Wie die ARD ihren Programmauftrag missbraucht. Ein Gastbeitrag von Frank W. Haubold

Am heutigen Sonntag erwartet den immer noch nicht geheilten Tatort-Kosumenten passend zur besinnlichen Adventszeit ein besonders dreistes Propagandastück, das sogar dem Kritiker der „Wolfsburger Allgemeinen“ derart über die Hutschnur ging, dass er seinen Unmut relativ deutlich kundtat. Zitat: „Ein ‚Tatort’, der sich auf die eher plumpe Art mit den neuen Kräften in der Bundesrepublik auseinandersetzt.“

Wie der Leser bereits ahnt, geht es in diesem Pseudo-Krimi natürlich um den „Kampf gegen rechts“ im Allgemeinen und die Inkarnation des Bösen namens AfD im Besonderen, auch wenn man ihr im Film – vermutlich um juristische Konsequenzen zu vermeiden – einen anderen Namen gegeben hat.

Bekanntlich gibt es im Deutschland des Jahres 2017 ja kaum eine größere Gefahr für das Gemeinwesen, weshalb man neuerdings sogar die Weihnachtsmärkte gegen die terroristischen Ambitionen dieser Partei mit Betonssperren sichern muss.

Was den Tatort-Freund erwartet, falls er nicht rechtzeitig den berühmten Knopf auf der Fernbedienung findet, verrät uns der Kritiker erfreulicherweise relativ unverblümt. Zitat:

„Entsprechend holzschnittartig entworfen sind im Film die Vertreter dieser politischen Bewegung. Das Spektrum reicht da vom aalglatten Karrieristen bis zum dumpfen Neonazi, und alle haben Dreck am Stecken. Während ihre Gegenspieler, die Militanten vom schwarzen Block der Antifa, natürlich ganz nette Leute sind. Und als ob das nicht alles schlimm genug wäre, gibt es auch noch die hundsmiserable Karikatur einer emsig recherchierenden ARD-Journalistin. Nicht zu vergessen den einzig anständigen DNP-Vertreter, der schwul ist und einen schwarzen Partner hat. Herrje!“

Herrje, in Tat, und so weiß man nicht, was man angesichts dieser grotesken Mischung aus Demagogie, ideologischer Borniertheit, Realitätsverlust, und handwerklichem Unvermögen mehr bewundern soll, die Dummheit oder die Unverfrorenheit der Programmverantwortlichen, die sich auch von steil sinkenden Tatort-Einschaltquoten nicht in ihrem Propagandaauftrag nicht beirren lassen, bis auch der letzte Gewohnheits-Konsument den Braten gekostet und für ungenießbar befunden hat.

„Muss man wirklich so dick auftragen?“, fragt sich deshalb auch der zitierte Kritiker und fährt fort:.

„Traut man dem Zuschauer denn wirklich gar nichts mehr zu? All das ließe sich vielleicht noch ertragen, wenn die erzählte Krimi-Geschichte wenigstens spannend wäre …“

Was sie also offenbar auch nicht ist, denn natürlich weiß der Tatort-Kundige längst, auf welcher Seite der Täter am Ende zu suchen ist. Und so tritt angesichts des hirnverbrannten Plots der seltene Fall ein, dass selbst in etablierten Medien (natürlich nicht im „Spiegel“, wo das Machwerk frenetisch bejubelt wird) von einem „missglückten Anti-AfD-Tatort“ die Rede ist. In Abwandlung des bekannten Sprichworts könnte man postulieren: „Der volkspädagogische Krug geht solange zum Munde, bis sich das Publikum erbricht.“

Tatort am Sonntag? Das war einmal. Natürlich könnte man sich schulterzuckend abwenden und dieses unverfrorene Propagandastück unkritischen Gewohnheits-Konsumenten überlassen, wenn da nicht noch zwei mehr als nur bedenkliche Aspekte wären:

1. Auch medienkritische Konsumenten werden in diesem Lande vom Staat gezwungen, derartigen ideologiegetriebenen Unflat mit ihren Gebühren zu finanzieren, was sonst nur in totalitären Systemen üblich ist, und

2. Die ARD agiert mit solchen denunziatorischen Machwerken wissentlich oder fahrlässig als Stichwortgeber für gewaltbereite Linksextremisten, die sich angesichts der medialen Unterstützung durchaus als Vollstrecker des öffentlichen Willens gerieren können. Die Entmenschlichung des politischen Gegners durch demagogische Überzeichnung hat ja in Deutschland eine gewisse Tradition …

Und das ist dann nicht mehr einfach nur dumm oder ein bisschen lästig, sondern erinnert, dem Titel („Dunkle Zeit“) unfreiwillig entsprechend, tatsächlich an finsterste Zeiten.

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Zum Autor: Frank W. Haubold (Jg. 1955) schreibt seit 1989 Romane, Erzählungen und Kurzgeschichten unterschiedlicher Genres (Science-Fiction, Fantasy, Horror, Gegenwart). Für den EDFC Passau gab er bis 2009 fünf Anthologien heraus. 2008 gewann er als erster Autor überhaupt den Deutschen Science Fiction Preis in beiden Kategorien. (Quelle: Wikipedia). Mehr zu Frank W. Haubold: Internetseite

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