(David Berger) Menschen, die dabei sind, endgültig abzustürzen, haben nicht selten die Tendenz auch andere mit in den Abgrund zu ziehen. Das gehört wohl mit dem zu dem Geheimnis des Bösen, das im Verhalten des Menschen immer auch irgendwie präsent ist.

Diese Tendenz scheint derzeit aber auch unsere Bundeskanzlerin zu prägen. Obgleich sie mindestens spürt, dass ihre Tage nunmehr gezählt sind, ist sie nicht bereit in Würde abzutreten, sondern will unter allen Umständen erneut an die Macht – selbst wenn dies in einer Katastrophe enden wird. Die Opfer, die das kostet, scheinen sie nicht zu bekümmern.

Mit einer völlig herunter gewirtschafteten bis zur Unkenntlichkeit entstellten SPD, die ihre Ideale längst gegen einen so gar nicht sozialen Machiavellismus eingetauscht hat, deren letzte Chance eine Rekonvaleszenz in der Opposition gewesen wäre, hat sie nun ein solches leicht zu instrumentalisierendes Opfer gefunden.

Während es noch vor wenigen Tagen tönte, eine große Koalition käme gar nicht oder nur ohne Merkel in Frage, scheint das nun alles vergessen. Die SPD hat der inzwischen zu erwachsenem selbstbewussten Handeln gereiften FDP längst den Status der Umfallerpartei streitig gemacht. Hier gilt die Devise: „Was gilt uns unser Geschwätz von gestern!“

Die Zahl der SPD-Wähler ist ohnehin auf ein solches Minimum geschrumpft, dass es auch nicht mehr darauf anzukommen scheint, ob man diese auch noch enttäuscht.

Wie auch immer: Die SPD scheint geradezu gierig darauf gewartet zu haben, der linksgrünen Merkel erneut an die Macht zu verhelfen, den Platz neben der großen Kanzlerin einzunehmen, der von den Wählern bereits mit dem letzten Bundestagswahlergebnis quittiert wurde. Dass sie sich jetzt noch ein wenig ziert, ist pures, leicht durchschaubares Theater, um die Wähler nicht zu sehr zu verunsichern.

Von dieser suizidalen Begierde getrieben reicht die von jedem noch so leichten Windhauch umher getriebene SPD nun der in den Abgrund rutschenden Merkel die Hand. Dabei verlieren nicht nur zwei Parteien erneut ganz enorm an Glaubwürdigkeit, die Krise, in der sich Deutschland befindet, wird dadurch enorm angefeuert werden.

„Noch einmal vier Jahre große Koalition“ halte ich nicht mehr aus, schrieb mir heute morgen ein Bekannter. Könnte eine Nation sprechen, würde sie genau das jetzt sagen.