(David Berger) Eigentlich sollte der Volkstrauertag ein Tag des friedlichen Gedenkens sein. Spätestens seitdem die ARD auch die übelste Pietätlosigkeit nicht scheute, um angesichts dieses Gedenkens politische Zwietracht zu säen, ist es allerdings auch damit vorbei.

Ein besonders krasses Beispiel für einen pietätlosen Umgang mit dem Volkstrauertag durch offizielle Stellen mussten jetzt Heidelberger Bürger erleben. Ich habe mit einem von ihnen über seine schlimmen Erfahrungen gesprochen

Herr Mössinger, Sie haben sich am Volkstrauertag zu einer ganz besonderen Aktion entschlossen?

Eigentlich wollten wir am Volkstrauertag lediglich, wie sicher viele Menschen in unserem Land, unseren Opfern der beiden Weltkriege gedenken und die Gefallenen betrauern.

Im Freundeskreis kam im Vorfeld die Idee auf, dass wir in diesem Jahr nicht jeder für sich alleine, sondern in der Gemeinschaft gedenken möchten.

Es gab spontan erste Zusagen, ein Trauerkranz wurde organisiert, als Ort der Kranzniederlegung wurde der Ehrenfriedhof in Heidelberg ausgesucht und wir haben uns auf einem nahe gelegenen Waldparkplatz verabredet. Am Volkstrauertag am Treffpunkt angekommen, hatten sich schnell ca. 35 Personen eingefunden – deutlich mehr als unserer eigentlichen Runde angehörten. Aber ich war sehr positiv überrascht, unsere Idee hatte sich herumgesprochen, darüberhinaus hatten wohl andere dasselbe Vorhaben.

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Welche Gruppen waren alle in die Aktion involviert?

Entsprechend den von mir geführten Gesprächen mit verschiedenen Teilnehmern waren vor Ort Mitglieder und Unterstützer der AfD, der Jungen Alternative, Bürgerinitiativen, Burschenschaftler. Mitglieder der Identitären Bewegung Baden und von der Bewegung „Der Marsch 2017“ hatten eigene Trauerkränze dabei, die wir dann gemeinsam im Rahmen eines stillen Gedenkens am Ehrenmal des Friedhofs niedergelegt haben.

Bereits am Montag waren die Kränze verschwunden. Was war passiert?

Die Stadt Heidelberg hat von ihrer für die Friedhöfe zuständigen Behörde die drei Trauerkränze konfiszieren lassen, gleich am Montag Morgen. Einer der Teilnehmer war gleichzeitig vor Ort und hat von dem Mitarbeiter der Stadt erfahren, dass unsere Kränze zur näheren „Begutachtung“ weggebracht würden.

War das eventuell ein Versehen? Haben Sie bei der Stadt nachgefragt?

Ich selbst konnte trotz mehrerer Versuche niemanden per Telefon erreichen. Daraufhin habe ich den Behördenleiter (Hrn. Hornig) u. seinen Stellvertreter (Hrn. Becker) mit der Bitte um Stellungnahme angeschrieben, die aber leider bis heute unbeantwortet geblieben ist. Einer der Kranzspender hat dann Kontakt zum Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge aufgenommen

Was konnte die Kriegsgräberfürsorge herausfinden?

Auf unsere Anfrage hin hat der Volksbund zusammengefasst folgende Antworten der Stadt Heidelberg an uns weitergeleitet:
– Zur Niederlegung der Kränze wurde keine Genehmigung beantragt, nicht erteilt und soll auch  nicht erteilt werden
– Bei der Stadt Heidelberg sind bereits am Sonntagnachmittag erste Beschwerden über unsere „Aktion“ per Email eingereicht worden
– Die 3 Kränze wären allesamt „Vereinigungen der rechten Szene“ zuzuordnen, was Rückfragen bei Kripo u. Verfassungsschutz ergaben hätten
– Es wurde gemutmaßt, dass ein Kranz von der Partei „die Rechte“ gestiftet wurde, was ich selbst definitiv verneinen kann.

Zusätzlich wurde in der Antwort des Volksbundes ein möglicher „Missbrauch des Gedenkens durch die rechte Szene“ thematisiert. Dieser Vorwurf beleidigt die Teilnehmer, die ich allesamt als anständige und vernünftige Menschen kennengelernt habe.

Böse Zungen könnten jetzt behaupten, dass Sie die Stadt zu einer solchen Aktion provozieren wollten?

Sicher nicht. Die Teilnehmer sind zum Gedenken an Opfer, teilweise auch eigene Angehörige gekommen – nicht zur Provokation. Die gestifteten Trauerkränze waren allesamt sehr liebevoll gestaltet und sicher nicht als „Wegwerfartikel“ gedacht. Eine von den Kränzen eventuell ausgehende politische Botschaft oder Symbolik konnte ich nicht feststellen.

Wie fühlen Sie sich nun nach all dem Vorgefallenen?

Enttäuscht, dass durch das Vorgehen der Stadt hier ein Politikum aus dem Gedenken rechtschaffener Bürger gemacht wird.

Alarmiert, dass in unserem Land mal wieder „sortiert“ wird, aus welcher Richtung öffentliche Meinungs- u. Trauerbezeugung „zulässig“ ist, und aus welcher nicht. Hatten wir so etwas nicht schon einmal?

Und wütend, dass hier der Pietät der Bedachten als auch der Trauernden durch das „Wegräumen“ unserer Kränze so abwertend entgegnet wird.

Herr Mössinger, ich danke Ihnen für dieses Gespräch!

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Eine erste Reaktion auf unser Interview: