Der Komiker Jan Böhmermann missbraucht seine vom ZDF massiv gepushte Popularität, um eine politische Hetze mit totalitären Mitteln durchzuführen.Ein Gastbeitrag von Markus Franz

Ein im Dienste des öffentlich-rechtlichen Senders ZDF stehender deutscher Moderator und „Satiriker“ ruft eine Internet-Kampagne namens #ReconquistaInternet ins Leben und will mit dieser als Satire getarnten Aktion für „Liebe und Vernunft“ im Netz werben.

Die Rede ist vom hinlänglich und einschlägig bekannten Jan Böhmermann, der immer wieder durch zweifelhafte Aktionen auffällt, aber trotzdem (oder gerade deswegen?) vom ZDF, das eigentlich zur Seriosität und Objektivität verpflichtet ist, als Star gehandelt wird. Die neueste Geschichte, mit der er nun um die Aufmerksamkeit seiner Claqueure aus dem Medienbereich in Deutschland und Österreich buhlt, wäre an sich keine Zeile wert, weil die üblichen Böhmermann-„Späße“ abgedroschen und langweilig und seine Talente als Satiriker ziemlich begrenzt sind.

Der Rubikon ist überquert

Doch mit der #ReconquistaInternet-Aktion hat Böhmermann eine Grenze überschritten, die den politischen und satirischen Netz-Aktionismus vom totalitärem Gedankengut trennt:

Er hat im Rahmen der aktuellen Kampagne nämlich auch eine Liste ins Netz gestellt, auf der hunderte Twitter-User genannt werden, die man seiner Ansicht nach blockieren, also von der Meinungsäußerung ausschließen soll.

Unter den von Böhmermann auf den Index der stumm zu schaltenden Twitter-Teilnehmer gebrachten Personen befinden sich so prominente Blogger und Journalisten wie Dushan Wegner oder Roland Tichy und natürlich sind auch Politiker auf diesem Index: Die Ex-AfD-Chefin Frauke Petry zum Beispiel oder die von der CDU aus Protest gegen die Kanzlerin Merkel zur AfD gewechselte Erika Steinbach. (Ich steh übrigens auch auf der Blockliste)

Meinungsfreiheit über alles

Nun darf freilich jedermann im Rahmen der Meinungsfreiheit sagen und schreiben, was er denkt. Und man darf auch auf Twitter empfehlen, diesen oder jenen Menschen zu blocken. Wenn das allerdings jemand tut, der im Sold einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt steht und diese seine Aktion nicht als Privat-Kampagne tituliert (was bei bekannten Moderatoren ohnehin kaum glaubhaft möglich ist), so wird die Aktion unmittelbar politisch-tendenziös und letztlich sogar schmutzig und widerwärtig.

Dieser mediale und politische Worst Case ist nun eingetreten: Böhmermann missbraucht seine vom ZDF massiv gepushte Popularität, um eine politische Hetze mit totalitären Mitteln durchzuführen.

Zu allem Überdruss erdreistet er sich dann noch, seine Kampagne und den „Index der verbotenen Twitterer“ zynisch lächelnd als Satire zu bezeichnen. Unter dem Beifall genau jener, die sonst die politische und mediale Moral und die demokratischen Werte anbeten wie Götzen, geschieht hier etwas Ungeheuerliches:

Man versucht, durch Medien-Institutionen und durch gezielte Blockade-Aufforderungen die Kritiker des Mainstreams und der Merkel-Politik nachhaltig auszuschalten. Der Andersmeinende muss weg.

Gegen Rechts

Halb offiziell heißt es: Man will doch nur die bösen rechten Trolle aus dem Netz bekommen und dort wieder die demokratische (also linke) Oberhoheit herstellen. Sicherheitshalber hat man dafür Euphemismen wie „Liebe und Vernunft“ geschaffen – aber in Wirklichkeit geht es nur um die Frage, welche Meinung vorherrschen darf. Und in Deutschland darf das nur jene sein, die aus dem Hypermoralismus der Merkel-Truppe und den linken Medien-Blasen gespeist wird.

Das offizielle Deutschland hat mit der Aktion des offensichtlich nur als Polit-Schergen agierenden Jan Böhmermann eine neue alte Qualität der Realitätsfinsternis  erreicht: Das Böse und das Totalitäre haben sich als „das Gute“ verkleidet und wollen, ja müssen nun den endgültigen und finalen Kampf um die absolute Deutungshoheit führen.

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Der Beitrag erschien zuerst auf dem BLOG VON MARCUS FRANZ

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