Eine Polemik von Herwig Schafberg

In Erinnerung an den Tag im Jahre 1945, an dem Auschwitz durch die Russen befreit wurde, gilt im Deutschland von heute der 27. Januar als Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus.

Von den 15.000 deutschen Juden, die den Völkermord überlebt hatten, wanderten viele nach Palästina und in andere Länder aus. Das taten auch die meisten der 350.000 Juden aus Osteuropa, die den Genozid überlebt hatten und zunächst in Nachkriegsdeutschland untergebracht waren. Viele von ihnen blieben und begegneten hier weiter Aversionen, als ob manche Deutsche ihnen übel nahmen, daß sie vor der Vergasung bewahrt worden waren.

Zu judenfeindlichen Übergriffen gehörte beispielsweise die Schändung jüdischer Friedhöfe, die in den fünfziger Jahren den damaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer bewog, sich in einer Radioansprache an die Bürger dieses Landes zu wenden und ihnen im Umgang mit den Schändern zu empfehlen:

„Wenn Sie solche Lümmel auf frischer Tat ertappen, dann geben Sie ihnen am besten gleich an Ort und Stelle eine Tracht Prügel; denn das ist die Strafe, die sie verdient haben.“

Und Adenauer fügte hinzu:

„Meinen jüdischen Mitbürgern sage ich, daß die gesamte Staatsmacht hinter ihnen steht!“

Wo steht die deutsche Staatsmacht heute?

Araber haben ein historisch anders belastetes Verhältnis zum Judentum als Deutsche. Ihr Verhältnis wird durch den Streit mit den Israelis um Palästina geprägt. Wenn dieser Streit zu Massenkundgebungen auf den Straßen unserer Städte führte, begnügten viele Demonstranten aus den Reihen arabischer Einwanderer sich nicht damit, gegen Israel zu protestieren, sondern verlangten blutrünstig „Tod den Juden“, als ob unsere jüdischen Mitbürger für die Politik des Staates Israel mitverantwortlich wären. Und manche Mitläufer entblödeten sich nicht einmal, „Hamas – Hamas – Juden in das Gas“ zu skandieren. Solange solche Schreihälse in der Masse mitlaufen, haben sie vermutlich noch weniger Verantwortungsbewußtsein als sonst.

Doch es kam noch toller: Als arabische sowie türkische Demonstranten am 9. Januar 2009 in den Straßen von Duisburg an einem Haus vorbeikamen, aus dem eine Israel-Flagge hing, löste der Anblick dieser Flagge eine Massenhysterie aus. Aus der Masse wurde nach Adolf Hitler gerufen und der wild gewordene Mob drohte, das Haus zu stürmen.

„Gefährlich ist´s, den Leu zu wecken, verderblich ist des Tigers Zahn, doch der Schrecklichste der Schrecken das ist der Mensch in seinem Wahn“, heißt es dazu passend im Lied von der Glocke, das Friedrich Schiller unter dem Eindruck dichtete, den der Straßenterror des Pariser Pöbels während der Französischen Revolution bei ihm hinterlassen hatte. Zur erfolgreichen Terrorbekämpfung bedurfte es damals eines Napoleon Bonaparte, der nicht bloß in offener Feldschlacht zu siegen verstand, sondern auch bei Straßenkämpfen in Paris, in deren Verlauf er die aufmüpfige Kanaille zusammenkartätschen ließ.

Daß die Kanaille in Duisburg am Ende auf die Erstürmung des Hauses verzichtete, lag an den Polizisten, die aber nicht – Adenauers Empfehlung folgend – die gewaltbereiten Lümmel verprügelten, sondern selber das Haus stürmten, die Tür zu der in Betracht kommenden Wohnung aufbrachen und unter dem Triumphgeschrei der wutbebenden Massenmenschen die Flagge vom Fenster nahmen. So wie viele ihrer Kollegen 1933 nach der nationalsozialistischen Machtübernahme zu Bütteln der SA geworden waren, wurden hier deutsche Polizisten zu Handlangern des Mobs, statt die Herrschaft über die Straße denen zu entreißen, die kaum sich selbst zu beherrschen wußten. Die Polizeiführung hielt das für eine Deeskalation, ich hingegen für eine Kapitulation!

“Oh judgement, thou art fled to brutish beasts and men have lost their reason”, ließ William Shakespeare seinen Marcus Antonius in Julius Cesar sagen. Das fiel mir ein, als ich an die Raserei des Duisburger Straßenpöbels sowie an die perverse Logik dachte, mit der die dortige Polizei ihr Verhalten damit zu rechtfertigen versuchte, daß der jüdische Wohnungsbesitzer mit seiner Beflaggung den Pöbel provoziert hätte. Das heißt mit anderen Worten: Der Jude war schuld, daß die anderen ihre Contenance verloren hatten.

Juden als Sündenbock?

Es gibt ja nicht nur bei uns, sondern auch im Orient eine jederzeit mobilisierbare Masse an Menschen, die zum Kampf gegen Israel aufgehetzt wird. Zu den Hetzern gehört insbesondere das iranische Mullahregime, das seit langem mit der Zerschlagung des „zionistischen Regimes“ – des Staates Israel – droht und den „al-Quds-Tag“ initiierte, an dem jedes Jahr weltweit und also auch bei uns ungeniert Massendemonstrationen zur „Befreiung von al-Quds“ (Jerusalem) veranstaltet werden.

Als sei das Judentum für die Rolle des ewigen Sündenbocks bestimmt, lassen antizionistische Hetzer kaum eine Gelegenheit aus, um den Zionisten und somit den Juden Böses zu unterstellen, indem sie hinter sämtlichen Attentaten, Kriegen und Revolutionen zionistische Kräfte vermuten und im besonderen davon ausgehen, daß diese die Moral der islamischen Nation sowie Religion untergraben wollten. In iranischen Medien wurde sogar das Gerücht verbreitet, John Lennon`s Friedenslied „Imagine“ wäre ein zionistisches Machwerk, mit dem die Wehrkraft der Muslime zersetzt werden sollte, und Harry Potter ein Zauberer, den Zionisten erfunden hätten, um muslimische Kinder vom „rechten Glauben“ abzubringen. Es sind halt nicht nur europäische und amerikanische Antisemiten, sondern auch orientalische Muslime, in deren Wahnvorstellungen Juden an allem schuld sein sollen.

Judenfeindliche Propaganda gibt es auch in türkischen und arabischen Medien, die ebenso wie einige Moscheen bei uns Quellen der negativen Beeinflussung hier eingewandeter Türken, Araber sowie anderer Muslime sind. „Die Juden sind schuld“ lautet bezeichnenderweise der Haupttitel einer Studie über „Antisemitismus in der Einwanderungsgesellschaft am Beispiel muslimisch sozialisierter Milieus“, die im Auftrag der Amadeu-Antonio-Stiftung erstellt worden war. Was ich 2005 bei der Präsentation dieser Studie von der Stiftungsvorsitzenden Anetta Kahane sowie vom Grünensprecher Cem Özdemir hörte und auch in der Broschüre las, war für mich nicht neu; denn über die dort dargestellten Probleme war manches schon viel früher berichtet worden.

Ein Junge namens Ayre beispielsweise war 1991 auf offener Straße in seinem Berliner Wohnbezirk Wedding von zehn arabischen Jugendlichen mißhandelt worden.

„Jude, mach dein dreckiges Maul auf,“

herrschten sie ihn an, stopften ihm Erdbeeren in den Mund und befahlen: „Friß, Jude, friß!“ Als er die Erdbeeren ausspuckte, schlugen sie ihn.

Das ist nur ein Beispiel für die vielen Mißhandlungen, die junge Juden schon damals von seiten deutscher, in zunehmendem Maße jedoch arabischer sowie anderer muslimischer Jugendlicher erfuhren. Und daran hat sich bis heute nichts geändert, wie auch der deutsch-französische Modeschöpfer Karl Lagerfeld vor kurzem mit Blick auf die Einwanderungspolitik der Bundesregierung befürchtete:

„Selbst wenn Jahrzehnte dazwischen liegen, kann man nicht Millionen Juden töten und später dann Millionen ihrer schlimmsten Feinde holen.“

Lagerfeld dachte vermutlich an Immigranten aus Syrien und anderen Ländern, von denen die meisten mit offen propagiertem Haß auf Juden aufgewachsen sind. Seine Befürchtungen mögen übertrieben sein, verdienen es jedoch, ernst genommen zu werden, wie Kahane und Özdemir nach ihren eigenen Erkenntnissen bestätigen könnten. Zu einer sachlich angemessenen Auseinandersetzung kam es allerdings ebenso wenig wie in anderen Fällen.

Stattdessen wurde Lagerfeld in Frankreich wegen „Volksverhetzung“ angezeigt und in Deutschland verstieg der Moderator eines öffentlich-rechtlichen Nachrichtensenders sich zu dem Hinweis, daß der Modeschöpfer für eine jüdische Firma tätig wäre, als ob er suggerieren wollte, Lagerfeld hätte sich als Agent des „Judentums“ zu Wort gemeldet. Was war denn hier gehetzt: Lagerfelds Übertreibung oder die Entgegnung, mit welcher der Moderator sich im ähnlichen Duktus äußerte wie nationalsozialistische Agitatoren mit ihrer judenfeindlichen Propaganda?

Sorgen macht mir jedenfalls nicht der Einfluß von „jüdischem“ Kapital, sondern der milliardenfache Geldstrom aus Saudi-Arabien, Katar und anderen Staaten des Orients, der zum Kauf von europäischen Firmen sowie Vereinen und zu Spenden für Universitäten sowie andere meinungsbildende Institutionen verwendet wird, aber auch für Moscheen, in denen zur Bekämpfung von „Ungläubigen“ und speziell von Juden aufgehetzt wird.

Wann ist die Schmerzgrenze erreicht?

Wir waren kürzlich erneut Zeugen, wie aufgehetzte Araber, Türken sowie andere Muslime die amerikanische Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels zum Anlaß nahmen, um nicht bloß gegen die USA sowie gegen Israel zu demonstrieren, sondern ein weiteres Mal unüberhörbar „Tod den Juden“ zu kreischen.

Und sie können sich solche volksverhetzende Agitation immer wieder leisten, weil sie sich in der Masse unangreifbar fühlen und in diesem Gefühl auch noch bestärkt werden durch die Passivität von uniformierten Vertretern der Staatsmacht, die solche Demonstrationen begleiten und in einem Falle den Demonstranten sogar den Lautsprecherwagen der Polizei für die Agitation zur Verfügung stellten.

Wie Niccolo Machiavelli lehrte, muß man die erforderlichen Grausamkeiten am Anfang begehen, wenn man Schlimmeres verhindern will. Doch die politisch Verantwortlichen in unserem Lande waren nicht zu belehren, sondern nehmen schon lange Schlimmeres in Kauf. Was Israelgegner aus muslimisch sozialisierten Milieus beispielsweise im Januar 2009 während der oben genannten Proteste gegen die israelische Politik an Judenhaß demonstrierten, müßten „wir bis an die Schmerzgrenze“ ertragen, meinte die damalige Bundesjustizministerin Brigitte Zypries zur Begründung für die Zurückhaltung der deutschen Staatsmacht. Sind „wir“ es, Frau Ministerin, oder sind es nicht in Wahrheit unsere jüdischen Mitbürger, die diese Feindschaft „bis an die Schmerzgrenze“ ertragen sollen? Wann – bitte schön – ist denn diese „Schmerzgrenze“ erreicht und was soll dann passieren?

„Jude“ ist ein Schimpfwort, das von Jugendlichen aus diesen Milieus gerne verwendet wird. „Das ist ein Jude“, sagte beispielsweise ein Schuljunge aus ihren Reihen, als er nach seinem Verhältnis zu einem ganz bestimmten Lehrer gefragt wurde. Der Lehrer war zwar nicht jüdisch, hatte aber Leistungen des Schülers negativ bewertet. Anstatt sich selbstkritisch zu fragen, ob er vielleicht zu dumm oder zu faul wäre, suchte der Junge die Schuld für seine Leistungsmängel beim Lehrer, den er in der Logik seiner Ressentiments zum „Juden“ erklärte.

Schlimmer trifft es Schüler, die wirklich Juden sind. Vor einiger Zeit ging in Berlin wieder ein Schüler jüdischer Herkunft von einer Schule ab, weil seine „Schmerzgrenze“ erreicht war und er den Judenhaß einiger Mitschüler aus muslimisch sozialisierten Milieus nicht länger ertragen konnte. An einer anderen Berliner Schule ist ein jüdischer Schüler schon seit Jahren davon befreit, die Unterrichtspausen auf dem Schulhof zu verbringen, weil die Schulleitung – eine Vertretung der Staatsmacht – den Jungen nicht vor judenfeindlichen Mitschülern schützen kann oder will. Bei der „Befreiung“ dieses Jungen handelt es sich also nicht etwa um ein Privileg, sondern um eine Kapitulation des Rechtsstaates wie beim Sturm auf ein Haus in Duisburg und bei anderen Gelegenheiten.

Das sind nur einige von vielen tausend Fällen, in denen Juden auf dem Schulhof, auf dem Sportplatz oder auf der Straße Opfer verbaler, aber auch körperlicher Gewalt wurden. Mancher wurde sogar – auf sich allein gestellt – von mehreren jungen Arabern oder Türken zugleich verprügelt. Schon allein deswegen klingt es wie ein Scherz voller bitteren Hohns, wenn Gruppen junger arabischer sowie türkischer Demonstranten bei Protestmärschen gegen Israel skandieren:

„Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein!“

In Schillers Lied von der Glocke heißt es: „Da werden Weiber zu Hyänen und treiben mit Entsetzen Scherz, noch zuckend mit des Panthers Zähnen zerreißen sie des Feindes Herz.“ Ist es vielleicht das „Weibische“ in solchen Männern, das sie in Massen zur hysterischen Raserei treibt und nicht hinter ihrem Machogehabe verborgen bleibt? Man müßte dringend solche Rasenden zur Räson bringen, soweit man sich ihrer nicht mehr durch Abschiebung oder Ausweisung entledigen kann!

Judenfeindliches Gesindel gibt es allerdings nicht bloß unter Arabern, Türken sowie anderen Muslimen, sondern auch unter Deutschen, die man bedauerlicherweise nicht los wird. Sie trauen sich zwar vergleichsweise selten, offen zur Tötung von Juden aufzurufen wie historisch nicht so stark belastete Einwanderer; aber mancher kann es nicht lassen. Daß zum „Deutschsein“ eine besondere Verantwortung für Juden gehöre, wie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hervorhob, kam einem alten Deutschen vermutlich nicht in den Sinn, als er kürzlich den Wirt eines israelischen Lokals in Berlin-Schöneberg anschrie, daß die Juden in Deutschland auch „nach 1945“ weiterhin unerwünscht, in „Palästina“ jedoch ebenfalls nur „Gast“ wären, und diese völlig ungeniert aufforderte, „alle zurück in Eure blöde Gaskammer“ zu gehen; denn „keiner will euch hier!“

Kaum war das Böse in seiner Banalität über die Lippen gekommen, zeigten Vertreter der Medien sowie der Politik professionell Empörung. Nach den judenfeindlichen Ausschreitungen, zu denen es einige Tage zuvor bei Protesten von arabischen sowie türkischen Massenmenschen gegen die Anerkennung Jerusalems gekommen war, hatte es länger gedauert. Hatte man sich in den Redaktionsstuben und Amtszimmern erst einmal überlegt, ob man im Falle von „jungen Wilden“ aus dem Orient Nachsicht walten lassen könnte, die jedoch einem wild gewordenen Altdeutschen nicht zugestanden werden dürfte?

Auf eine Anfrage gab die Redaktion von ARD-Aktuell zur Antwort:

„Natürlich kann man im Nachhinein fragen, warum wir nicht schon früher berichtet haben. Uns erschien es aber bei diesem Thema gerade wichtig zu sein, politische Stellungnahmen einzubinden.“

Und die schienen nach den Protesten gegen die Anerkennung auf sich warten zu lassen. Wie wäre es, wenn Journalisten nicht Verlautbarungen von Politikern abwarteten, sondern mit kritischen Fragen auf diese zugingen? Doch die Redakteure, die nicht ohne politische Stellungnahmen berichten wollten, gehören möglicherweise zu den Zeitgenossen, die der Psychoanalytiker Hans-Joachim Maaz wegen ihrer suchtverdächtigen Neigung zum überkorrekten sowie überkonformen Verhalten für „Normopathen“ hält.

Nachdem es im Jahre 2000 einen Brandanschlag auf eine Synagoge in Düsseldorf gegeben hatte, verkündete der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder:

„Wir brauchen einen Aufstand der Anständigen. Wegschauen ist nicht mehr erlaubt.“

Daraufhin wurden „Aktionspläne“ geschmiedet und Lichterketten sowie Demonstrationen organisiert. Es stellte sich aber heraus, daß es sich bei den Attentätern nicht um deutsche Antisemiten handelte, wie man zunächst vermutet hatte, sondern um arabische Judenhasser. Die konnte – und kann man bis heute – wohl nicht so gut wie „Nazis“ für antirassistische Feindbilder bei geplanten Aktionen „gegen rechts“ verwenden.

Aus Sorge, man könnte sie sonst selber für „Rassisten“ oder „Rechtspopulisten“ halten, schauten und schauen „Normopathen“ in Politik, Medien und weiteren mainstreamlinienförmig aufgestellten Gesellschaftsgruppen nach wie vor gerne weg, wenn es um Juden- oder andere gruppenspezifische Feindlichkeit in muslimisch sozialisierten Milieus geht, und halten ihre Ignoranz für Toleranz. Und wenn sich die eine oder andere Verhaltensauffälligkeit in diesen Milieus doch nicht ignorieren läßt, folgen den mahnenden Worten so gut wie keine durchgreifenden Taten. Manche Politiker haben halt „keinen Saft in den Hoden“, wie der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt maulte. Wenn sie kommen, ist es nur heiße Luft, die sich zu Sprechblasen formt, die wiederum wirkungslos zerplatzen.

Wohin mit den Juden?

Der oben erwähnte Ayre, dem Araber fast zehn Jahre zuvor den Mund gestopft und Ohrfeigen versetzt hatten, weil er Jude war, mochte die zunehmende Judenfeindlichkeit in Deutschland nicht mehr ertragen.

„Jude, verpiß dich aus unserem Bezirk,“

hatten die übergriffigen Araber ihn aufgefordert, als ob der Wedding damals schon eine arabische Kolonie in der deutschen Hauptstadt werden sollte. Kurz nachdem Bundeskanzler Schröder zum „Aufstand der Anständigen“ geblasen, dabei aber die Backen zu voll genommen hatte, war die „Schmerzgrenze“ überschritten und Ayre wanderte 2001 nach Israel aus.

Hatten ihre Liebes- und Bestätigungsmängel am Rande der deutschen Mehrheitsgesellschaft dazu beigetragen, daß die genannten Araber aus dem Wedding, aber auch andere junge Männer aus muslimisch sozialisierten Milieus damit begannen, sich in ihren Wohnquartieren wie „Herren“ aufzuführen, um sich für erlittene Schmach zu rächen und sich dafür Juden als Sündenbock auszusuchen? Wenn man erlebt, wie ungeniert sich Judenhaß in Deutschland ebenso wie in anderen europäischen Ländern ausgebreitet und verbale sowie körperliche Gewalt zugenommen hat, ist es nicht verwunderlich, daß jüdische Mitbürger sich in Europa immer unsicherer fühlen.

„Vor Antisemitismus ist man nur noch auf dem Mond sicher,“ schrieb einst Hannah Arendt – oder halt in Israel, wie viele Juden hoffen, die dorthin auswandern. Neben Frankreich mit seinen vielen tödlichen Attentaten auf jüdische Männer, Frauen und sogar Kinder sind es vor allem Länder wie Belgien und Schweden, in denen die Judenfeindlichkeit seit der Masseneinwanderung orientalischer Muslime lebensbedrohende Ausmaße an- und der jüdische Exodus nach Israel demgemäß zugenommen hat.

Daß junge Araber und Türken sich auf den Straßen europäischer Städte teilweise im Kolonialherrenstil aufführen und keine Juden in ihrer Nachbarschaft dulden wollen, mit ihren Aggressionen jedoch immer mehr europäische Juden zur Auswanderung nach Israel treiben und insofern ausgerechnet in ein Land, das diese Unduldsamen ebenfalls möglichst „judenfrei“ haben wollen, ist eine Einsicht, die ihnen wohl ebenso schwer zu vermitteln ist wie dem weiter oben zitierten altdeutschen Wüterich vor dem israelischen Lokal in Schöneberg. Narzißtisch, wie viele von ihnen sind, gefallen sie sich in ihrem „Holocaustneid“ und beanspruchen mit dem Hochmut eines Gekränkten für sich einen ranghohen Opferstatus, den sie den Holocaustüberlebenden streitig machen.

Bedenkt man, wie schwer viele von ihnen den Juden das Leben bei uns sowie in den Nachbarländern machen, entbehrt es nicht der Chuzpe, daß viele Araber sowie andere Antizionisten die „Rückkehr“ aller Juden aus Israel nach Europa fordern. Das wollte auch ein entfernter Bekannter aus Marokko:

„Alle diese Juden in Palästina wurden dort nicht geboren. Sie sollen machen, daß sie dorthin gehen, wo sie herkamen.“

Doch sein Sohn war reflektionsfähiger und wies den Alten darauf hin, daß man mit der gleichen Logik ebenso die Rückkehr aller in Europa lebenden Araber, Türken und anderen Muslime in deren Herkunftsländer fordern könnte.

Die Einwohner von Marokko sowie von anderen arabischen Ländern wären vermutlich weder von der Rückkehr ihrer nach Europa ausgewanderten Landsleute begeistert noch von der Immigration sämtlicher Juden, deren Vorfahren von dort nach Israel emigriert waren; denn abgesehen davon, daß viele Juden schon lange vor der Gründung des Staates Israel in Palästina geboren waren, stammen auch die später dort Eingewanderten längst nicht alle aus europäischen Ländern, sondern zu einem großen Teil aus Marokko, Jemen, Irak und anderen arabischen Ländern, aus denen sie – mehr oder weniger zwangsweise – in den neugegründeten Staat Israel ausgewandert waren. Es handelte sich schätzungsweise um insgesamt rund 800.000 sephardische sowie andere orientalische Juden. Und das sind weit mehr als all die aschkenasischen Juden, die in Europa den Holocaust überlebt hatten und dann nach Palästina beziehungsweise Israel emigriert waren.

Schlußfolgerungen

Antizionisten sowie Antisemiten gleich welcher Herkunft, Religion oder Weltanschauung wären gut beraten, wenn sie nicht so vorlaut und bedenkenlos, sondern nachdenklicher und rücksichtsvoller wären.

Solange davon wenig zu merken ist, fühle ich mich in meinem Vorurteil bestätigt, daß Judenfeindlichkeit eine Attitüde der Mißgunst sowie Gehässigkeit von Dummköpfen und Halunken gleich welcher Herkunft, Religion oder Weltanschauung ist, die sich meiner wohldosierten Verachtung gewiß sein dürfen.

Und wohldosiert ist meine Verachtung insofern, als sie nicht Menschen als Ganzes betrifft, sondern nur bestimmte Eigenschaften und Verhaltensweisen. Meine Geringschätzung schließt also nicht aus, daß auch an Antizionisten sowie Antisemiten manches schätzenswert sein kann, wie ich nicht zuletzt aus Erfahrung in meinem Nazi-Elternhaus weiß.

Dennoch würde ich Menschen, die mit juden-, aber auch schwulen- sowie anderer menschenfeindlicher Attitüde aufgefallen sind, nie als Mitarbeiter einstellen und vermiete ihnen ebenso wenig eine Wohnung in einem meiner Häusern.

Mögen solche Verhaltensauffälligen froh sein, daß ich wenigstens nicht die Macht im Staate habe – weder jetzt noch in Zukunft, obwohl ich noch gar nicht so alt bin wie Konrad Adenauer, als er mit 73 Jahren Bundeskanzler wurde. Und er hatte selbst als greiser Staatsmann noch viel „Saft in den Hoden!“

**

schafbergZum Autor: Herwig Schafberg ist Historiker, war im Laufe seines beruflichen Werdegangs sowohl in der Balkanforschung als auch im Archiv- und Museumswesen des Landes Berlin tätig, arbeitet seit dem Eintritt in den Ruhestand als freier Autor und ist besonders an historischen sowie politischen Themen interessiert.

Sein letztes Buch erschien bei BoD unter dem Titel „Weltreise auf den Spuren von Entdeckern, Einwanderern und Eroberern“ (ISBN 978-3-7412-4491-9) –

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34 Kommentare

  1. Primitive Propaganda, Schuld haben immer die Anderen. Ich bin stolz auf die Tatsache, dass mein Staat endlich aus der Geschichte gelernt und sich bei seinen Opfern (insbesondere raus der NS-Zeit) entschuldigt hat (z.B. Kniefall Brandts in Polen) und wir Wiedergut-machung versucht und unseren Opfern Denkmälern errichtet haben. Das ist heute fast weltweit noch eine Ausnahme, aber besonders ehrbar. Herausragend primitiv ist dabei der Antisemitismus, der für Alles den Juden die Schuld gibt. Ein kleines, starkes Volk sowohl im Glauben als auch in seiner kulturellen Leistung. Die Hetzer, die die eigene Vergangenheit durch Verbergen und Weglügen glorifizieren wollen, konservieren vor allem ihren Hass und damit den Unfrieden. Da sie unfähig zur Versöhnung und zur Zusammenarbeit mit ihren „Feinden“ sind, bleiben sie geistig, kulturell und auch wirtschaftlich auf niedriger Stufe stehen.

  2. Ist schon schlimm, daß sich auch hier richtige Antisemiten austoben können.

    Zum Kol Nidre;

    Eigentlich ist Kol Nidre ein Widerruf aller persönlichen Gelübde, Eide und Versprechungen gegenüber Gott, die unwissentlich oder unüberlegt abgelegt wurden. Grundsätzlich soll der Gläubige nach Deuteronomium 23,23 EU von Gelübden absehen. Vers 24 EU verpflichtet, Ausgesprochenes auch einzuhalten. Ein wissentlich vor Gott gesprochener Eid hat also auch weiterhin Gültigkeit. Trotzdem war das Kol Nidre ein beliebtes Ziel für antisemitische Interpretationen. Die Ansicht, der jüdische Glaube erlaube mit dem Kol Nidre zum Beispiel einen Meineid vor Gericht oder durch dieses Gebet würden alle Verträge zwischen Juden und Nichtjuden für ungültig erklärt, ist falsch.

    Und die Chasaren Kacke ist auch längst widerlegt, mehr als die Hälfte der Juden in Israel stammen heute aus dem arabischen Raum, nämlich die iranischen, irakischen und syrischen Mizrachim, die von dort vertrieben wurden.

    Auch hier bewahrheitet sich das Zitat von Mark Twain über Lügen:
    Eine Lüge ist bereits dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe anzieht.

    1.) Die Chasarentheorie gilt in der Geschichtswissenschaft als „äußerst fragwürdig“. Heute wird sie vor allem von Antisemiten wie der Christian-Identity-Bewegung oder dem rechtsesoterischen Verschwörungstheoretiker David Icke verbreitet, weil sie erlaubt, zwischen vermeintlich „guten“ und „bösen“ Juden, nämlich den angeblich von den Israeliten abstammenden Sephardim und den chasarischen, also eigentlich kaukasischen Aschkenasim zu unterscheiden. Mehrere wissenschaftliche Studien über die genetische Abstammung und Entwicklung der heute lebenden Juden kommen indes zu dem Schluss, dass heutige Juden viele Gene von einer ursprünglichen jüdischen Bevölkerungsgruppe geerbt haben, die vor rund 3000 Jahren in dem als Levante bezeichneten östlichen Mittelmeerraum lebte

    2.) Die Aschkenasen, also die aus mittel-, nord- und osteuropäische Juden und ihre Nachfahren bestehen, sind zwar die größte Gruppe im heutigen Judentum, aber nicht als Einwohner von Israel.

    3.) Der Lackmustest ist ganz einfach, verbreite ich Wahrheiten oder antisemitische Lügen.

    Es gibt viele Menschen, die hassen, weil sie jemanden brauchen, der von ihrem eigenen Frust ablenkt, denn es kann der beste Mensch nicht in Frieden leben, wenn es dem neidischen Nachbarn nicht gefällt.

    • @Zahal

      Auf manche Diskussionen darf man sich gar nicht einlassen, weil sie nur zum Vernebeln gedacht sind und das Endergebnis von vornherein feststeht. Alles vergeudete Energie. Meiner Ansicht nach befinden wir uns global in einer Situation, wo einzig Stärke respektiert wird und einzig Stärke den Selbsterhalt sicherstellt. Es ist unerheblich, ob man im Recht ist, oder nicht, denn was Recht ist und was nicht, ist je nach kulturellem Background und je nach Ort, an dem man sich gerade befindet, etwas völlig anderes. Das Recht des anderen darf nicht zum Maßstab für einen selbst werden, denn damit gibt man sich und seine eigene Kultur auf. Und was das bedeutet, ist in Deutschland gerade wunderbar zu beobachten.

      • @Ralf Pöhling,

        es geht auch nicht um eine Diskussion, die ist in der Tat bei manchen einfach Perlen vor die @äue, aber es lesen hier auch viele mit und nur darum geht es mir, um an den gesunden Menschenverstand zu appellieren.

        Gut, daß die Juden Israels ihre Lektion gelernt haben – nie wieder Opfer sein. Angefeindet werden Sie eh dann auch wieder, aber Wurscht, überleben ist besser als vermeintlich Recht haben.

        Anders als hier in Deutschland, wo viele nie wieder Krieg proklamieren und dabei sich selbst auflösen, die Gefahren einfach nicht erkennen und sich dann auch noch als moralisch besser betrachten.

        Überzeugen kann man eh nur Menschen, die über den Tellerrand schauen können, mit Tatsachen überzeugen.

        Mazal tov

      • @Zahal

        Da haben Sie wohl recht. Der zufällige Mitleser wird „keine Antwort“ wohl als eine Art Eingeständnis werten, was sicherlich kontraproduktiv wäre.

        Es ist bezeichnend, dass Israel aus dem II. Weltkrieg offenbar mehr gelernt hat, als Deutschland. Zeigt doch klar auf, dass es bei uns seit jeher mehr um Verdrängung und Symbolpolitik ging, als darum, wirklich zu verstehen, warum das alles überhaupt passiert ist und wieso es so eskalierte. Es wäre sinniger gewesen, nicht permanent nur das Dritte Reich zu thematisieren, sondern vielmehr die Zeit davor, die den Grundstein legte, welcher immer noch im Fundament sitzt.
        Bis heute.

  3. Zitat:“So wie viele ihrer Kollegen 1933 nach der nationalsozialistischen Machtübernahme zu Bütteln der SA geworden waren, wurden hier deutsche Polizisten zu Handlangern des Mobs, statt die Herrschaft über die Straße denen zu entreißen, die kaum sich selbst zu beherrschen wußten. Die Polizeiführung hielt das für eine Deeskalation, ich hingegen für eine Kapitulation!“

    Deeskalation ist niemals angebracht, wenn man dabei seine eigenen Grundsätze und Werte verrät. Man besudelt sich so selbst, kann morgens nicht mehr in den Spiegel schauen, der eigentliche Krawallmacher lernt wegen indirekter Bestätigung seines Tuns nicht dazu und fühlt sich sogar angespornt, noch einen Gang draufzulegen.
    Kurzfristige Deeskalation führt oftmals zu langfristiger Eskalation.
    Wer Mist baut und gegen die Regeln verstößt, dem müssen Grenzen aufgezeigt werden. Und zwar unabhängig davon, ob er die Mehrheit stellt, oder nicht.

    Die Juden sind immer Schuld, weil:
    Sie fleißig sind, nicht expansiv denken, deswegen selten die Mehrheit stellen und Menschen bei Problemen generell den Fehler erst mal bei den anderen suchen und nicht bei sich selbst.
    Und wer dann in der Minderheit ist, der hat immer den schwarzen Peter.
    Man denke einfach mal an die Schlägerei nachts auf dem Weg nach Hause, aufgezwungen durch eine größere Gruppe Besoffener, die ihren aufgestauten Frust über ihr eigenes Lebensversagen bei einer kleineren Gruppe Unbeteiligter abladen möchte.
    Wenn man in so einer Situation nicht die nötige Hardware zum Kräfteausgleich dabei hat, zieht man immer den Kürzeren. Und genau deswegen wird man als Opfer ausgewählt. Denn wer den Frust schiebt, hat natürlich keinerlei Intention, bei einer provozierten Schlägerei dann auch noch zu verlieren.

    Ein Hoch auf die Rüstungs- und Waffenindustrie, die das Potential geschaffen haben, Gerechtigkeit unabhängig der Mehrheitsverhältnisse zu sichern oder wieder herzustellen.

  4. Der Witz ist doch das die meisten die sich heute Palis.nennen(früher eine Beleidigung für jeden Araber)selber Eingewanderte sind.
    Die ersten kamen nachdem Juden Einwaderten und Arbeitsplätze schufen.Dann kamen nach dem Krieg 48 noch mehr weil es von der UNO Geld und Essen gab.Da musste man nur paar km über die Grenze und Schwupps ging es einem besser woe vorher.

    Oh sie glauen es nicht?Selbst ein Hamasminister hat vor einiger Ziet gesagt:Warum hilft Ägypten uns nicht?Die Hälfte von uns sind Ägypter und die anderen…

    Sie können es auch an den Namen sehen.Die Pal. haben Namen wie Der Ägypter,Der LIbanese usw.

    Selbs Arafat war Ägypter mit Ä. Dialekt!

      • Ich glaube, Sie vermischen hier einiges, dieser Jesus hatte vorwiegend für die Juden gelehrt und „sein Vater“ war der G`tt der Juden aus der Thora, was die “ frühen Kirchenväter“ dann daraus gemacht haben, steht auf einem ganz anderen Blatt.

  5. Es waren und sind weder „die“ Deutschen im allgemeinen noch „die“ Juden im besonderen, die Migrationsskeptiker als fremdenfeindlich beschimpften. Es sind einige, während andere von Anfang an zu den Skeptikern gehörten. Ich wüßte auch nicht, wer „den Deutschen“ pauschal „die Folgen der angemahnten ´Fremdenfreundlichkeit`“ vorwirft. Der Verfasser dieser Polemik jedenfalls nicht!

  6. Die Einzigen die sich hier „verpissen“ sollten sind Moslems!
    Alle die, die da auf Bildern mit Schildern zu sehen sind, raus mit dem Dreck.
    Es ist nur der Islam, der soviel Hass am Leben hält, und diesem Hass muß man den Sauerstoff entziehen.
    Soviel Gutes hat Trump noch nicht auf die Reihe bekommen und auch ein paar Fehler gemacht, aber Jerusalem als Hauptstadt anzuerkennen war super.
    Mein Freundin ist Jüdin, und die meisten Verwandten von ihr haben zum Beispiel schon Frankreich verlassen, weil es immer schlimmer wird.
    Daß das Bataclon vorher einen jüdischen Inhaber hatte, ist in der ganzen Berichterstattung auch ziemlich untergegangen. Aber wenn Moslems etwas gut können, dann ist es zu jammern und die Schuld für alles einem anderen in die Schuhe zu schieben.

  7. Bekanntlich hat die Medaille auch immer eine Kehrseite und an einem Streit sind häufig 2 Parteien beteiligt.
    Auch wenn ich mit dem Artikel soweit konform gehe, aber die Briten, die Amis und Israel sind auch keine Unschuldslämmer in Fragen Palästinas.
    Die Briten haben den Juden Land versprochen, auf das sie (die Briten) überhaupt kein Recht hatten, geschweige denn es besaßen.

    • Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein, und das sind ganz bestimmt nicht wir. Es war Krieg damals und das untergehende Osmanische Reich wollte die Zuwanderung von Juden und waren einverstanden. Wenn Sie so denken, dann hat NIEMAND auf der Welt einen Anspruch auf Land, sind doch fast alle heutigen Nationen durch Krieg und Eroberung entstanden oder ja auch aus Niederlagen.

      Übrigens, das Königshaus der Haschemiten, die heute über Jordanien herrschen, kamen aus dem Irak, wer hat denen denn das Land gegeben?

      • @Zahal

        Birobidjan erwähnen Sie natürlich nicht!

        Sie lenken durch billige Polemik davon ab, daß „jemand“ nach 2.000 Jahren von Ferne ankommt, behauptet „das ist mein Land“ und seitdem die Eigentümer und Besitzer (saßen drauf) vertreibt und per Völkermord dezimiert (siehe Definition der UN von „Völkermord“).

        Solche Verbrechen sind nach christlichen Werten nicht akzeptabel!
        Auch nicht nach der damals schon gültigen Haager Landkriegsordnung (alles andere „Recht“ kam erst danach).

        Dabei gab es seit 1922 einen reinen Juden-Staat, der dem jüdischen Volk von den Sowjets geschenkt worden war und den es noch heute gibt: Birobidjan – der erste und legitime Staat des jüdischen Volkes.

      • @Frank

        Zitat:“Sie lenken durch billige Polemik davon ab, daß „jemand“ nach 2.000 Jahren von Ferne ankommt, behauptet „das ist mein Land“ und seitdem die Eigentümer und Besitzer (saßen drauf) vertreibt und per Völkermord dezimiert (siehe Definition der UN von „Völkermord“).“

        Die Völkermordkonvention passt auch auf das, was die islamische Welt gerade mit Europa treibt. 😉 Und wenn ich dran denke, was die Kommunisten bzw. die Sowjets auf 2 Dritteln des gesamten Globus für einen Terror verbreitet und welchen Vernichtungsfeldzug sie gegen das Individuum geführt haben, frage ich mich schon, warum gerade das kleine Israel für etwas kritisiert wird, was die anderen viel „besser“ drauf haben und was in der Geschichte viel größere Auswirkungen nach sich gezogen hat.

  8. Seitens der Deutschen gegenüber der Juden habe ich keine Fremdenfeindlichkei bemerkt. Aber jetzt der Hass der Muslime auf die Juden wird von der Regierung geduldet und die Deutschen werden als Rassisten dargestellt. Ich denke manchmal, dass die Muslime hier kommen, weil sie denken, dass wir immer noch Judenfeindlich sind. Da täuschen sie sich gewaltig wenn sie so denken. Wenn mir ein Glaube näher steht dann ist das das Judentum und nicht der Islam. Mohammedaner sind in das heilige Land mit Gewalt eingedrungen und sind nicht in der Lage andere Religionen zu akzeptieren. Jetzt sind wir hier in Europa dran, sie behandeln uns genau so, weil wir Christen sind und sie wollen die Vorherrschaft ihrer Religion. Das ist die Realität. Und mit gesundem Verstand erkennt das jeder.

  9. Danke Herr Schafberg für diesen gelungenen Artikel.

    Um Übrigen ist dieser Arye jetzt der Militärsprecher Israels und hat diesbezüglich ein gutes Buch geschrieben.

    Seine Familie kam aus dem Iran. Er wuchs in Berlin auf. Er interessierte sich überhaupt nicht für seine Herkunft. Auch regelmäßige Besuche bei Verwandten in Israel änderten daran nichts. Nach dem Umzug in den von muslimischen Zuwanderern geprägten Berliner Stadtteil Wedding änderte sich jedoch alles. Hass auf Israel und die Juden ist an der Tagesordnung. An den Häuserwänden stehen entsprechende Parolen.

    https://www.amazon.de/%C2%BBEin-nasser-besser-trockener-Jude%C2%AB/dp/3423247975

    Zu dem Vorkommentor, Ignaz Bubis ist 1999 gestorben, damals waren andere Zeiten und zu Recht hat er fremdenfeindliche Übergriffe (keine Flüchtlingsheime), die es damals zu Hauf gab, angeprangert.

    Ebenso schwer wog die damalige „Walser-Bubis-Debatte“. Die Friedenspreisrede, die Martin Walser am 11. Oktober 1998 in der Paulskirche hielt und in der er sich gegen die Instrumentalisierung des Holocaust als „Moralkeule“ wandte, verstand Bubis als verklausulierten Wunsch, das Thema abzuhaken. Walser ist im Übrigen der leibliche Vater von Spiegel Herausgeber Augstein………

    Tun Sie nicht so, als wenn der deutsche Judenhass jemals vollständig ausgestorben wäre und ja, der erst kürzlich verstorbene Raph Giordano und Henrik M. Broder sind ebenfalls Juden, die IMMER schon, wie auch sehr viele andere deutsche Juden, die Deutschen gewarnt haben.

    2007 zum Moscheenbau in Köln: Giordano – Man braucht, verdammt noch mal, kein Überlebender des Holocaust zu sein, um mit bürgerlichem Selbstbewusstsein deutschen Diffamierungsversuchen und muslimischer Drohung couragiert die Stirn zu bieten (sage ich, der gerade im Fadenkreuz beider steht).

    Zur nationalen Dimension: Vor uns liegt der Scherbenhaufen einer Immigrationspolitik, die sich zäh geweigert hat, Deutschland zu einem Einwanderungsland zu erklären und es mit den entsprechenden Gesetzen und Regularien auszustatten. Über Jahrzehnte hin gab es deutscherseits nichts als Hilflosigkeit, Konfliktscheue und falsche Toleranz, das ganze Arsenal gutmenschlicher „Umarmer“: verinnerlichte Defensive christlicherseits bei den sogenannten „interreligiösen Dialogen“; verheerende Nachsicht der Justiz bei Straftaten, bis in den Versuch, Teile der Scharia in die deutsche Rechtsprechung einzuspeisen; überängstliches Vorgehen und wehrloses Wegschauen von Polizei und Verfassungsschutz auf dem Gebiet der Sicherheitspolitik; beängstigende Reserve gegenüber islamischen Organisationen, die den Terror unterstützen, wie auch gegenüber Plänen für eine schleichende Umwandlung westlicher Staaten in eine islamische Staatsform.
    ————————————————-

    Nur als Beispiel, haben Sie die ganze Zeit nur geschlafen?

    Ein jüdisches Positionspapier zum Beispiel:

    5. Umgang mit dem politischen Islam, dem sich über 50 jüdische Deutsche angeschlossen haben:

    Der zunehmende Einfluss islamischer Verbände und Vereine, die der Religion eine politische Dimension geben wollen oder deren Werte mit dem Grundgesetz nicht vereinbar sind, erfüllt nicht nur die jüdischen Deutschen mit Sorge.

    Hier soll der Staat strenge Kriterien an Zusammenarbeit und Förderung anlegen. Organisationen, Verbände und Moscheen, die nicht ohne Wenn und Aber hinter Demokratie und Menschenrechten stehen, sollen verboten, geschlossen und ggf. strafrechtlich verfolgt werden. Staatsverträge dürfen nur nach strengen Maßgaben geschlossen werden. Finanzielle und weisungsgebende Einflussnahme ausländischer Regierungen auf deutsche Organisationen und Personengruppen ist strikt zu unterbinden.

  10. Wahrlich eine krasse Polemik eines „Historikers“ zeitlebends in Staat-Diensten!

    Jede wie auch immer geartete Geschichte darf nicht dazu führen, zu täglichen Verbrechen zu schweigen – und genau das geschieht, denn die leider mehr als nötigen Forderungen an Israel nach Einhaltung der Menschenrechte werden als „Antisemitismus“ denunziert (abgesehen davon, daß >97% der heutigen Juden keine Semiten, weil Khasaren sind).

    Solches Schweigen wäre zutiefst unchristlich.

    Seit Jesus Christus lt. Mt. 21:43 sind die JAHWE-Anhänger keine Auserwählten mit Sonderrechten mehr, sondern ER sagte über sie, was in Joh. 8:44 nicht klarer gesagt werden kann, bezog sich dabei aber NICHT auf die von Juden behauptete „Rasse“, sondern allein auf den religiösen Glauben.

    Das alles ist zutiefst von Kol Nidre durchtränkt!

    • Abgesehen davon, daß ich nicht „zeitlebens in Staatsdiensten“ war, wie Sie bar jeder Kenntnis meines Werdegangs behaupten, habe ich meine Polemik als politischer Beobachter geschrieben und nicht als Historiker. Als solcher hätte ich ein wissenschaftliches Werk verfaßt und nicht eine Polemik. Wenn Sie meinen Text aufmerksam gelesen hätten, wäre Ihnen möglicherweise aufgefallen, daß ich kaum von „Antisemitismus“ schrieb, sondern zumeist von „Judenfeindlichkeit“ und Judenhaß“, dem hier lebende Juden nicht nur, aber auch und vor allem von seiten arabischer sowie türkischer Jugendlicher begegnen. Ich hoffe, daß Sie nicht ebenso wie diese Jugendlichen in ihrer Dummdreistigkeit hier lebende Juden für die Politik des Staates Israel mitverantwortlich machen. Das ist so, als ob man hier lebende Araber sowie Türken für die Politik in ihren Herkunftsländern mitverantwortlich machen wollte. Das träfe zumindest auf die Türken zu, die hier für Erdogan gestimmt haben.

    • Ablehnung, die heute lügend als „Haß“ diffamiert wird, entsteht primär aus unterschiedlichen Werte-Systemen.

      Ablehnung ist Logilk, Haß ist Emotion.

      Diese Unterschiede sind zwischen JAHWE und Jesus Christus besonders kraß. Man lese dazu Marcion, den ersten Kirchenlehrer überhaupt (ca. 85-145), der schrieb, daß JAHWE Satan ist.

      Wer sich selbst als „auserwählt“ dünkt, andere als Goyim (Vieh) bezeichnet und sich per Kol Nidre auch noch Sonderrechte einräumt, der kann kaum auf Zustimmung seiner Nachbarn hoffen.

      Die Wertesysteme von JAHWE und Jesus sind komplett inkompatibel. allein deshalb kann JAHWE niemals der sein, den Jesus als „Mein Vater“ bezeichnet hat.

      Mal ganz abgesehen von Matth. 21:27, wo Jesus sinngemäß sagt, daß vor Ihm niemand den Vater kannte (was also ausschließt, daß Jahwe der Vater ist).

  11. Wir benötigen eine starke Christen- Juden Allianz welche sich schützend vor die diejenigen stellt welche so verfolgt werden.
    Der Hass wird immer nur neuen Hass gebären. Lösungen bietet ein erneuter Pogrom nicht. Der Holocaust der Nationalsozialisten ist schlicht und einfach Hochmut und Dummheit gewesen. Wir richtigen verbliebenen Deutschen dürfen nicht die Fehler unser Vorgänger machen, denn auch das jüdische Volk hat die selben Probleme wie wir. Bedrängung und Verfolgung drohen uns ALLEN. Weil wir ja angeblich „Ungläubige“ sind.
    „STIMMT NICHT IN DEN KANON DES HASSES EIN.“

  12. Es ist schon gut, wenn hier zwischen Israel-Kritik und Judenfeindlichkeit per se unterschieden wird.

    Aber die beschriebenen Verhältnisse in der heutigen BRD sind nicht von alleine gekommen.
    Gerade die Warner vor arabischer Immigration in die BRD wurden in der Vergangenheit von den heute klagenden Kreisen als Nazis und Fremdenfeinde ( Ignaz Bubis) auf das übelste beschimpft. Dabei war und ist es den Beschimpften klar, daß man mit der von jüdischen Mitbürgern eingeforderten Einwanderungspolitik sich die orientalischen Auseinanderstzung in das eigene Land holt; übrigens nicht nur den Antisemitismus.
    Den Deutschen nun die Folgen der angemahnten „Fremdenfreundlichkeit“ vorzuwerfen ist mehr als pharisäerhaft und hat etwas von Chuzpe!

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