Ein Gastbeitrag von Patrizia von Berlin

Lukasz Urban, der Fahrer des LKWs, wurde ermordet. Zunächst sogar als Täter oder Mittäter durch die Medien verdächtigt. Die Kanzlerin ließ nicht erkennen, dass man den Opfern helfen würde. In den Medien: nichts.

Und in dieser Situation habe ich zufällig auf der Seite des Arbeitgebers von Herrn Urban gesehen, dass er einen Spendenaufruf, direkt auf das Konto von Frau Susan Urban, veröffentlicht hatte.

Nach einer kurzen Internetrecherche sah ich, dass kein wesentliches Medium in Deutschland diesen Aufruf teilte.

Als ich David Berger die Situation schilderte, nahm er das sofort auf und veröffentlichte den Spendenaufruf: Spendenaufruf für die Frau des ermordeten polnischen Fahrers

So weit so gut. Dachte ich.

Was ich dann an Hass und Ablehnung lesen musste, traf mich völlig unerwartet. Dass David bei vielen nicht beliebt ist: geschenkt.

Aber hier ging es nicht um Politik, um nichts das im Mindesten kontrovers sein sollte. Es ging darum, dass wir dort helfen, wo der Staat es nicht tat. Ich kenne aus meinem Berufsleben die Situation von Berufskraftfahrern. Größere finanzielle Reserven sind dort nicht zu erwarten.

Und die Hilfe musste schnell kommen. Zu diesem Zeitpunkt war Lukasz Urban das einzige bekannte nichtdeutsche Opfer. Und auch deshalb und gerade Richtung Polen, fand ich ein Zeichen von tätiger Trauer wichtig.

Was ich dann beim Teilen in meinem recht überschaubaren Umfeld erlebte, fand ich in Teilen nicht schön bis erschütternd. Da kamen dümmliche Hinweise auf das Opferschutzgesetz. Als ob Frau Urban erstmal abwarten sollte, ob da etwas kommt, bis man für sie zu Spenden aufrufen könnte und ähnliches.

Im Hintergrund aber war klar: Das eigene Mitleid ist kleiner als die Ablehnung von David Berger. Man verbarg es nur hinter einer scheinbaren Sachlichkeit.

Was da an Hass zu lesen war, an Vorwürfen, der Spendenaufruf wäre eine Instrumentalisierung. Man ist viel gewohnt mittlerweile, aber damit hatte ich nicht gerechnet.

Seit heute wissen wir, dass Lukasz Urban nicht, wie von den Untersuchungsbehörden mitgeteilt worden war, das Steuer des Lenkrads weglenkte, sondern dass er wohl schon Stunden vorher von seinem Mörder in den Kopf geschossen wurde. Er ist also kein Held, sondern ein weiteres Opfer, wie jeder von uns es hätte werden können.

Für seine Frau, die sicherlich die schlimmsten Weihnachtstage ihres Lebens hinter sich hat, ändert das nicht das Geringste. Und für uns auch nicht.

Deshalb noch einmal die Bitte um Spenden.
Und denen, die Angst haben, sei gesagt: Frau Urban wird nie erfahren, dass die Spende über David Bergers Seite angeregt wurde. Und für diejenigen die sich nicht trauen, den Aufruf von Philosophia Perennis zu teilen, sei gesagt:

Kopiert die Angaben heraus, die für das Spenden nötig sind und teilt diese. Oder spendet auf der von der Spedition eingerichteten Seite: https://www.siepomaga.pl/en/kierowca-bohater
Sowohl David, als auch mir als Ideengeberin ist nur Eines wichtig:
Dass geholfen wird.

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Foto: (c) https://www.siepomaga.pl/en/kierowca-bohater