Wer hätte gedacht, dass Focus-Online solchen realitätsnahen Aussagen, über die man eigentlich in der Öffentlichkeit zu schweigen verdammt ist, ein Forum verleiht … Dreht sich der Wind doch langsam?

6 Kommentare

  1. Der konservative katholische Klerus ist keine homogen geschlossene Lehrgemeinde. Das ist nichts Besonderes, das gibt es überall. Da ich katholisch erzogen wurde, weiß ich, daß eine katholische Erziehung vor Jahrzehnten noch eine ganze Bandbreite an guten und hochwertigen Tugenden an die Kinder und Jugend vermittelt hat, die für eine erfolgreiche und fruchtbare Gesellschaftsentwicklung wirklich sehr nützlich sind.

    Ich habe noch die Meinung, daß der katholische Klerus eigentlich das Gute will und für das Gute arbeitet. Überzeugt bin ich allerdings davon, daß der katholische Klerus die Anbindung an die großen und alten Weisheitslehren fast vollkommen verloren hat. Darum beging und begeht der katholische Klerus viele Fehler.

    Es gibt viele Kräfte, die den Katholiken spinnefeind sind. Mit der gewaltigen Einsickerung vielschichtiger fremder Menschen nach Deutschland und Europa wird sich dieser Konflikt sehr verstärken.

    Das Thema Abtreibung bewegt uns natürlich sehr und vor allem die werdenden Mütter, über die wird seltsamer weise nicht so sehr gesprochen. Gehört werden fast immer nur die am lautesten plärrenden Schreihälse.

    Aus verschiedenen Gründen bin ich für eine Legalisierung von Abtreibung, aber gleichzeitig muß eine Frau und auch GANZ WICHTIG der dazugehörige Mann eine sehr intensive Betreuung haben. Möglicherweise entscheiden sich die werdenden Eltern doch noch um. Abtreibung kann Mord sein, muß es aber nicht sein.

    Das Problem der Legalisierung von Abtreibung ist, daß daran Kräfte beteiligt sind, die den Menschen zu einem gedankenlosen, sorglosen und versumpfendem Leben verführen und hinführen wollen. Das betrifft auch die Legalisierung bestimmter Drogen und der Euthanasie. Wir können den Mißbrauch von Abtreibung, Drogen und Euthanasie bereits dort studieren, wo diese Dinge schon legalisiert sind.

    Übrigens zensieren und unterdrücken die Katholiken selber alle möglichen Diskussionsversuche von Menschen, die deren Dogmen (!) nicht bedingungslos annehmen. Wenn sie es denn noch könnten, würden sie ihre Dogmen (!) weiter mit allerlei Strafen bis hin zum Mord durchsetzen wollen. Das anathema sit wurde zum Beispiel immer noch nicht abgeschafft.

    • Dass Sie katholisch erzogen wurden, glaube ich ihnen nicht. Ihre Wortbeiträge im Artikel: „Michel Houellebecq: Katholizismus und kulturelle Erneuerung in Frankreich“ belegen etwas anderes. Offensichtlich wissen sie nichts über das Fest Fronleichnam und äußeren diesbezüglich nur Unsinn.

  2. Wir leben in paradoxen Zeiten.

    Ich kenne noch gut die Zeiten, in denen man sich mit seinem Schwulsein innerkirchlich zurück hielt.

    Heute ist es fast schon so etwas wie eine besondere persönliche Leistung, schwul zu sein.

    Dafür ging mein Engagement für Gleichberechtigung nie. Ich wollte nie mehr sein als Andere.

    Aber die Katholiken haben wenigstens noch so etwas wie einen Wertekanon.

    Protestanten haben das nicht. Höchstens Frau Kässmann, die „Haltung zeigt“ und „Zeichen setzt“ und Antworten gibt auf Fragen, die ihr nie gestellt wurden. Aber es kann ja niemand tiefer sinken als in Gottes Hand.

    • Noch haben diese einen Wertekodex.
      Aber in Kürze werden auch diese in die geistige Verfaultheit
      abdriften,genau so wie die Evangelischen Kirchen.
      Sie werden zu Blasphemisten – eine Kaffee+Kuchen-Sekte.
      Was sich jetzt aus der Bibel erfüllt :
      Titus – Kapitel 1 – Vers 16 , 2.Timotheus – Kapitel 3 – Verse 1 bis 5

  3. In Teilen spricht der Artikel zurecht eine Gefahr der Meinungsfreiheit an.

    Die zumindest in Teilen gewalttätigen Aktionen linker Aktivisten gegen die „Demo für alle“ und gegen den „Marsch für das Leben“ entlarven, wie sehr viele Linksradikale die freiheitlich-demokratische Grundordnung mitsamt den Grundrechten wie Meinungsfreiheit mit Füßen treten.

    Und auch der Brandanschlag gegen Hedwig von Beverfoerde vor zwei Jahren zeigt eine bedenkliche Entwicklung in Deutschland: Man muss mit einer abweichenden Meinung schon Angst um sein Leben haben. Sachbeschädigung kann nämlich auch eine Vorstufe von Körperverletzung oder Mord sein.

    Das alles sind Entwicklungen im Umgang mit Andersdenkenden, die weder zu beschönigen noch mit irgend etwas zu entschuldigen sind.

    Wenn es aber um rein verbale Kritik an der Lehre der katholischen Kirche geht, ist es umso wichtiger, auch deutlich zu machen: Nicht jede Kritik an der Lehre der katholischen Kirche ist eine Verunglimpfung. Dass gerade die Sexuallehre mitunter heftigere verbale Kritik hervorruft, sollte nicht immer ein Anlass sein, sich als lehramtstreuer Katholik in der Opferrolle zu sehen.

    Man darf hierbei nicht vergessen, dass die katholische Sexuallehre verständlicherweise für Schwule und Lesben – oder auch unverheiratet zusammenlebende Hetero-Paare – als Zumutung erscheint. Hier müssen im Gegenzug auch lehramtstreue Katholiken die Zumutung aushalten, dass ihre Lehre mitunter heftigen Gegenwind erfährt. Eben auf Gegenseitigkeit beruhende Zumutungen. Nicht zu vergessen, wie es Schwulen und Lesben in Ländern geht, in denen diese Sexualmoral die Deutungshoheit inne hat, zum Beispiel in Litauen.

    Verbale, mitunter heftige verbale Kritik an der (Sexual)lehre von Religionsgemeinschaften muss immer erlaubt sein. Schon um zu signalisieren, dass man auch die Freiheit hat, sich dieser Lehre unterzuordnen oder nicht.
    Genauso sind aber die Grenzen des Erlaubten überschritten, wenn man sich anschaut, wie Linksradikale bei uns durch Gewalttaten Vertreter einer konservativen Sexualmoral einzuschüchtern versuchen.

    Letztendlich muss unsere freiheitliche Gesellschaft ihren Weg finden, um beide Freiheiten zu schützen: Die Freiheit, auch eine noch so strenge Sexualmoral vertreten zu dürfen. Und ebenso die Freiheit, offen artikulieren zu dürfen, sich von dieser strengen Moral nicht vereinnahmen zu lassen.

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