Ein Gastbeitrag von Jürgen Fritz

1. Überlegung: Kann die Union die absolute Mehrheit schaffen? CDU/CSU liegen derzeit bei für sie sehr guten 36 – 40 Prozent. Knapp über 40 Prozent wären möglich, aber keine 47,5 – 48 Prozent, die für eine absolute Mehrheit notwendig wären (wegen der Parteien, die an der Fünf-Prozent-Klausel scheitern braucht man keine 50 Prozent). Eine absolute Mehrheit einer Fraktion hat es nur einmal, in Adenauers Glanzzeit 1957 gegeben. Aber selbst der schaffte das nur ein einziges Mal. Damals gab es aber nur drei und keine sechs relevante Fraktionen. Eine absolute Mehrheit für CDU/CSU kann also ausgeschlossen werden.

2. Überlegung: CDU/CSU werden auf jeden Fall wieder den Kanzler stellen und dies wird wieder Merkel sein. Die SPD mit diesem furchtbaren Martin Schulz und ihren knapp 24 Prozent hat nicht den Hauch einer Chance gegen die nicht sehr kluge oder gebildete, aber unglaublich gewiefte Merkel. Die Frage ist nur: Wer kommt als Koalitionspartner in Frage. Die Linke und die AfD, die Merkel beide zutiefst ablehnt, scheiden aus. Also bleiben a) die SPD, b) die FDP und c) die Grünen.

3. Überlegung: Wen hätten Merkel und die CDU am liebsten (die CSU hat nichts zu melden)? Nochmal SPD erscheint wenig reizvoll. Zu oft eine GroKo lässt Unmut in der Bevölkerung entstehen, weil zu viele dann merken, dass es gar keine echte, wirkmächtige Opposition gibt. Die Illusion einer echten Opposition soll, wenn irgendwie möglich, aufrechterhalten werden. Wenn zahlenmäßig etwas anderes geht, wird man also entweder die FDP oder die Grünen vorziehen.

4. Überlegung: Wenn es zahlenmäßig reicht, wen wählt die Union lieber als Koalitionspartner: FDP oder die Grünen? FDP und Grüne sind derzeit etwa gleichstark, die FDP minimal stärker (ca. 0,5 bis 1 Prozent). Wenn CDU/CSU auf fast 40 Prozent oder sogar darüber kommen sollte, was zu befürchten ist, dann haben sie mit hoher Wahrscheinlichkeit freie Auswahl zwischen (SPD), FDP und Grünen.

Die FDP wäre aus meiner Sicht sicherlich das kleinste Übel i.V.z. SPD und den Grünen, wenngleich auch die FDP nicht viel taugt. Diese wird – dankbar, dass sie überhaupt mitmachen darf – anfangs fast alles abnicken, was Merkel vorgibt. Insofern wäre die FDP zu Beginn zumindest ein bequemer Koalitionspartner.

Langfristig wird Merkel der FDP aber eher weniger vertrauen. Dass Rösler sie damals düpiert und gegen ihren entschiedenen Willen Gauck als Bundespräsident durchgesetzt, sie regelrecht vorgeführt hat, hat sie nicht vergessen. Außerdem gefällt ihr der Kurs der FDP weniger als der der Grünen. Letztere sind zwar nicht immer pflegeleicht, aber Merkel und auch Altmaier, Schäuble, Laschet, Strobl und andere CDU-ler können längst sehr gut mit den grünen Chaoten. Man versteht sich. Außerdem hätte Merkel dann alle durch als Koalitionspartner: SPD, FDP und Grüne. Das Bündnis mit den Letztgenannten bereitet sie sei Jahren vor (abrupter Ausstieg aus der Atomenergie, Aussetzung der Wehrpflicht, Einführung der Homo-Ehe und vieles andere mehr).

Fazit: Die Gefahr von Schwarz-Grün ist extrem hoch, wenn CDU/CSU knapp an oder sogar über 40 Prozent kommen. Ergo, wer konservative Politik will, auf keinen Fall CDU oder CSU wählen.

Die werden ohnehin die nächste Regierung anführen. Je schwächer sie aber sind, desto geringer die Gefahr, dass der langhaarige Chaot, Göring-Eckardt und Claudia Roth im nächsten Kabinett sitzen.

Meine Empfehlung: AfD wählen. Die stehen für Rechtsstaatlichkeit, für echten, wehrhaften Liberalismus und vor allem für konservative Werte wie Familie und deren Förderung, solide Wirtschaftspolitik und vor allem Politik für Deutsche und nicht für die EU und nicht für die Abschaffung Deutschlands und seiner Kultur.

Je stärker die AfD im nächsten Bundestag vertreten sein wird, über 10 Prozent wäre optimal, desto mehr werden CDU/CSU konservative und solide Politik machen müssen, aus Angst, zukünftig noch viel mehr Wähler an die AfD zu verlieren.

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Mehr von dem Autor gibt es auf seinem immer bedeutender werdenden Blog JÜRGENFRITZPHIL