Ein Gastbeitrag von Felizitas Küble

Unser Freund und Mitstreiter Pastor Fouad Adel ist am vergangenen Dienstag, dem 16. Januar, im Alter von 62 Jahren im Krankenhaus verstorben.

Der evangelische Prediger und Islamexperte, der zunächst bis 1991 als koptischer Priester in Ägypten und im Sudan tätig war, wird heute beerdigt.

Er warnte in Deutschland vor der islamischen Gefahr auch für den Westen, zumal er den Islam im Nordsudan (wo Christen jahrzehntelang von rabiaten Muslimen blutig verfolgt wurden) hautnah kennen lernte. Zugleich hatte er im Westsudan in den Al-Buba-Bergen gewirkt und dort unter den schwarzen Stämmen viele Heiden und Muslime zu Christus geführt. Das war sehr riskant und geschah unter Diktator Numeri, der 1983 die islamische Scharia einführte.

Ausgerechnet hier in Deutschland wurde der Pastor dann von linksextremen Randalierern übel diffamiert und als „Nazi“ beleidigt, obwohl er aus dem Ausland kam. Zudem mussten er und seine Familie Todesdrohungen von gegnerischer Seite erleben.

Gleichwohl unterschied der Geistliche im wahrhaft christlichen Geist zwischen dem Islam an sich und den Muslimen als Menschen, denen wir mit Nächstenliebe begegnen sollen, wie er immer wieder betonte. Er wirkte gemäß dem alten christlichen Grundsatz: Hasse den Irrtum, aber liebe den Irrenden! 

Nachdem der Pastor aufgrund der Verfolgung im Nordsudan 1991 nach Deutschland gelangte, setzte er sich vor allem für Christen aus arabischen Ländern ein, die hier leben. Er reiste in nahöstliche Länder und half den unterdrückten Glaubensgeschwistern tatkräftig. Dabei beherzigte er den Rat des hl. Paulus: „Helft allen Menschen, besonders aber des Glaubens Genossen.“

Im Jahr 2001 erhielt er die deutsche Staatsbürgerschaft. Arabisch ist die Muttersprache des 1955 im Khartum (Sudan) geborenen Geistlichen. Daher kannte er sich im Koran bestens aus. Zugleich erläuterte der Pastor in seinen Schriften die Fundamente des christlichen Glaubens und bat um mehr Solidarität mit verfolgten Christen in aller Welt.

Er trat manchmal gemeinsam mit der bekannten syrisch-orthodoxen Ordensfrau Hatune Dogan bei Veranstaltungen auf.

Ich habe Pastor Adel vor einigen Jahren unsere schöne Stadt Münster gezeigt, worüber er sich sehr gefreut hat. Er hielt danach einen Vortrag vor dem katholischen Kardinal-von-Galen-Kreis und klärte kenntnisreich und anschaulich über Koran und Islam auf.

Unsere Anteilnahme gilt seiner Familie und seinen Freunden in aller Welt. Möge der Ewige ihm die „Krone der Gerechtigkeit“ zuteil werden lassen und immerwährende Freude in seinem Reich schenken.

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Erstveröffentlichung: CHRISTLICHES FORUM