Ein Gastbeitrag von Adam Elnakhal 

Sie zahlten ihren christlich-humanistisch motivierten Widerstand gegen die NSDAP-Diktatur mit ihrem Leben: Am 22. Februar 1943 wurden die Geschwister Sophie und Hans Scholl sowie Christoph Probst mit der Guillotine in „Stadelheim“ (München) hingerichtet. Eine kurze Erinnerung:

Als Sophia Magdalena genannt „Sophie“ Scholl am Spätnachmittag des 22. Februar 1943 hingerichtet wurde, war sie erst 21 Jahre alt. Es war jenes Alter mit dem man damals gerade erst die Volljährigkeit erlangt hat. Ihr älterer Bruder Hans Scholl war 24 Jahre und der Mitstreiter Christoph Probst war 23 Jahre alt. Christoph Probst hinterließ Ehefrau und drei Kinder. Kurz vor seiner Hinrichtung ließ er sich katholisch taufen. Die Geschwister Scholl entstammen einem protestantischen Elternhaus und haben ihren Glauben bis zu ihrem Lebensende beibehalten und ganz offensichtlich auch unter Beweis gestellt.

Für die jungen Erwachsenen der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ war die Aufrichtigkeit im Leben wichtiger als die Quantität des Selbigen. Ihr Idealismus zehrte aus einem tiefen christlichen Glauben, der sie auch im letzten Lebensmoment vor dem Fallbeil nicht verlassen hat, wie der Vollstrecker später die Haltung der Sophie Scholl im Moment ihrer Hinrichtung schilderte.

Die jungen Erwachsenen der Weißen Rose, die ihren Schwerpunkt in München hatten, schauten nicht weg als Juden abtransportiert wurden, sie verdrängten nicht als sie von der Massenvernichtung im Osten hörten, sie ließen sich nicht von der perfiden national-sozialistischen Propaganda blenden. Sie stellten ihr Gewissen über ihr Leben bzw. ihre Lebensdauer und gaben ihrem Menschsein dadurch einen besonderen Sinn durch ein Zeugnis, das bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

Das Besondere an ihrem Widerstand war die Friedfertigkeit der evangelischen, katholischen und russisch-orthodoxen Christen. Sie trachteten weder nach Eigentum noch nach dem Leben anderer. Dafür schenkten sie ihr eigenes Leben der Freiheit in einer Zeit, in welcher der Mensch gebeugt wurde.

Die christlichen und deutschen Märtyrer wurden vom NS-Unrechtsregime geköpft. Aber beugen konnte diese aufrechten Menschen kein Volksgerichtshof der NSDAP und kein Fallbeil.

Die am 22. Februar 1943 hingerichteten Widerstandskämpfer fanden auf dem Friedhof am Perlacher Forst in München-Obergiesing ihre letzte Ruhestätte. Schlicht gehaltene Kreuze zieren ihr Grab.

„Was aber tut das deutsche Volk? Es sieht nicht und es hört nicht. Blindlings folgt es seinen Verführern ins Verderben.“

– aus dem fünften Flugblatt der Weißen Rose

† in memoriam †

– Sophia Magdalena „Sophie“ Scholl

– Hans Scholl

– Christoph Probst

– und allen anderen die im Widerstand gegen die NSDAP-Diktatur ihr Leben lassen mussten

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14 Kommentare

  1. So mutig! Ich bewundere sie seit meiner Kindheit und weiß nicht, ob ich selbst das könnte. Es tut gut zu wissen, dass es auch solche Menschen gibt. Und ja: Sie waren Deutsche! Macht es nicht mehr Sinn, sich auf diese Vorbilder zu konzentrieren und sie zu feiern, als ständig den Schuldkult zu pflegen? Nicht missverstehen: Die Verbrechen des Dritten Reichs dürfen nie vergessen oder verharmliost werden! Würde in diesem Kontext auch absolut keinen Sinn machen, denn dann wäre das Andenken an diese mutigen Widerstandskämpfer ja relativiert. Es lebe die Weiße Rose!

  2. Eine Neubelebung der weißen Rose wäre dringend nötig-
    Wenn man heute wieder Inge Scholls Buch liest….
    bekommt man Angst-eine Gestapo etabliert sich schon seit
    längerem,die Medien sind gleichgeschaltet und die
    (Links-)Faschisten wollen wieder morden-Siehe Hamburg-Denunziationsaufrufe in Stiftungen(Heinrich Böll-) ,Gewerkschaften und Sendern(hier WDR).

  3. Es ist sehr gut, dass die weiße Rose hier thematisiert wird.
    Mut, Zivilcourage und Widerstand gegen ein Unrechtsstaat sind Attribute, die erneut aktueller denn je sind.
    Leider werden die Gutmenschen von heute jedoch die Parallelen nicht erfassen, auch diese Tatsache ist wieder eine Parallele.

    Die Einleitung zu diesem Thema der -Bundeszentrale für politische Bildung- finde ich bemerkenswert, sie lässt sich nahezu 1:1 ins Jahr 2018 der BRD übertragen und niemand sieht es.

    „Justiz im Dritten Reich
    Politische Strafjustiz vor und nach 1945 (Auszug)
    Politische Justiz entscheidet in Abhängigkeit von politischen Einflüssen. Sie wird von diktatorischen Regimen benutzt oder stellt sich selbst in den Dienst politischer Interessen. Menschen werden durch sie nicht wegen konkreter Straftaten, sondern wegen ihrer Gesinnungen bestraft.“

    Sophie und Hans Scholl wären heute bei UNS!

  4. Die Weiße Rose war nicht nur im Münchener Raum. Viele Intellektuelle, Buchhändler – natürlich nicht solche wie Schulz, da es damals noch wirkliche Buchhändler gab – gehörten dazu, die sozusagen an der Verbreitung des Widerstandes maßgeblich beteiligt waren. Gesprächskreise gab es vieler Orts, auch von Buchhändlern mit initiiert. Ich habe da mal ein Hörbuch aus dem Verlag „auditorium maximum“ mit 2 CD gehabt, welche das Umfeld der Weißen Rose beleuchtet haben. War sehr interessant. Übrigens, hat jemand im ÖR oder anderen Medien daran erinnert? Ich habe nichts gehört.

  5. Auch heute bräuchten wir Menschen wie die Geschwister Scholl.

    „Was aber tut das deutsche Volk? Es sieht nicht und es hört nicht. Blindlings folgt es seinen Verführern ins Verderben. “

    Gilt doch auch wieder heute.

    Dazu auch – Wehrhaftigkeit: Als Deutschland noch von Israel lernte.

    Was wäre gewesen, wenn es im Oktober 1977 keine GSG-9 gegeben hätte, die die Lufthansa-Maschine „Landshut“ stürmte und den RAF-Terror besiegte? Die deutsche Geschichte wäre anders verlaufen. Die meisten der 100 Passagiere wären wohl mit Hanns-Martin Schleyer von den Terroristen ermordet worden oder der Rechtsstaat hätte ein weiteres Mal kapituliert. Die Angst des „deutschen Herbstes” wäre uns im Halse stecken geblieben. (Wobei der Ghadaffi Liebhaber Ströbele ja auch eine ganz üble Rolle gespielt hat, genau wie am 17.02.2018 bei der Frauendemo)

    Manchmal gibt es einzelne Menschen, die Geschichte schreiben. Einer davon war Ulrich Wegener, der Gründungskommandeur und Initiator der Grenzschutzgruppe 9, ein preußischer Offizier vom besten Schrot und Korn und aufrechter Kämpfer für Demokratie und Freiheit. Und es gab niemanden, der mehr für die Zusammenarbeit der deutschen und israelischen Sicherheitskräfte getan hat.

    Weiterleben bitte hier:

    http://www.achgut.com/artikel/wehrhaftigkeit_als_deutschland_noch_von_israel_lernte

    Dazu paßt auch wieder der „neue Film“ über Entebbe, der gerade aud der „Berlinale“ vorgestellt wird ganz dem heutigen Zeitgeist frönt:

    Die Journalistin Esther Schapira meldet sich diesbezüglich bei Twitter:

    „Roter Teppich und Stars für den Propagandafilm ‚7 Tage Entebbe‘ bei der Berlinale 2018. Grauenvoller Revolutionskitsch und Geschichtsklitterung. Reinwaschung der Terroristen. Böse alias Brühl als Held. Israel ist an allem schuld. Jetzt auch an Entebbe.“

    Außer den Geiseln kommt im Film fast niemand gut weg, frohlockt der SPIEGEL-Autor. Denn: Juden als Opfer, das mag ja noch angehen, aber Juden, die sich ihre Peiniger zur Brust nehmen, die dürfen nicht gut wegkommen, so sieht man das im Deutschland des Jahres 2018. Ulrich Wegener, der erste Chef der GSG9, die 1977 die Geiseln in Mogadischu befreite und übrigens in Entebbe als Beobachter dabei war, starb kurz vor Jahresende. Immerhin sind ihm dieser Film und Kritiken wie die im SPIEGEL erspart geblieben.
    ————————————————–

    CC hat sich vor über zehn Jahren mal ausgemalt, wie die Presse reagieren würde, wenn die Befreiungsaktion von Entebbe in unseren Tagen geschehen wäre: Das Stück ist – leider – offenbar ganz gut gelungen.

    https://spiritofentebbe.wordpress.com/2007/07/04/entebbe-2007/

  6. Schön, daß hier der Geschwister Scholl gedacht wird. Diese mutigen jungen Leute, die ihr ganzes Leben noch vor sich hatten.
    Dabei konnten sie gar nicht so viel ausrichten mit ihren Flugblättern. Aber darum geht es auch nicht, sondern darum, Haltung zu zeigen und auf der Seite der WAHRHEIT zu stehen.
    Dieses Gefühl eines „hier stehe ich, ich kann nicht anders“ zu spüren und auch dafür einzustehen. Das ist auch unsere Aufgabe.

  7. Wenn Sie schon die Russ.orth. Kirche erwähnen, müssen Sie auch Schmorell, der heiliggesprochen wurde
    Und für die kath. Kirche Graf, dessen Seligsprechung angeregt wurde
    Aufführen

  8. 1. Ihre Aktivitäten zeigen, daß es im deutschen Volk über die Geschichte immer eine erhebliche Minderheit an anständigen Personen und Gruppen gegeben hat, daß aber -wie heute- 1/3 dem Bösen voll anhemigefallen und weitere 1/3 willige, duldende bis resignative Mitläufer waren.

    2. Ihre Texte zeigen, daß es sehr wohl damals schon ein breites Wissen gab bzw. geben konnte über das Verbrecherische des unseligen Hitler-Regimes des „genialen Gefreiten“. Und nicht zu vergessen: Die Widerständler und Emigranten wurden bis in die Nachkriegszeit, etwa die späten 60er, von einem erheblichen Teil des -von der Hitler-Manie immer noch besessenen- Volkes als Verräter gesehen, geschmäht!! (Und die wenigen übriggebliebenen Hart-Nazis verteidigen die Hinrichtung bis heute als legitim wegen Sabotage-Aufruf!)

    3. Das deutsche Volk war 1945 nur auf Bewährung entlassen worden, es ist auch jetzt wieder nur eine Minderheit, die sich gegen die Merkel-Verbrechen der übelsten Machtkaste seit Hitler und der DDR wehrt. Die Wahlen mit 80% pro Merkel sind kein Zufall oder von irgendwo gefälscht!! Bestenfalls ist das Volk schuldlos desorientiert und degenierert (worden), schlechtenfalls ist es mit-vollschuldig am Heutigen!

    4. Sie wurden gefaßt und der Gestapo übergeben vom Hausmeister der Münchner Universität, dem Typus des damaligen verbohrt-verrohten Nazis, treuesten Hitler-Fans, was sich mental als autoritär-verlogene Mentalität, ein Grund für die 68er-Rebellion, bis in die 70er noch bei vielen, zwangsweise zur Demokratie befohlenen, deutschen Männern erhalten hatte in Familie, Beruf, Vereinen usw..

    PS.
    Ohne mich jetzt auf die gleiche Stufe stellen zu wollen: Ich wurde in 2014 von einem Schuldirektor angezeigt wegen oppositioneller Info-Briefe an eine Schulklasse!)

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