit“ bereits berichtet hatte, dass der Oberleutnant in Frankreich 2014 „aufgefallen sei, weil er eine Masterarbeit eingereicht hatte, die die französischen Hochschullehrer für rassistisch hielten“, ist die Marschrichtung vorgegeben. Der Redakteur vom Dienst erteilt also einen inhaltlich bereits durchdeklinierten Auftrag an den Nachrichtenredakteur:

Ursula von der Leyen wird mit Devotionalien aus der Wehrmacht konfrontiert, die aus dem Zweiten Weltkrieg stammen (hier muss der Begriff „rechtsradikale Gesinnung“ reingepackt werden). Gezeigt werden ein Poster und eine Waffe, sowie ein eingeritztes Hakenkreuz. Großaufnahme!

Von der Leyen sagt im Beitrag: Wir werden alle Hinweise aus der Richtung noch mehr beobachten und die Meldeketten intensiver ausbauen

Jemand von der Bundeswehr relativiert das Gesagte im O-Ton und beschreibt den Zustand der Truppe unter Gesichtspunkten der zusammengesparten Mittel, der kurzen Wehrdienstzeit, der Schwierigkeiten bei der Ausbildung bis hin zu den Anforderungen der Berufssoldaten (dieser Mann mauert die innere Befindlichkeit der Truppe in äußere Zwänge ein) – Hier kommen die „gewachsenen Aufgaben bei der Bekämpfung des internationalen Terrorismus“ ins Spiel, die „neuen Herausforderungen“…

Dann kommt möglicherweise die Linke oder Grüne Wehrbeauftragte und fordert Aufklärung über die Ideologie der Truppe. Hier werden „Aufklärung“ und „Bekenntnis zur Demokratie“, „Erziehung zu einem modernen Geschichtsbild“ untergebracht

Abgebunden wird das wieder mit von der Leyen, die sagt, nur einzelne, hochgeehrte Angehörige der früheren Reichswehr hätten einen bleibenden Erinnerungswert für die heutige Bundeswehr.

Der Hintergedanke eines solchen, wie auch vieler anderer Beiträge: alles ist irgendwie gut, auch wenn es schlecht sein mag.

Ein konkretes Bild kann so nicht entstehen. Sollte der ausführende Redakteur seinen eigenen Kopf haben und auf oben beschriebene Anker-Worte verzichten, werden diese in den Beitrag hineinredigiert.

Journalisten heute stehen unter enormen Zwängen, die inhaltlichen Auflagen korrekt zu erfüllen, weil sie meistens

a) noch ziemlich jung und

b) wirtschaftlich auf den Job angewiesen sind.

Wir haben kaum noch ältere Redakteure in den Teams, die sitzen meistens noch in „Beraterfunktion“ in den Konferenzen und arbeiten den Redaktionsleitern zu. Ein paar Mal im Jahr dürfen sie dafür eine bunte Reportage drehen. Die Chefs stehen auf der anderen Seite, sie sind, als die berüchtigte „vierte Macht“ im Staat, gleichgeschaltet mit einer Regierung, die willig ist, uns in eine neue Dauerschlafphase gleiten zu lassen und die längst keine Bindung mehr zu ihren Wählern erkennen lässt.

In einer Gesellschaft, die ohne Rückbindung zum Volk regiert wird, mit schwindender Klassenschichtung, herrscht eine ungesunde Dichte. Die herrschende Nomenklatura entstammt keiner geistigen oder sonstigen Elite und repräsentiert im weitesten Sinne verallgemeinerte bürgerliche Klischees. Akademiker, Mittelschicht, Inhaber kleiner Produktionsbetriebe, Selbständige und Künstler sind Abhängige; die Intelligentsija ist zunehmend auf den Schwarzmarkt geistigen Austauschs angewiesen.

Seit etwa drei Jahren werden viele anerkannte Journalisten, Autoren, Philosophen nicht mehr „eingeladen“ die Feuilleton- oder Meinungsseiten zu bestücken. Sie gelten als „zu rückwärtsgewandt“, zu „AfD-nah“, „rechtes Gedankengut“, „Rußland-Versteher“ etc.

Das heißt, dass diesen Leuten auch wirtschaftlich die Daumenschrauben angelegt werden. Und die anderen, die z.B. für einen Artikel im „Tagesspiegel“ für gut zehn Stunden Arbeit ganze 52 Euro bekommen, oder denen man nur acht Dienste im Monat zuteilt, werden sich hüten, irgendwelche Maßgaben nicht zu erfüllen.

Was bleibt, ist ein Regierungsjournalismus, der mit schlecht gemachter Werbung vergleichbar ist: Man kann es nicht mehr hören, aber das Produkt dudelt vor sich hin und verklebt die Köpfe.

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