(David Berger) Zum politisch komplett gleich geschalteten Karneval, über den sich die politisch Mächtigen Deutschland dieses Jahr freuen konnten, gehörte natürlich auch, dass man sich über die Politiker, die der Merkelschen Politik nicht kritiklos und demütig folgen, lustig macht.

Karnevalistisch verkleidete derbe Kritik an Trump gehörte daher zu jedem Rosenmontagszug dazu, wie zuvor zu jeder Talkshow und Nachrichtensendung. Das dürfte Trump kaum berührt haben.

Tiefe Verletzungen bei unserem Nachbarn Polen hat jedoch ein Düsseldorfer Rosenmontagswagen hinterlassen. Der wollte seine Meinung zum „Regierungswechsel in Polen“ mit Jaroslaw Kaczynski auf lustige Weise zum Ausdruck bringen:

Gezeigt wurde Kaczynski, der dem polnischen Volk auf den Kopf tritt. In Polen konstatierte man daraufhin eine „Verachtung der Polen und der polnischen Politiker“.

Nachdem man über Jahrzehnte – nach dem Überfall der Deutschen auf Polen und dem daraufhin folgenden Ausbruch des Zweiten Weltkriegs – mühsam an einem verbesserten Verhältnis zu Polen gearbeitet hat, ist man nun in Berlin offensichtlich bereit, dieses innerhalb kurzer Zeit wieder zu zerstören.

Das zeigt die Äußerung des Pressesprechers der Regierung, Seibert, die die Kritik einfach an sich abprallen ließ. Man werde bei den Veranstaltern des Düsseldorfer Rosenmontagszuges nicht intervenieren.

Schließlich gelte in Deutschland die Meinungs- und Kunstfreiheit – auch wenn dies für dargestellte Personen manchmal „weniger angenehm“ sein könne.

Da reibt sich der Beobachter des Karnevalsgeschehens der letzten Wochen schon verwundert die Augen …

  • Wo war das Plädoyer der Bundesregierung für Meinungsfreiheit im Karneval, als diese in den letzten Wochen immer wieder übelst verletzt wurde?
  • Als Büttenredner ausgeladen wurden, weil sie sich unvorteilhaft zu Genderblödsinn und Flüchtlingspolitik der großen Kanzlerin geäußert haben?
  • Wo blieb das Eintreten für die Meinungsfreiheit einer demokratischen Partei, als linksradikale Gewalttäter im Verein mit Kölschen Karnevalsbarden das Maritim-Hotel in die Knie zwingen wollten – mit dem Ziel, dass das Hotel einmal geschlossene Verträge mit der AfD aufkündigen soll.

Die Polen reagierten in kluger Weise mit einem leicht bearbeiteten Bild (Quelle: PRIKK.WORLD) auf die politische Botschaft aus dem deutschen Reich des Frohsinns:

 

Ob sich Herr Seibert auch für die Meinungsfreiheit stark machen sollte, würde der Wagen über die deutschpolnische Grenze und auf Berlin zufahren … Oder würden wir dann morgens im öffentlich-rechtlichen Staatsfunk hören:

„Seit 5 Uhr 45 wird jetzt zurückgeschossen!“