(David Berger) Im westfälischen Münster ist heute Mittag ein Kastenwagen mit voller Wucht in eine Gruppe friedlich in einem Straßenlokal sitzender und die Frühlingssonne genießender Menschen gerast. Polizeiangaben zufolge gibt es  derzeit insgesamt drei Tote und 20 Verletzte, darunter viele Schwerverletzte. 

Ziemlich schnell gab es Informationen zum Täter. Die differieren aber bei unseren Qualitätsmedien extrem:

Ist der Attentäter von Münster ein „psychisch auffälliger“ 49-Jähriger  aus Münster oder ein 27-Jähriger „Mann“ aus dem Sauerland, dessen „Motiv noch unklar“ ist?

Der „Terrorexperte“ der Tagesschau weiß noch nichts Genaues, außer dass es sich auf keinen Fall um einen terroristischen Anschlag handelt. Begründung des Terrorexperten: Der Täter verließ das Auto nicht, sondern beging Selbstmord.

Auch hier wieder – noch bevor eine Name bekannt war – die schnelle Blitzdiagnose, dass der Täter…

„ein psychisch auffälliger Deutscher“

…war. Eine Schlagzeile, die Tagesspiegel, Zeit- und Stern-Online, aber natürlich auch die „Welt“ wie eine Siegesfahne vor sich hertrugen. Und Politiker der Altparteien sofort dazu einluden, die Meldungen gegen die Kritiker der Flüchtlingspolitik Merkels zu instrumentalisieren.

Und dann kommen die Informationen so schnell, dass man fast den Eindruck hat, die Polizei habe schon Wochen lang an einem Dossier Jens R. gearbeitet: Er sei als Kleinkrimineller bekannt gewesen, habe Handys und Autoradios gestohlen, um seine Drogensucht zu finanzieren. Und suizidgefährdet sei er auch gewesen. Wozu unsere Polizei bei Anis Amri & Co also Monate und die Politik zahlreiche Untersichtungsausschüsse brauchte, ist hier schon wenige Stunden nach dem „Vorfall“, wie die Attacke nun genannt wird, alles geklärt.

Um 20.48 h dann die Überraschung, mit der alle schon gerechnet hatten: Der Tagesspiegel streut das Gerücht: Jens R. „habe sich möglicherweise in rechtsextremen Kreisen bewegt“. 

Inzwischen ist auch ein rätselhaftes Video aufgetaucht, das durch die britischen Medien geht, über das in Deutschland jedoch geschwiegen wird:

Das grundsätzliche Problem bei solchen Meldungen hat Markus Roscher-Meinel brillant formuliert: