(Peter Helmes/ Conservo) Vor vielen, vielen Jahren galt die WELT als liberal-konservative Zeitung, die vor allem im Bürgertum zuhause war. Ein (damals) auch international hochangesehenes Blatt, das sich auf einer Höhe mit der FAZ und der Süddeutschen Zeitung bewegte. Hochangesehene konservative Journalisten zierten die Redaktion.

Dann kam es zum Relaunch – ein verkapptes Wort für „Modernisierung“. Konservativ war nicht mehr. Eine Anpassung an den Zeitgeist – auf Deutsch: nach links – war die Folge.

Ein kleines Beispiel aus der Praxis: Zu Axel Springers Lebzeiten unterstützte der Verlag stets die „Deutschen Konservativen“ und warb für ihre Publikationen. Heute ignoriert sie die Konservativen total und nimmt auch keine (bezahlten) Anzeigen mehr ins Blatt.

Der Auflageneinbruch war unausweichlich und fiel vergleichsweise höher aus als bei den Konkurrenzmedien. Die WELT verlor fast die Hälfte der Auflage.

Linke Journalisten bestimmen heute die Linie – antideutsche inklusive (z. B. Deniz Yücel). Etliche dieser Propaganda-Journalisten stehen mit der Türkei und/oder türkischen Organisationen in Verbindung.

Meldungen über Verhaftungen von Journalisten in der Türkei nehmen zu, aber ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß irgendwas merkwürdig an den Journalistenverhaftungen ist.

Es trifft interessanterweise besonders die WELT. Merkwürdige Mitarbeiter vertreten nun die Springer-Presse im Türkenland.

Bekannt wurde der Fall des Deutschen-Hassers Deniz Yüzel (der die deutsche und türkische Staatsangehörigkeit besitzt), nun die „Übersetzerin“ Mesale Tolu, ihr Gatte ebenfalls.

Tolu, in Ulm geboren, besitzt die deutsche Staatsangehörigkeit. Im Jahr 2007 hat sie zwar ihren türkischen Paß zurückgegeben, ging dann aber wieder in die Türkei, wo sie an einem türkischen Sender arbeitet (Radiosender Özgür Radyo).

Journalisten oder linke Agitatoren?

Der Sender wurde jedoch nach dem Putschversuch im Juli 2016 per Regierungsdekret geschlossen. Ihr derzeitiger Arbeitgeber, die oppositionelle Nachrichtenagentur Etha, hatte nach Tolus Festnahme gemeldet, bei der Razzia der Spezialeinheiten in jener Nacht seien 16 Personen festgenommen worden. Die Operation habe sich gegen Mitglieder der Sozialistischen Partei der Unterdrückten (ESP) und deren Jugendorganisation SGDF gerichtet.

Es wird vermutet, daß Tolu in einem großen Ring türkischer Kommunisten mitarbeitet, nämlich der Marxistisch-Leninistischen Partei.

Darüber erfährt der interessierte Leser und Zuschauer der Systemmedien nichts, absolut nichts. Stattdessen rattert die Nebelwurfmaschine. Es wird ganz unverdächtig von verhafteten „Journalisten“ oder „Übersetzer“ gesprochen, über deren linksradikalen Hintergrund nicht gesprochen wird – als ob hier harmlosen und unverdächtigen Journalisten der Prozeß gemacht würde.

Vorwurf: Terrorpropaganda

Der Fairness halber sei folgender Einschub gestattet: Daß diplomatische Vertreter Deutschlands keinen Zugang zu Tolu erhielten, verstößt klar gegen das „Wiener Abkommen“. Die Bundesregierung hatte nicht von türkischer Seite von diesem Haftfall gehört, sondern aus anderen Quellen. Die türkischen Behörden haben damit das Wiener Übereinkommen für konsularische Beziehungen verletzt. Zudem erhalten deutsche Konsularbeamte bisher keinen Zugang zu Tolu. Auch diesen sieht das Wiener Abkommen eigentlich vor.

Bis zum 6. Mai befand sich Tolu in der „Obhut“ der Anti-Terror-Abteilung der Polizeistation in Istanbul-Fatih. Dann verfügte ein Richter ihre Verhaftung, wonach sie in das Frauengefängnis in Bakirköy verlegt wurde. Der Vorwurf lautete: „Verbreitung von Terrorpropaganda“ und sie sei Mitglied in einer terroristischen Organisation.

Suat Corlu, der Ehemann von Mesale, sitzt ebenfalls im Gefängnis, wegen angeblicher Mitgliedschaft in der Marxistisch-Leninistischen Kommunistischen Partei (MLKP). Er wurde am 5. April festgenommen.

Linksradikale Journalisten dürfen IN DEUTSCHLAND wirken, agitieren und alles schreiben – auch gegen Deutschland. In der Türkei sollten sie das besser lassen, jedenfalls, solange Erdogan an der Macht ist. Man findet sich dann schnell im Gefängnis wieder. Mein Mitleid hält sich in engen Grenzen.

***

Der Beitrag erschien zuerst auf CONSERVO