Ein Gastbeitrag von Adam Elnakhal

Heute vor 50 Jahren, am 19. April 1967, verschied der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland Konrad Adenauer im hohen Alter von 91 Jahren in Rhöndorf in Bad Honnef.

Der harte und zugleich herzliche Rheinländer würde heuer in „seiner“ Bundesrepublik und sowohl in „seinem“ Köln als auch in „seinem“ Bonn einen Kulturschock sonders Gleichen erleiden.

Weit jenseits des Renteneintrittsalters, mit stolzen 73 Jahren, war für Konrad Adenauer der Lebenszenit noch nicht erreicht. Er, der die ersten 42 Jahre seines Lebens noch im Deutschen Kaiserreich verbracht hatte, wurde mit einer Stimme Mehrheit am 15. September 1949 der erste Bundeskanzler der aus den Trümmern geschaffenen Bundesrepublik Deutschland.

Er war ein Glücksfall für Deutschland. Er wusste um die bittere Wahrheit: Die Deutsche Einheit war in jenen Jahren des Stalinismus unerreichbar. Die Sowjetische Besatzungszone musste ihren Weg gehen. Eine gesamtdeutsche protestantische Wählermehrheit mit den mitteldeutschen Ländern zugunsten der SPD hätte den Kommunisten Tür und Tor geöffnet.

Adenauer konnte hart und kompromisslos sein, wenn er dies für notwendig erachtete. Er konnte aber auch herzlich sein. Unvergessen sind die Bilder der Frauen, die Adenauer mit den Tränen in den Augen danken als er ihre Männer 1956 aus sowjetrussischer Kriegsgefangenschaft holte.

In den Jahren seiner Kanzlerschaft von 1949 bis 1963 stieg die Bundesrepublik Deutschland sowohl wirtschaftlich als auch sportlich, kulturell und weltanschaulich aus den Trümmern, die der Nationalsozialismus hinterlassen hat, zu einem der erfolgreichsten Staaten der Welt auf.

In seiner ersten Regierungserklärung am 20. September ’49 bekannte sich Adenauer zum „Geist christlich-abendländischer Kultur und der Achtung vor dem Recht und der Würde des Menschen“.

Dass einer seiner Partei- und Amtsnachfolger einst sagen wird, dass der Islam zu Deutschland gehöre, wäre Adenauer wohl in den wildesten Träumen nicht in den Sinn gekommen.

Ebenso hätte er sich zu Lebzeiten wohl kaum vorstellen können, dass die Vollverschleierung von Frauen in Bonn einst zum Stadtbild gehören würde und dass im idyllischen Bad Godesberg Jahrzehnte später zahlreiche Schaufenster in arabischer Sprache beschriftet sein würden.

Dass die CDU vor einem türkisch-osmanischen Diktator kuschen wird und dass das „C“ im Parteilogo mit einem Stern ‚verziert‘ zum Halbmond mutieren wird, lag außerhalb seiner Vorstellungskraft. Ja, wohl kein einziger Deutscher hätte 1949 für möglich gehalten, was keine 70 Jahre später Realität ist: Ohne Not und ohne Kontrolle reisen mehr als eine Millionen junge muslimische Männer aus den Terrorzentren dieses Planeten ein.

332px-CDU_Wahlkampfplakat_-_kaspl013„Keine Experimente!“ lautete sein Wahlslogan zur Bundestagswahl 1957, die als einzige Bundestagswahl in der Geschichte mit einer absoluten Mehrheit gewonnen wurde. Die Union erhielt damals 50,2 Prozent der Stimmen. In seinem Bonner Wahlkreis wurde Adenauer sogar mit 69 Prozent der Stimmen direkt gewählt.
Es waren für die Bonner Republik die Jahre des Aufstieges.

Es waren für die kinderreichen Familien die Jahre, in denen es reichte, wenn der Mann arbeiten ging. Es waren für die Frauen die Jahre, in denen sie sich in den Großstädten sicher bewegen konnten. Es waren für die Kinder die Jahre, in denen sie in der Schule noch Adventslieder lernten und nicht die geschönte Biographie des islamischen Propheten Muhammad.

Es waren für die Jugendlichen die Jahre, in denen sie mit Schmetterlingen im Bauch flirten mussten und Sexualität noch etwas Intimes und Geheimnisvolles war und nichts ausschließlich Mechanisches, was durch Pornographie seine Spannung verlor.

Es waren für die Großmütter die Jahre, in denen sie am Sonntag noch eine Scharr eine Enkelkindern um sich hatten und nicht vereinsamt von morgens bis abends das Fernsehgerät laufen haben mussten.

Es waren für die Deutschen die Jahre, in denen sie auch abends in der S-Bahn oder Straßenbahn noch in deutlicher Mehrheit einheimische Landsleute antrafen, die die selbe Sprache sprachen und das gleiche kulturelle Fundament teilten.

Es waren für die Ausländer die Jahre, in denen sie sich auf die Innere Sicherheit in der Bundesrepublik verlassen konnten. Es waren für die Lehrer und Polizisten die Jahre, in denen sie noch Respekt erwarten durften und nicht in ghettoähnlichen Stadtteilen um ihre Gesundheit fürchten mussten.

Es waren für Pfarrer die Jahre, in denen sie nicht vor leeren Kirchenbänken stehen mussten, während in Reichweite bereits der Muezzin vom Minarett schreit und im gleichen Stadtteil schon wieder eine Kirche geschlossen wird.

Es waren für Museums- und Fremdenführer die Jahre, in denen die Besucher noch wussten wer Caspar David Friedrich war, wann der deutsche Nationalstaat gegründet wurde und wer am 9. November 1918 die Republik ausrief.

Es waren für die politischen Parteien die Jahre, in denen sich das Volk einbringen wollte und in die großen Parteien strömte und das Wählengehen eine Selbstverständlichkeit war.

„Heimat“, „Heimatliebe“, „D-Mark“, „Deutschland“, „Abendland“, „Christentum“, „Ehe“, „Familie“, „Kinder“ waren positiv besetzte Begriffe und noch nicht rechtspopulistisch oder gar nationalhetzerisch.

Wer auf sein Hausdach <Deutschland verrecke!> gesprüht hätte oder für <Nie wieder Deutschland!> demonstriert hätte, der hätte sich nach seinem Rausch wohl nicht im Bundestag, sondern auf der Polizeiwache wiedergefunden.

Sicher darf man die Adenauerära nicht glorifizieren: Frauen waren entgegen den Bestimmungen des Grundgesetzes immer noch Eigentum des Mannes. Bei außerehelichen Beziehungen wurden Mädchen nicht selten in Erziehungsheime eingewiesen, während den Jungs meist nichts passierte.

In den (oft kirchlichen) Heimen kam es zu Gewalt und Machtmissbrauch. Homosexuelle wurden juristisch und gesellschaftlich geächtet und entschieden sich teils sogar dafür ihrem Leben in der Bundesrepublik ein Ende zu setzen. Psychisch Kranke und geistig Behinderte wurden oft nicht menschenwürdig, sondern wie Aussätzige behandelt, festgebunden und gequält. In den Schulen kam teils noch der Rohrstock zum Einsatz. NSDAP-Schergen stiegen in der Bonner Republik hohe Ämter auf. Kritische Fragen zur Vergangenheit waren unerwünscht.

Das gehört zur ganzen Wahrheit. Das heutige Verständnis von der Freiheit, von der Gleichberechtigung der Geschlechter und von der Menschenwürde hat sich erst im Laufe der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts entwickelt. Die junge Bundesrepublik wies aus heutiger Sicht Defizite auf, die jedoch nicht mit Defiziten im Nationalsozialismus und früheren Epochen der deutschen Geschichte gleichgesetzt werden können.

So wie in den 1950ern nicht alles zu 100 Prozent gold war, so ist heute nicht alles zu 100 Prozent schwarz.

Und dennoch wird durch die 68er, die desaströse Steuer-, Währungs- und Wirtschaftspolitik, die Islamisierung und die vollkommene Aufgabe der Inneren Sicherheit und der nationalen Identität der noch verbliebene Rest des Erbes der Ära Adenauer gegenwärtig verspielt.

Doch neben genannten Defiziten in der Frauen-, Behinderten- und Homosexuellenpolitik gab es einen Fehler, den man dem damaligen Bundeskanzler Adenauer anlasten muss.
Seine größte Fehlentscheidung hat nämlich die Grundlage für die langfristige Islamisierung Deutschlands gelegt:

Er knickte vor den Westmächten ein und lies ab 1961 die türkischen, muslimischen Gastarbeiter einwandern. Die Vorstellung, dass diese nur vorrübergehend bleiben würden und irgendwann wieder in die Türkei ziehen würden, erwies sich als naiv. Noch im Jahre 1960 lebten in der BR Deutschland praktisch keine Türken. Die Zahl wuchs bis zur Jahrtausendwende auf über zwei Millionen an. Im Gegensatz zu den Migranten aus den südeuropäischen Staaten und aus Polen, die weitgehend in die deutsche Gesellschaft aufgegangen sind, entstand mit den Türken die erste große islamische Gesellschaft in Westdeutschland. Die Folgen sind bekannt.

Zwar handelte Adenauer auf Druck seines Wirtschaftsministers und Nachfolgers Ludwig Erhard und auf Druck der westlichen Verbündeten. Trotzdem hätte er sich diesem Abkommen mit Händen und Füßen in den Weg stellen müssen.

Das Abkommen vom 30. Oktober 1961 bleibt der folgenreichste Fehler seiner Kanzlerschaft. Dennoch kann man annehmen, dass er die dann einsetzende Masseneinwanderung in die BRD und die Islamisierung der Lebensverhältnisse so nicht toleriert hätte, wie es seine Nachfolger getan haben.

Ein „Asylrecht kennt keine Obergrenze“, ein „Der Islam gehört zu Deutschland.“ hätte es mit Adenauer ebenso wenig gegeben wie eine „Armlänge Abstand halten“ sowie den überhasteten Atomenergieausstieg, die Abschaffung des Grundwehrdienstes und die Verlagerung der deutschen Souveränität nach Ankara.

Adenauer war ein Mann seiner Zeit. Er war eine Vaterfigur; er war ein Patriarch. Er war ein rheinisches Schlitzohr und ein gläubiger katholischer Christ. Als er mit 87 Jahren im Herbst 1963 als Bundeskanzler zurücktrat, hat er die damalige Lebenserwartung eines Mannes schon weit überschritten und blieb trotzdem noch Parteivorsitzender der CDU bis zum März 1966. Zwei Monate zuvor feierte er seinen 90. Geburtstag. Bundestagsabgeordneter (der Älteste in der Geschichte) blieb er bis zu seinem Tod im hohen Alter von 91 Jahren.

Am 19. April 1967 schloss Adenauer im Beisein seiner Familie für immer die Augen. Ihm wurde das größte Staatsbegräbnis in der Geschichte der Bundesrepublik zu teil.

Bei der Überführung vom Requiem im Kölner Dom nach Bad Honnef standen hunderttausende Bundesbürger am Rheinufer und erwiesen dem Staatsmann und Original Adenauer die letzte Ehre.

Adenauer war ein Jahrtausendmensch, der einer Nation wohl nur einmal geschenkt wird. Ohne ihn wäre Deutschland nach dem Krieg nicht so schnell und vor allem sicher wieder auf die Beine gekommen.

Die heutige Bundesrepublik Deutschland, mit einer CDU, welche die SPD links überholt, mit Graffiti und Vandalismus in zerfallenen Stadtteilen, mit islamischen Parallel- und Gegengesellschaften, in denen die Ladenzeilen türkischsprachig und arabischsprachig sind, mit der Möglichkeit des Doppelpasses und dem Empfang von Sozialleistungen für Ausländer, die nie in die Kasse eingezahlt haben, mit einer entgleisten Bandenkriminalität, mit gegenderten Toiletten, der SED im Bundestag, Kölner Silvesterfeiern, Plakatwerbung für Flatratebordelle gegenüber von Schulhöfen, katholischen Bischöfen, die das christliche Abendland verleugnen und verteufeln, das Kreuz verstecken, die Christenverfolgung verschweigen und stattdessen die Religionsfreiheit des Islam in Deutschland einfordern, mit einer Bundeskanzlerin, die den Kniefall vor dem neuosmanischen Sultan probt und den deutschen Steuerzahler für griechischen Reformstau zahlen lässt, mit einer kaputtgesparten Bundeswehr in Zeiten von IS usw. …

Dieses heutige Deutschland würde Konrad Adenauer wohl nicht mehr wiedererkennen. Es darf bezweifelt werden, ob er 50 Jahre nach seinem Tod und 60 Jahre nach dem fulminanten Wahlsieg von 1957 im September dieses Jahres noch einmal CDU wählen würde.

Es ist gut, dass er nicht mehr mitbekommen musste, welchen Weg Deutschland nach 1967 gegangen ist, wie es in den vergangenen 50 Jahren beispiellos nach Links marschiert ist. Es ist wahrscheinlich auch gut, dass er nicht miterleben muss, wie es in den kommenden 50 Jahren mit Deutschland weitergehen wird.

Ruhe in Frieden!

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(c) Foto: CDU, CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons