Das skandalträchtige schwule Enfant terrible der Neuen Rechten in den USA Milo Yiannopoulos hat sein Comeback in Miami gefeiert und angekündigt, $12 Millionen Dollar für sein neues Medienunternehmen Milo, Inc. gesammelt zu haben. Ein Gastbeitrag von Collin McMahon

Der konservative Provokateur war während des US-Wahlkampfs 2016 zum intellektuellen Vorkämpfer der Trump-Kampagne geworden. Mit seiner Dangerous Faggot Tour, gesponsert von Breitbart.com und seinem Mentor Steve Bannon, zog der britisch-katholisch-jüdisch-griechische Internet-Troll von Campus zu Campus, und

…hielt einen skandalumwitternden Vortrag nach dem anderen wider die heiligen Kühe der politischen Korrektheit: Feminismus, Islamismus, und Black Lives Matter.

Milos Auftritte wurden zum Magneten für die Antifa und linke Demonstranten, die es immer wieder schafften, ausgerechnet einen extrem schwulen Halbjuden mit Vorliebe für schwarze Partner als „homophoben weißen Rassisten und Nazi“ darzustellen.

Sein Vortrag in Berkeley zum Thema Meinungsfreiheit im Februar 2017 wurde von gewälttatigen Antifa-Randalieren verhindert, die auf dem eigenen Uni-Gelände einen Sachschaden von über $100.000 anrichteten und eine konservative Gegenbewegung in Berkeley pro-Meinungsfreiheit ins Rollen brachten.

Doch nicht nur die Linken hatten es auf das schillerndste intellektuelle Aushängeschild der konservativen Revolution abgesehen:

Als Trump ins Weiße Haus eingezogen war, sammelten sich Milos konservative Gegner und lösten einen inszenierten Pädophilie-Skandal aus.

Milo wurde beim konservativen Kongress CPAC ausgeladen, verlor sein Buchvertrag bei Simon & Schuster und sogar seinen Posten als Redakteur bei Breitbart. Er musste sich öffentlich entschuldigen und verschwand eine Weile aus dem Rampenlicht, das er sonst so ausgiebig genießt.

Nun ist Milo wieder da: Am mexikanischen Unabhängigkeitstag „Cinco de Mayo“ (5. Mai) feierte er die Eröffnung seines neuen Medienunternehmens „Milo Inc.“ in Miama, Florida unter dem Motto „Cinco de Milo“. (Mal wieder ein Witz auf Kosten der politisch Korrekten, die aufgrund des Vorwurfs der „cultural appropriation“ Indianer-, Neger- und Eskimokostüme an Fasching und Halloween verbieten wollen.)

Umringt von halbnackten schwarzen Tänzern und mit einer weißen Anaconda auf den Schultern sprach die Diva der neuen Rechten von einer Treppe zu seinen jubelnden Fans:

„Zuerst habe ich eine Weile Asche auf mein Haupt gestreut. Dann habe ich zum Hörer gegriffen und ein paar Leute angerufen. Ihr habt vielleicht gehört, dass ich $12 Millionen aufgetrieben habe.“

Yiannopoulos kündigte an, als erstes seinen Ex-Verleger Simon & Schuster wegen Vertragsbruchs auf $10 Millionen Schadensersatz verklagen zu wollen.

„Ich werde das nächste Jahr damit verbringen, den Namen Simon & Schuster zum Synonym für Zensur zu machen. Das Jahr darauf werde ich damit verbringen, kostenlose T-Shirts mit der Aufschrift „Fuck Simon & Schuster“ zu verteilen.“

„Aber das ist noch nicht alles. Ich werde ihnen ihre besten konservativen Autoren abjagen und meinen eigenen Verlag unter dem Namen Dangerous Books gründen. Wir werden jeden frechen, ketzerischen, kritischen Autoren publizieren, den es gibt. In sieben Tagen geht es los.“

Außerdem kündigte Milo eine Neuauflage seiner College-Tour an, unter dem Namen „Troll Academy“. Als ersten Halt will er gegen die Rede der Palästinenser-Aktivistin Linda Sarsour an der City University of New York protestieren.

Yianopoulos hat bereits angekündigt, auf dem Gelände der Universität von Berkeley eine „Meinungsfreiheitswoche“ abzuhalten. „Wenn die Uni nicht aktiv daran mitwirkt, werde ich die Woche auf einen ganzen Monat ausdehnen“, drohte er.

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Collin McMahon ist Autor („Lukas und Skotti“) und Übersetzer („Gregs Tagebuch“). Er schreibt gerade an einem Buch über Donald Trump.

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