Ein Gastbeitrag von A.R. Göhring

Auf Facebook wurde am Freitag umher geschrieben, man solle UNBEDINGT die Kommentare auf der ARD-Seite zur Maischberger-Sendung „Video: Kanzler Kurz: Wunderknabe oder politischer Scharfmacher?“ lesen.

Alexander Wendt meinte zu Maischbergers journalistischem Offenbarungseid treffend:

„…trotz aller Suggestivfragen, Unterbrechungen, Einblendungen gelingt es Sandra Maischberger nicht, Kurz die Maske herunterzureißen und festzustellen, dass er eigentlich Strache heißt, die FPÖ führt und <Erbe der Nationalsozialisten> ist“.

Kommentare lesen, das lässt sich der kleine medienkritische und halb-ostdeutsche Journalist nicht zwei mal schreiben. Und siehe da: Auf sage und schreibe 187 Seiten mit je etwa drei Kommentaren erntet Sandra M. einen Schittsturm, der sich gewaschen hat.

Also völlig normal für die ARD („DDR1“ in Kreisen gelernter DDR-Bürger) im Jahre drei vom Merkels kleinem Staatstreich. Wenn man bedenkt, dass die Kommentare freigeschaltet werden müssen, ist die Menge doppelt erstaunlich.

Wie viele Wortmeldungen mögen wegen Haßrassismusblablatamtam gelöscht worden sein? Und wenn das nur konzertiert agierende AfD-Fans waren, wieso käme das linke Juste milieu nicht darauf, es gleich zu tun?

Gucken selbst die sich das nervige Nazi-Hexenjagd-TV nicht mehr an? Böse Journalisten außerhalb von GEZ und Quali-Zeitungen wie ich gucken Maischberger& Co. meist auch nur noch, um amüsiert mit anzusehen, wie die millionenschweren Spitzenjournalisten um Sandra, Anne, Maybrit, Caren und Marietta den Niveau-Limbo machen.

So klingen denn auch die Kommentare der Zuseher. Kostproben:

„Peinliche Maischberger-Entgleisung im ARD! Eine „Moderatorin“, die auf niveau- und respektlose Art versucht, einen demokratisch bestellten Bundeskanzler eines Nachbarlandes zu diskreditieren, indem sie ihn dem deutschen Publikum als Studienabbrecher und politischen Opportunisten verkaufen möchte, ist für einen öffentlich-rechtlichen Sender nicht länger tragbar. Das war kein Interview, sondern eine arrogante Tirade von nicht einmal die Privatsphäre eines Regierungschefs respektierenden Sagern und Fragen (Nachholen von Prüfungen? Arbeitslosigkeit des Vaters, Freundin und Hochzeit, holprige Grammatik…). Sandra Maischberger hätte aus ihrer eigenen Biographie lernen können! Nur der Souveränität und Geduld dieses jungen Staatsmannes ist es zu verdanken, dass durch Maischberger und Trittin – als eingeladenen Sparringpartner – diese ungeheuerliche Sendung nicht in einen Eklat mündete.“

„Offensichtlich ist das, was in der Sendung ablief, der neue politische Stil bei der Öffentlich-Rechtlichen“. Heute Morgen (19.01.) wurde in der Presseschau im ZDF der demokratisch gewählte US-Präsident Donald Trump als Lügner und Idiot bezeichnet. Leute, die nicht ins Weltbild uns Journalisten passen, scheinen wohl von einigen der Zunft diffamiert werden zu müssen. Ich frage mich, wo bleibt der journalistische Auftrag zu einer umfassenden und neutralen Berichterstattung, wie es in Ihrem Kodex drin steht? Ich bin täglich nur noch entsetzt.“

„Tja, was soll man dazu sagen? Unsere Gesprächskultur im Jahre 2018. Geprägt von so unheimlich wichtigen Themen wie Familiärem; der ersten großen Liebe; wo man einkauft; wer man gerne wäre, wäre man nicht wer man ist und was man isst usw. Jüngst eben die brennend wichtigen Fragen bei Maischberger an den europäischen Staatsmann Sebastian Kurz, ganz im Gleichklang zu angeführter Tonleiter. Damit läuft Frau Maischberger bunten Käseblättern den Rang ab. Man bekommt ja nicht alle Tage einen Bundeskanzler vor die Kamera, schon zweimal nicht in dieser angespannten Zeit, aber zu dem Gast Sebastian Kurz fallen der namhaften Moderatorin Maischberger nur Fragen ein, mit denen man bestenfalls einen Schlagerfuzzi nervt.“

„Frau Maischberger, Sie haben mit Ihrem unangemessenen Verhalten dem Ansehen Ihres Landes geschadet. Das färbt auch auf uns andere ab. Was bilden Sie sich eigentlich ein? Halten Sie sich für eine übergeordnete Instanz? Ich staune. Bei Ihrem Gast handelte es sich um den Bundeskanzler der geschätzten Nachbarn – und nicht um den vorbestraften Bewerber für ein Putz-Praktikum. Ihre Zuschauer hätten sich über ein pfiffiges Interview gefreut, da sehr interessant gewesen wäre, was Ihr Gast zu sagen gehabt hätte, wenn er hätte sprechen dürfen, was Sie ja unterbunden haben. So konnte man sich nur fremdschämen und nebenbei seine gute B-Note unter diesen Umständen bemerken.“

„Inquisitorisches Interview. Ein unglaublich arrogant geführtes Gespräch mit einem Bundeskanzler für das man sich nur schämen kann. Insbesondere die Bemerkung “grammatikalisch falsch….” der Oberlehrerin Maischberger sowie zum fehlenden Studienabschluss des Bundeskanzlers waren zum Fremdschämen. Gab es schon einmal Fragen von Ihr oder anderen “Talkmastern” zu den Grünen Roth, KGE oder Cohn-Bendit u.a. zu deren Abschlüssen?“

Nebenbei: Ich habe gar nicht groß sortiert, sondern einfach die gerade aktuellsten Kommentare kopiert. Schauen Sie auch einmal herein, lieber Leser. Schnell, bevor es gelöscht wird. Ist ja auch peinlich …

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