(David Berger) „Habt keine Angst“ hat der große Papst Johannes Paul II. nach seiner Wahl den jubelnden Menschen auf dem Petersplatz zugerufen. Und einer seiner Vorgänger, Johannes XXIII. warnte die Gläubigen davor, auf die „Unheilspropheten hereinzufallen“, die aus Angst alle ausgrenzen, die nicht in ihr Konzept passen und dauernd „Anathema sit“ rufen; also sich der altkirchlichen Formel für die Exkommunikation (Ausschluss aus der Kirche) bedienen. Die Aussagen beider Päpste stehen noch heute be den Kirchenhistorikern für eine weltoffene, progressive Kirche.

Heute ist von dieser progressiven Stimmung bei den Katholiken Deutschlands nichts mehr zu spüren.

Schaut man sich die letzten Monate an, dann will der Ruf „Anathema sit!“, wenn es um eine der demokratischen Parteien der Bundesrepublik geht, gar nicht mehr aufhören.

Vom Kardinal über Zentralratsvorsitzende und katholische Frauen: Überall erklingt der Ruf: „Mit der AfD wollen wir nichts zu tun haben!“, „Die dürft ihr nicht wählen!“

Und auf dem jüngsten Katholikentag in Leipzig, beschlossen die Veranstalter das in der Kirchengeschichte bislang nicht gekannte „Dogma“: Kein Gespräch mit den Vertretern dieser Partei!

Nachdem man in einer alle theologischen Basics und psychologischen Erwägungen außer Acht lassenden Kuschelökumene mit dem Islam und dem zu einer linksgrünen Lobbygruppe verkommenen deutschen Protestantismus alle klassischen Anathemata über Bord warf und sich komplett offen für alles zeigte, brauchte man nun ein neues Tabu, ein neues Anathema, ein neues Feindbild, dass die auseinander driftenden Kräfte in der reichsten Kirche der Welt – neben den Finanzen – irgendwie wieder zusammenführen sollte. Und holte es sich ganz einfach bei den gerade Mächtigen ab.

Lediglich einen wirklich progressiven Bischof, der nicht nur von Toleranz spricht, sondern sie auch praktiziert, der auf Gesprächsbereitschaft und Dialog statt auf Ausgrenzung setzt, scheint es in Deutschland noch zu geben. Den Augsburger Bischof Konrad Zdarsa.

Der äußerte sich – in deutlicher Distanz zum Katholikentag und seinem bischöflichen Mitbruder im nahen München – auf einer Feier zum 60-jährigen Bestehen der Katholischen Akademie in Bayern. Das Onlinemagazin katholisch.de schreibt:

Zdarsa betonte, er sei weit davon entfernt, Positionen der AfD zu vertreten. Die „Political correctness“ gehöre allerdings „auf den Müllhaufen der Geschichte“.
Damit zitierte Zdarsa aus einer Wortmeldung der AfD-Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl, Alice Weidel, beim Bundesparteitag der AfD kürzlich in Köln, ohne ihren Namen zu nennen. Es müsse in Debatten wieder „um Ehrlichkeit und Wahrheit“ gehen und nicht um das, „was gerade angesagt“ sei.

Danke Bischof Zdarsa, mit Ihren Äußerungen stehen sie für eine im guten und echt kirchlichen Sinne weltoffene Kirche des Dialogs!

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Amanda
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Amanda

Ich werde mal beobachten wie lange dieser,offensichtlich noch nicht vollständig gehirngewasche Mann, das durchhält, bevor er sich in aller Form distanzieren muss um weiterhin Staatsgeldes abzufassen

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[…] der Geschichte gehöre“. Eine Forderung, die zuletzt fast wortgleich auch der Augsburger Bischof Zdarsa erhoben […]

Jule
Gast
Jule

Baal lässt grüßen.
Schaut euch das Bild an – solche „Ausstattung“ zeigt Jahrtausende alte Insignien des Baals-Kult.

Vom Kopfschmuck bis zum „Hirten“Stab.

Ralf
Gast
Ralf

Hat er über die Gefahr des Islams gesprochen ?

Karl-Josef Vogel
Gast
Karl-Josef Vogel

Besser wäre eine kath. Kirche, die statt dem Zeitgeist hinterher zu laufen, den wahren Glauben wieder verkünden würde.

Spreeathener
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Spreeathener

Einer der wenigen katholischen Bischöfe die noch Herz und Verstand haben. Die AfD ist weder Demokratie oder Kirchenfeindlich. Alle Die so gegen die AfD sind vergessen eins. Die AFD beschönigt nichts sondern nennt die Dinge wie Sie sind. Islam und Christentum vertragen sich nicht. Der Islam duldet keine anderen Religionen neben sich. Somit ist ein friedliches Nebeneinander ausgeschlossen. Den Kirchenoberen die einen Kuschelkurs mit dem Islam fahren wollen kann man nur empfehlen sich in islamischen Staaten umzusehen. Werbung für das Christentum wird strengstens bestraft und auf den Übertritt vom Islam zum Christentum steht in einigen islamischen Staaten sogar die Todesstrafe.… Mehr lesen »

Patricia Steinkirchner
Gast
Patricia Steinkirchner

Danke, Bischof Zdarsa! Gäbe es unter Ihren Kollegen und sonstigen Verantwortlichen in der Kirche doch mehr von dieser Klarheit und diesem Mut!

Jürg Rückert
Gast
Jürg Rückert

Der Übergang vom Bischof zum Religionsgewerkschaftler ist heute fließend.

Der Ruf „habt keine Angst“ wäre in einem Vernichtungslager so zynisch wie der Schriftzug dort „Arbeit macht frei“! Unser Europa lädt sich auf mit dem Napalm einer zerstörten Währung und dem Sprengstoff aus Entwurzelten! Es sieht danach aus, dass die „Tage des Noah“ überboten werden. Aber die Menschen weigern sich die Zeichen zu sehen. Und an Gesundbetern hat es nie gefehlt.

„Der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa hat den Stadtpfarrer von Ichenhausen (Kreis Günzburg), Georg Alois Oblinger, wegen dessen Tätigkeit bei der rechtsgerichteten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ zurechtgewiesen.“ http://www.kath.net/news/34809 . Anno 2012

Carl Eugen
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Carl Eugen

Bezüglich des Zitats von Alice Weidel ließe sich ein wenig Quellenkunde betreiben. M.E. hat sie es von Brigitte Gabriel, einer Amerikanerin mit libanesischen Wurzeln. Man höre hier einmal rein, insbes bei 7:22

und hier bei 4:25

Beides sehr instruktive Videos (das erste freilich nur Teil 4 eines längeren Vortrags), die man empfehlen kann.

Jana
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Jana

Ein Rufer in einer moralisch total verkommenen Funktionärswüste der kath. Kirche.
Dieser Laden ist doch komplett verfault und falsch.
Gäbe es heute einen Typen wie Jesus, so würde er unermüdlich gegen diese Horde von Scheinchristen demonstrieren. Meines Erachtens haben die meisten der katholischen Funktionäre die Seiten gewechselt, sie arbeiten jetzt mit aller Kraft für den „Gehörnten“.