(Gastbeitrag von Kopekenstudent) Am 05. Dezember beschloss das IOC, Russland von den olympischen Winterspielen 2018 auszuschließen. Eventuell dürften einzelne russische Athleten teilnehmen, so das Komitee, allerdings nur als „neutrale“ Sportler, nicht aber unter russischer Flagge. Begründet wird dieser Schritt mit angeblichem Staatsdoping Russlands, für das bislang jedoch keine belastbaren Beweise vorliegen.

In Wahrheit handelt es sich um eine ungeheuere Demütigung einer Nation, die ihren Stolz zu nicht geringen Teilen aus ihrer starken Physis gewinnt. Sport und sportliche Höchstleistungen genießen in Russland sehr hohes Ansehen – was sich bis dahingehend auswirkt, dass der Trainingsanzug als Alltagskleidung nie wirklich verpönt war. Russland und Athletik gehören zusammen, wie Spanien und Flamenco. Was den Wintersport anbelangt hat insbesondere Eishockey einen ähnlichen Stellenwert, wie Fußball in Deutschland.

Russland von den Spielen auszuschließen, trifft das Land hart. Es ist eine kulturell und moralisch verwerfliche politische Tat.

Nicht nur, weil allen Verantwortlichen durchaus bewusst ist, dass Athleten sämtlicher Nationen dopen. Nicht nur, weil zu Hochzeiten der Anabolika-Einnahme in den 1980er Jahren in ganz anderen Dimensionen gedopt wurde, als heute. Was damals aber keinen interessierte, weil die Machtblöcke Ost und West einander die Waage hielten. Nicht nur, weil hier die jahrelange Lebensplanung von Athleten und deren Träume mit einem Handstreich zerstört werden.

Nein, die Demütigung, die Russland hier widerfährt, geschieht zusätzlich auf einer sehr subtilen Ebene, indem der Ausschluss impliziert, russische Athleten seien nur mithilfe von Doping zu Leistungen fähig, die ihre Sportskollegen aus dem „freien, demokratischen Westen“ auch ohne diese Mittelchen erbrächten.

Damit wird der russische Mensch zu einem körperlich minderbemittelten stigmatisiert, was im Endeffekt als rassistisch gewertet werden muss.

Hinter der Demütigung steckt unverkennbar das politische Interesse, Russland weiter zu provozieren. Es mag auch ein wenig Rache darin mitschwingen, dass es nicht gelungen ist, Russland die Fußball-WM 2018 wieder zu entziehen. Auch dieser fiebert das ganze Land seit Jahren entgegen. Und natürlich sind dem Westen siegreiche russische Sportler in den Medien momentan ein Dorn im Auge, nachdem er Russland trotz NATO-Osterweiterung, Truppenaufstockung und Angriffsszenario-Manövern nicht zu unüberlegten Schritten reizen, nachdem er Russland wirtschaftlich über Sanktionen nicht in die Knie zwingen konnte, nachdem er die Sezession der Krim von der Ukraine zähneknirschend hinnehmen musste und nachdem er in Syrien mehr als kläglich scheiterte, während Russland für sein Engagement die Lorbeeren einstreicht.

Unvergessen auch der unter westlicher Regieführung instruierte und gezielt eskalierte, blutige Maidan-Putsch vom Februar 2014 – just zu einem Zeitpunkt, als Putin nicht konnte, wie er wollte, weil er gezwungen war, sich im russischen Olympiawinter in Sotschi publikumswirksam friedlich und versöhnend zu zeigen. Dies sind überaus gemeine Methoden, denen etwas im schlechtesten Sinne Weibisch-Falsches anhaftet: Hinterfotzigkeit, Ränke- und Verleumdertum. Eine geradezu typische Verhaltensweise des sich aller positiven männlichen Eigenschaften entledigenden Westens.

Das IOC ist eine Nichtregierungsorganisation, die ihre Außenwirkung schon in ihrer Frühzeit gegen politisch unliebsame Konkurrenten einsetzte. So nutzte der zweite Präsident Pierre de Coubertin in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg seinen Einfluss zu antideutscher Propaganda – was bei Lichte betrachtet unvereinbar mit der Idee der Völkerverständigung durch sportlichen Wettkampf war.

Mit NGOs aller Art haben vor allem jene Staaten schlechte Erfahrungen gemacht, die den imperialen Auswüchsen von NATO und finanzgetriebener Globalisierung im Wege sind. Russland bekommt nun zu spüren, wie weit die sogenannte westliche „Wertegemeinschaft“ zu gehen bereit ist. Schlimm, dass an der Spitze des IOC mit Thomas Bach letztlich ein Deutscher für diese unsägliche Entscheidung verantwortlich zeichnet.

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Eigentlich selbstverständlich, dennoch sei es noch einmal betont:

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