Ein Gespräch mit dem Präsidenten von EIKE, dem CDU-Mitglied und Publizisten Dr. Holger Thuß – von A.R. Göhring

Die Klimakollaps-Theorie ist ein zentrales Narrativ des gegenwärtigen Zeitgeistes. Die westlichen Staaten stecken sehr viel Geld und Mühe in die Erforschung und Verhinderung des mutmaßlich durch die Industrie und ihren CO2-Ausstoß verursachten Klimawandels.

Kulturell, zum Beispiel vermittelt durch Hollywood-Filme, gilt die Klimakatastrophe als unumstößliche Wahrheit. Kritiker werden häufig analog zu „Holocaust-Leugnern“ als „Klimaleugner“ bezeichnet und in die Nähe von Rechtsradikalen oder Chemtrail-Verschwörungstheoretikern gerückt.

Das Europäische Institut für Klima und Energie e. V. (EIKE) ist ein Verein in Jena, der seine Aufgabe darin sieht, „Klima- und Energiefakten ideologiefrei darzustellen, Kongresse auszurichten und Veröffentlichungen zur Klimaforschung zu verbreiten“ (Wikipedia). Das EIKE gibt Broschüren zum Thema „menschgemachte Klimaerwärmung“ und „Folgen der Energiewende“, unter anderem von dem Physiker Prof. Horst-Joachim Lüdecke heraus.

Ein Gespräch mit dem Präsidenten von EIKE, dem CDU-Mitglied und Publizisten Dr. Holger Thuß.

Herr Thuß, wieso haben Sie und Ihre Mitstreiter das EIKE gegründet? Gibt es nicht genügend Klima- und Umweltinstitute?

Als wir unser Institut 2007 gegründet haben, wollten wir damit den Kritikern der Theorie von der Klimakatastrophe eine Stimme geben. Das hat nämlich vor uns niemand gemacht. Wir betreiben sozusagen Klimaforschungskritik. So ähnlich wie der Gault-Millau Restaurants bewertet, beobachten wir die Klimadebatte und die damit zusammenhängende Energiewende.

Denn es gibt einfach zu viel unkritische Bewunderung für Organisationen mit abstrusen Ideen wie dem menschgemachten Klimawandel.

Dazu betreiben wir eine Webseite, organisieren internationale Fachkonferenzen, publizieren wissenschaftliche Fachartikel und populärwissenschaftliche Bücher und sind auch auf Facebook und Twitter aktiv.

A propos Medien: Wie sind Ihre Erfahrungen?

Wir sind 2009 vom MDR Thüringen interviewt worden. Das Video mit 1:30 min Länge ist nicht mehr online abrufbar. Ich fand es recht fair gemacht. In der Regel sind die großen Sender aber nicht so fair. Kleinere, unabhängige Sender und Blogs arbeiten wesentlich genauer und fairer als große wie ARD und ZDF.

Man hat den Eindruck, daß der manipulierte Wikipedia-Eintrag über uns vielen Mainstream-Journalisten als Handlungsanleitung dient.

Dieses Jahr behauptete der ZDF-Professor Harald Lesch, der ein ganz strikter Verfechter der Klimakatastrophen-Theorie ist, öffentlich, daß niemand bei uns ans Telefon gehen würde und er sogar hier in Jena gewesen sei, er aber nur einen Briefkasten vorgefunden hätte. Nebenbei: Auch in Wikipedia steht, wir hätten gar kein Büro. Daher lade ich jeden Interessierten ein, herzukommen. Vorher anrufen ist günstig. [Hinweis der Redaktion: Das stimmt. Wir haben das Interview im Büro im Jenaer Unstrutweg persönlich geführt.] Außerdem glaubt Lesch offensichtlich, meine Mitstreiter und ich seien verantwortlich für das Scheitern der Energiewende. Schön wär’s ja.

Warum sind Kritiker der Klimakollaps-Theorie, die mit Fakten argumentieren, so machtlos?

Wer sagt denn, wir seien machtlos? Zunächst einmal: Im politischen Diskurs braucht es Organisationen. Es muß politische Arbeit geleistet werden. In Europa gibt es Thinktanks, die den linken Mainstream kritisieren, erst seit Beginn des Massen-Internetzeitalters. In den USA sind sie schon weiter; da gibt es liberal-konservative Thinktanks seit 40 Jahren, zum Beispiel CATO oder Heritage.

Themen wie der Klimawandel sind komplex. Der politische Diskurs, auch im Bundestag wird jedoch von Nicht-Fachleuten dominiert, die die Materie nicht durchschauen.

Hier kommen Denkfabriken ins Spiel, die alternative Ansätze entwickeln können. Kritische Fachleute können auch die Rolle der Medien übernehmen oder die Berichterstattung zumindest hinterfragen. Auf diese Weise ist es möglich, in eine Debatte einzugreifen und mit handfester Sprache den Desinformationsnebel zu durchdringen.

Was sollte Ihrer Meinung nach klimapolitisch in Zukunft in Deutschland getan werden?

Wir brauchen eine neue Ordnungspolitik. Wer Windräder bauen will, darf er das gerne, wenn er selber bezahlt, und andere damit nicht schädigt. Wir brauchen eine marktwirtschaftliche, keine Subventions-Ordnung. Abgesehen davon müssen sämtliche Klimaschutzmaßnahmen und die sogenannte Energiewende sofort eingestellt werden. Denn diese Politik schadet nicht nur der Wirtschaft, sondern auch und besonders der Umwelt. Inzwischen läuft das nämlich so: Ein Kormoran an einem Fischteich ist sakrosankt. Wenn Sie aber ein Windrad hinstellen wollen, das den Kormoran mit seinen scharfen Rotorblättern tötet, geht das. Das Schutzgut, hier die Vogelwelt, ist der Definition des jeweils Machthabenden überlassen. Am Ende sind die Fische tot, der Vogel wurde geschreddert und das investierte Geld ist auch weg.

Wenn der Politikwechsel nicht gelingt, bleibt uns nur die Auswanderung, weil es dann zwar keine Klimawandelopfer gibt, aber viele Klimaschutzopfer.

Ich befürchte nämlich, daß wir uns durch die Klimapolitik in Richtung Entwicklungsland mit niedriger Lebensqualität entwickeln. Klimapolitik und Energiewende sind in Wirklichkeit eine riesige Ressourcenvernichtung und damit eine der Ursachen, daß es überall klemmt: Von Flughäfen über Straßen bis hin zu Schulgebäuden: überall sehen wir einen Investitionsstau. Schon jetzt erreichen uns Informationen über Stromengpässe beim produzierenden Gewerbe. Es wäre schon dramatisch, wenn wir uns so hinter die Errungenschaften des späten 19. Jahrhunderts zurück entwickeln würden.

Wie stellen Sie sich diese neue Politik konkret vor?

Zunächst einmal sollten neun von zehn Klima-Instituten abgeschafft werden. Forschungsmittel müssen dringend in zukunftsträchtige Bereiche wie Gentechnik, Krebsforschung oder Kerntechnik umgeleitet werden. Weiterhin sollte das verfassungswidrige Erneuerbare-Energien-Gesetz vollständig zurückgenommen werden.

Stichwort Universitäten: Von dort kommen ja viele Elemente der Theorie des menschgemachten Klimawandels.

Es herrscht ein brutaler Wettbewerb um Stellen an den entsprechenden Fachbereichen der Unis. Klimakritische Einwürfe gelten als Karrierehindernis. Keiner stellt sich dort hin und gibt freiwillig zu, daß es keine bedeutenden Klimaturbulenzen gibt und daß keine Drittmittel benötigt werden. Oder frei nach Max Weber: Jede Behörde erhält sich selbst. Dazu kommt eine Politisierung der Naturwissenschaften. Der Reformimpuls muß also von außen kommen.

Wie schätzen Sie die Akzeptanz der Klimatheorie und der entsprechenden Klimapolitik ein?

Irgendwann wird es einen Stimmungsumschwung geben. Daran arbeiten wir und erste Anzeichen dafür zeigen sich bereits in Umfragen. Vor allem die AfD, aber auch viele Politiker anderer Parteien positionieren sich gegen die Klimakanzlerin. Irgendwann waren alle immer schon gegen das EEG. In anderen Ländern ist die Politik schon weiter: Donald Trump ist gegen das Pariser Klimaschutzabkommen, Theresa May ist Klimaskeptikerin, ihr Koalitionspartner, die Ulster-Partei, ist sowieso gegen die Klimaschutz-Maßnahmen, die meisten Politiker der östlichen EU-Staaten sind gegen mehr Klimaschutz. Die Zustimmung der Dritten Welt wurde erkauft. Selbst Emmanuel Macron glaubt zuallererst an seine Kernkraftwerke. Hier muß ich Bundesaußenminister Gabriel recht geben: Außerhalb unseres Landes sind die meisten schon jetzt davon überzeugt, wir Deutschen sind bezüglich unserer Energiewende und unserer Klimaschutz-Hysterie „bekloppt“.

Wir danken für das Gespräch

Kontakt und Informationen: www.eike-klima-energie.eu

(EIKE – Europäisches Institut für Klima & Energie – Unstrutweg 2, 07743 Jena-Löbstedt)

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LianeDie tapferen kleinen „Klimaleugner“ aus Jena – AlternativnewsDie Wahrheit tut manchmal wehcaro1610A. H. von Loen Recent comment authors
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Liane
Gast
Liane

Danke für das unaufgeregte Interview!
Ich hätte mir noch gern einen kleinen Seitenhieb in Richtung der besserwissenden Klimagläubigen gewünscht 😉
(ständiger Klimawandel unabhängig vom Menschen, Kalt-/ Warmphasen; nachträgliche Veränderung von historischen Klimaaufzeichnungen durch NASA-GISS –> dokumentiert von Prof. Friedrich Karl Ewert bei achgut .com ; Anteil „schädlicher Klimakiller“ wie CO₂ an der Luft der Atmosphäre von mageren 0,038% –> anthropogen davon nur 3-4%, d.h. 96% nicht menschengemacht!; Wandel der Doktrin von „global warming“ zu „climate change“ wegen bisherigen Nichteintritts einer globalen Erwärmung, etc. etc.) 😀

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[…] Die tapferen kleinen „Klimaleugner“ aus Jena […]

Die Wahrheit tut manchmal weh
Gast
Die Wahrheit tut manchmal weh

Wo es Geld regnet, sind die Schmarotzer nicht weit. Neulichst bei ARTE? ..wurde als Wissenschaftssendung verkauft. Großes Regenwaldprojekt. Zig „Wissenschaftler“ reisen seit Jahrzenten zig mal im Jahr auf Steuerzahlerkosten (gerne) dort hin (1. Klasse?, kostet auf jeden Fall einige Milliönchen), um den Einfluss von vermindertem Niederschlag auf Pflanzenwachstum zu erforschen. Dazu wurde eine Areal mitten im Urwald (gar nicht mal klein) völlig überdacht und alles mit feinster Messtechnik versehen. Sogar ein Wettermesstürmchen wurde gebaut. Mann stellte nach Jahren aufwendigster Forschung fest: Weniger Wasser lässt Pflanzen schlechter wachsen oder gar sterben. So genau weiß man es aber noch nicht, daher ist… Mehr lesen »

caro1610
Gast

cui bono ( wem nützt es )

A. H. von Loen
Gast
A. H. von Loen

Der Schwätzer und Schwadroneur Lesch wird, was seine Vorträge beim Staatsfernsehen zu Klima und Weltraum betreffen, in seriösen Wissenschaftskreisen ohnehin nicht ernst genommen. Er verdient sich, neben seiner hauptberuflichen verbeamteten Tätigkeit, ein Zubrot beim volksverdummenden Staatsfersehen und verführt die Massen zum unerschütterlichen Glauben an die neue Religion von der Klimakatastrophe durch die vom Menschen verursachte CO2-Emission.

ceterum_censeo
Gast
ceterum_censeo

DAS musste mal gesagt werden!

stesch
Gast
stesch

„Klimaschutzopfer“ 😉 …kommt sofort in meine Selbstbeschreibung. Abgehängtes, bereichertes, eurohaftendes, nationalistisches, islamophobes, genderleugnendes, antikreationistisches,…. Klimaschutzopfer. Klingt gut!

Helga Brandt
Gast
Helga Brandt

Vielen Dank für das Interview !
Was für eine Wohltat diesen Bericht zu lesen.
Fakten und Wahrheit … gibts leider nicht mehr oft.
Merkel MUSS weg !

Liudger Klein
Gast
Liudger Klein

vielleicht weiss der lesch nicht, wo in jena der unstrutweg ist, weil es gibt ja in jena nur die saale und nicht die unstrut und trotzdem liegt der unstrutweg in saalenähe! also herr lesch, augen und ohren aufsperren! ich zeige ihnen gerne mal, wie sie dort hin kommen! grüsse aus jena!

Meierlein
Gast
Meierlein

Danke für das Interview. Mehr muss man nicht sagen.