Ein Gastbeitrag von Titus Meier

„Wir wollen die Würde des Menschen, die Familie mit Kindern, unsere abendländische christliche Kultur, unsere Sprache und Tradition in einem friedlichen, demokratischen und souveränen Nationalstaat des deutschen Volkes dauerhaft erhalten“.

So steht es im Grundsatzprogramm der AfD 2016. „Immer wieder hatten Kirchenvertreter vor unchristlichen Positionen der AfD gewarnt. Auf dem AfD-Parteitag in Köln [2017] ernten sie dafür jetzt scharfe Kritik – samt Aufruf zum Kirchenaustritt“. 1 Das AfD-Bundesvorstandsmitglied Armin Paul Hampel hatte am Samstag unter Beifall der Delegierten zum Kirchenaustritt aufgerufen.

„In dem Verein [gemeint sind die christlichen Kirchen] sollte keiner von uns mehr Mitglied sein“,

sagte er vor den Teilnehmern des AfD-Bundesparteitags in Köln im Februar 2017.

Die Verärgerung der AfD über die Kirchen wegen ihrer diffamierenden und diskreditieren Verlautbarungen und Handlungen bezüglich der AfD ist verständlich.

Aber mit einer Äußerung wie jener von Armin Paul Hampel spielt man den Kirchen in die Hände, denen jetzt der Beweis für ihre Behauptung, die AfD sei für Christen nicht wählbar, geliefert worden ist: Die AfD wolle ja in ihren Reihen keine Kirchenmitglieder haben.

Wenn die AfD die christliche Kultur wirklich bewahren will, muss sie bedenken, dass diese eine Frucht des Christentums und der christlichen Kirchen ist.

Wer die christliche Kultur, erhalten will, kann das nicht ohne oder gegen die Kirchen erreichen. Es ist eine Illusion, man könne die Früchte eines Baumes ernten und gleichzeitig seine Wurzeln kappen. Christliche Kultur ist nur mit den christlichen Kirchen zu haben.

Viele christliche CDU-Wähler wählen dieser Partei u.a. und vor allem deshalb nicht mehr, weil die christliche Wertordnung dieser Partei abhanden gekommen ist. Diese enttäuschten Wähler sind potentielle AfD Wähler.

Wenn aber diese Partei durch Kirchenaustrittsempfehlung den Eindruck erweckt, sie sei eine kirchenfeindliche oder gar antichristliche Partei, schreckt sie ein großes Wählpotential ab, die als wertekonservative und national eingestellte Bürger die politischen Positionen der AfD teilen, aber niemals ihre Kirche verlassen würden.

Eine junge überzeugte Christin, die erwogen hatte, die AfD zu wählen, sagte dem Verfasser dieser Zeilen:

„Leider ist die AfD für mich nicht wählbar, weil sie kirchenfeindlich und damit antichristlich ist“.

Sie begründete ihre Position mit den Kirchenaustritts-Aufrufen der AfD.

Das Schicksal der AfD könnte das der heutigen CDU werden.