Ein Gastbeitrag von Marco Wild

Deutschland ist zerrissen. Das war es die meiste Zeit. Zerrissen im Ringen zwischen Kaiser und Papst, zerrissen zwischen Reformation und Gegenreformation, zerrissen in Kleinstaaterei, zerrissen zwischen Ostanbindung (Bismarck) und Westanbindung (Adenauer), zerrissen zwischen Ideologie und Vernunft, moralischem Absolutismus und Skrupellosigkeit, zerrissen zwischen geistigen Höhen und menschlichen Abgründen, zwischen Gesinnungs- und Verantwortungsethik, zwischen Nibelungentreue und Volksverrat. Wenn es ein Land auf der Welt gibt, das für Zerrissenheit steht, dann Deutschland.

Allein: diesmal ist es schlimmer. Diesmal scheint es kein Zurück zu geben. Nur den unaufhaltsamen Weg in den Schmerz. Zu tief ist der Riss.

Am offensichtlichsten manifestiert sich dieser in der Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungsfrage. Wie unter einem Wahn entzündet sich dieses Land daran, so dass bei gleichzeitigem Ergötzen am radikal Guten erneut die ganz Banalität des Bösen, nämlich anderen um es Schadens Willen zu schaden, entfesselt werden:

Denunziation, Anzeigen, Verleumdung, Terror, verbale, physische und soziale Gewalt. Parteien gegen Volk, Bildungselite gegen Arbeiter, Agenturen gegen Unternehmen, Antifa gegen AfD, Systemmedien gegen Alternative, Multikulturalisten gegen Patrioten, Kirche gegen Christentum, Bruder gegen Bruder, Freund gegen Freund. Soweit der Status Quo.

Derlei Entzweiung muss eine Ursache haben. Eine, die nur im Denken liegen kann. Nicht die Umstände stürzen dieses Land in die Entzweiung, nicht die massenhafte illegale Zuwanderung, nicht die Regierung tut das. Es ist eine Frage des Denkens. Da Denken eine Funktion von Information und Deutung ist, hat die Medienlandschaft die Feindschaft Deutscher gegen Deutsche maßgeblich mit heraufbeschworen. Doch die eigentliche Ursache liegt tiefer. Hätte man das Land vor hundert Jahren mit den selben Informationen geflutet, hätte nicht funktioniert, was heute funktioniert. Was also ist geschehen?

Das Denken des Lagers, welches die nationale Identität im Deutschsein – in Kultur, Sprache, Volk und Territorium – verwurzelt sieht und deshalb Nationalstaat und ethnische Homogenität weitgehend erhalten möchte, ist kein Neues. Es steht in einer Tradition, die sich bis weit ins Heilige Römische Reich deutscher Nation zurückverfolgen lässt.

Es ist das Denken des anderen Lagers, das sich radikal von den Wurzeln entfernte und nun offen Prozesse beschleunigt, welche auf die Auflösung der deutschen Kultur abzielen. Dieses Denken ist das Ergebnis einer bestimmten Art von Bildung. Seine Protagonisten sind allzumal in den Geistes- und Sozialwissenschaften zu Hause und sitzen an vielen Schalthebeln der Institutionen, von welchen aus der Werdegang der Gesellschaft maßgeblich gesteuert wird. Vertreter dieses Denkens rekrutieren ebenfalls wieder nur Ihresgleichen, so dass dieses Denken inzwischen zum alles bestimmenden Wahrnehmungsfilter geworden ist, mit dem die Welt erfasst und bewertet wird.

Dieses Denken ist die aufgehende Saat der Frankfurter Schule. Marcuse, Adorno und Horkheimer entwickelten mit der „Kritischen Theorie“ ein interdisziplinäres Instrument, das sanft daherkommt, aber wie Brechstange gegen die bestehende Ordnung wirkt.

Die bestehende Ordnung ist hierbei nicht der Kapitalismus, gegen den sich der klassische Marxismus wendet, sondern das Fundament des Abendlandes: christliche Ethik und römisches Recht.

Hauptangriffspunkte des Frankfurter Kulturmarxismus sind die Frau, die Familie und die christliche Religion.

Kulturmarxismus ersetzt das Klassen-Konzept durch ein Minderheiten-Konzept. Nicht mehr das Proletariat, sondern sogenannte „Minderheiten“ stehen im Zentrum der Betrachtung. Um die Herrschaft der „Unterdrücker“ zu brechen, werden ausschließlich die Interessen der jener „unterdrückten Minderheiten“ gestärkt: die Interessen des Islam, um das Christentum zu brechen und die alten Werte auszuradieren, die Interessen der Frau gegen den Mann – vordergründig, um das Patriarchat zu brechen und die Frau zu stärken. In Wahrheit, um die Familie zu brechen und Menschen in die seelische Verwahrlosung zu treiben. Der Staat ersetzt den Vater, die Frau wird in Abhängigkeit zu ihm gezwungen. Kinder ohnehin. Den noch formbaren Persönlichkeiten wird die neue Weltdeutung von Jugend auf aufgezwungen. Ziel ist der Totalitarismus.

Man kann diese Gesellschaftstransformation denn auch als stille Fortsetzung und Vollendung der großen Revolutionen des 18. und 20. Jahrhundert verstehen – der Französischen und der Oktoberrevolution. Beide brachen die Herrschaft des Adels und ersetzten sie durch ein neues Machtgefüge. Hier eine Elite, die vorgab, das Bürgertum zu vertreten, dort eine, die vorgab, das arbeitende Volk zu vertreten. Hier institutionalisiert durch Bildungseinrichtungen. Der darin zu beschreitende Weg des gesellschaftlichen Aufstiegs protegiert durch – wie sollte es anders sein – Verwandtschafts- und Logenbündnisse. Dort institutionalisiert durch eine Kaderpartei, der Aufstieg gebunden an die Zugehörigkeit zu dieser.

Beides gilt bis heute: die richtige Parteizugehörigkeit und / oder Protegiertwerden durch die Strukturen von Logen und geisteswissenschaftlichen Instituten, denen der Aufstiegswillige sein Denken und damit seine Seele ausliefern muss, sind Grundbedingungen, um dorthin zu kommen, wo das Geld verteilt und die Richtung bestimmt wird. Das strategisch wichtigste Mittel der Verschleierung, um Derartigem den Anschein von Legalität und Natürlichkeit zu geben, ist die bis ins Mark manipulierte und manipulierende Sprache der Political Correctness. So wird Krieg zur „Friedensmission“, das Zusammenbomben von Gesellschaften zum Demokratisierungsauftrag und das ungeborene Kind zu einem „Zellklumpen“. Bei einem solch depersonalisierten Begriff fällt es dann auch viel leichter, einen Eingriff zur „reproduktiven Gesundheit“ vornehmen zu lassen, weil die Frau ja ohnehin eher „Opfer“ der Schwangerschaft (oder des Mannes oder überhaupt) ist, und nicht Täterin, die einen Mord begeht. Man ergeht sich in Allgemeinheiten, wo es konkret werden sollte und umgekehrt. Schopenhauers Eristische Dialektik ist Grundvoraussetzung, um am „Dialog“ – der nichts anderes ist, als Verhinderung echter argumentativer Auseinandersetzungen – teilnehmen zu dürfen. Geführt wird dieser von der „Zivilgesellschaft“. Womit all jene gemeint sind, die nicht zu den „Populisten“ gehören. Und so weiter und so fort. Kurz: Verwahrlostes Denken.

Dass es in Wahrheit nicht um Schutz oder Stärkung von Minderheiten geht, sieht auch der Unbedarfte anhand der gleichzeitig-aggressiven Förderungen solch einander ausschließender Konzepte wie Islam und Homosexualität oder Islam und „Frauenrechte“. Es bedarf weder allzu großer Intelligenz um festzustellen, dass es sich bei „Frauen“ unmöglich um eine Minderheit handeln kann. Von einer universalen Unterdrückung kann ebenfalls nur schwer die Rede sein. Tatsächlich genossen Frauen schon immer besondere Privilegien und Freiheiten. Etwa die Befreiung vom Kriegsdienst, die Befreiung von schwerster körperlicher Arbeit bis hin zu einem besonders zuvorkommenden, rücksichtsvollen Verhalten sowie der ungebrochenen Verehrung durch die Künste. In Wahrheit hat gerade die Frau durch ihre „Befreiung“ sehr viele Freiheiten eingebüßt. Exemplarisch versinnbildlicht an ihrer nunmehr permanenten Bedrohung durch den sich immer weiter etablierenden Islam. Noch bedarf es großer Intelligenz um zu erkennen, dass dieser Weg im Chaos enden wird. Chaos, aus dem dann eine neue Ordnung entstehen soll.

Dieses Denken lässt sich zurückverfolgen bis zur Schlange, die im Paradies den ersten Menschen mit Hilfe von Wortverdrehungen versprach, sie würden sein, wie Götter. Auf dem tiefsten Grunde des Bechers finden wir hier das rebellierende Denken gegen den eigenen Platz im Universum. Das Nichtanerkennenwollen. Das Verneinende Denken.

Kurz: das große Nein. Mit der Frankfurter Schule erhielt dieses Denken seinen letzten intellektuellen Energieschub und gebar Axiome wie den Butlerismus (nach Judith Butler), der heute fast die gesamte akademische Welt unterwandert hat. Dieses Denken ist das große Unglück westlicher Gesellschaften. Denn es handelt sich um traumatisiertes, verwahrlostes Denken. Ein dem ontologischen Ursprung entrissenes, auf akademischem Wege gezielt, systematisch und nachhaltig zerstörtes Denken. Die Zerstörung erfolgt, indem das Denken gezwungen wird, gegen seine eigenen Prinzipien verstoßen. Namentlich der Logik, die nicht zufällig eine Sinnverwandtschaft mit jenem Logos bildet, als der Gott im Johannesevangelium bezeichnet wird.

Um dies auf den konkreten wissenschaftlichen Betrieb herunter zu brechen, lassen wir Karl Popper und den Wissenschaftssoziologen Robert K. Merton zu Wort kommen. In seinem letzten Jahr schrieb Popper, die Vorgehensweise der Wissenschaften ist „grundsätzlich dieselbe Methode, die der gesunde Menschenverstand verwendet: die Methode von Versuch und Irrtum“ (Alles Leben ist Problemlösen, 1994). Merton äußert zu grundlegenden Fragen der Wissenschaft, dass das Ergebnis von Wissenschaft vier Anforderungen genügen müsse: es muss erstens Gültigkeit gemäß unpersönlicher Kriterien und des bereits vorhandenen, abgesicherten Wissens besitzen (Universalismus), es muss zweitens zur allgemeinen Verfügbarkeit bereit stehen (Kommunismus), es sollte drittens uneigennützig und viertens in einen organisierten Skeptizismus eingebettet sein. Erfüllt Wissenschaft diese Imperative, dann wird sie ihrem eigenen Ethos gerecht.

Gegen Poppers Verortung im gesunden Menschenverstand verstößt heute das meiste der geisteswissenschaftlichen Lehrinhalte. Statt dessen wird „dekonstruiert“. Sprich: Beobachtung und Logik werden per ideologischem Postulat für ungültig, weil „konstruiert“ erklärt.

Sämtlichen Erfahrungen entgegenstehende Behauptungen werden ohne schlüssige Begründung oder empirischen Nachweis vorausgesetzt. Wer das akzeptiert, weil er gesellschaftlich vorankommen will, verkauft seine Denken für 30 Silberlinge.

Geisteswissenschaftliche Ergebnisse wiederum genügen heute nur noch selten den mertonschen Anforderungen. In der Soziologie werden Erhebungen im Auftrag der Regierung durchgeführt, bei denen das gewünschte Fazit schon vorher bekannt ist. Sehr oft wird dann eben gerade nicht im Bereich gesellschaftlich tatsächlich relevanter Entwicklungen geforscht, sondern in Bereichen die die aktuelle Regierungspolitik für sich verwerten kann. Das betrifft vor allem die meisten Minderheiten-Thematiken, die zu einem Popanz aufgeblasen und völlig unangemessen überrepräsentiert sind. Von Uneigennutz keine Spur. Das Interesse der Auftraggeber bestimmt hier Sujet und Fokus.
Studien, die nicht die gewünschten Ergebnisse erbringen, werden unter Verschluss gehalten. So kann auch von allgemeiner Verfügbarkeit nicht die Rede sein. Der Forschende wird zur geistigen Prostitution angehalten – und gibt ihr meist willfährig nach, weil auch heute noch dessen Musik gespielt wird, der sie bezahlt.

Nicht, dass Deutschland mit all dem alleine stünde. Doch das deutsche Wesen ist nun einmal in besonderer Weise an die geistige Arbeit gebunden. Wo das im Einklang mit auf Wahrheit gründenden Prinzipien geschieht, geschieht dies durchaus zu Segen der Allgemeinheit – wie Deutschlands Geschichte der Neuzeit wunderbar zeigt. Wo diese Prinzipien aber aufgekündigt werden, ersteht der Allgemeinheit das Gegenteil von segensreichen Entwicklungen. Leider bündelt sich dieser Prozess wieder mit besonderer Vehemenz in Deutschland. Ein Denken, dass das Land zerreißt, so dass alles auseinander strebt, bis es ganz zerreißt. Es ist dieses intellektuelle Schisma, das Deutschlands größte Plage ist, weswegen unsere Hymne vermutlich gerade die Einigkeit so beschwört und an die erste Stelle setzt.

Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust, ließ Goethe den Faust sagen.

Im Markusevangelium heißt es: Wenn ein Reich mit sich selbst entzweit ist, kann es nicht bestehen. In beiden Versen steht das Entzweit sein im Kontext mit derjenigen geistigen Kraft, die Entzweiung bringt. Betrachtet man die Lage Deutschlands aus dieser Perspektive wird besonders offensichtlich, woher seine Zerrissenheit und sein entzweites Denken kommt: Deutschland, das Land Luthers und Bachs, Zinzendorfs und Heisenbergs, Bonhoeffers und Schneiders, verabschiedet sich davon, christlich zu sein. Und das bekommt ihm nicht.

***

Foto: Max Horkheimer (vorne links), Theodor W. Adorno (vorne rechts) und Jürgen Habermas (im Hintergrund rechts) im Jahr 1964 in Heidelberg (c) Jjshapiro at English Wikipedia [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons

25 Kommentare

  1. Sehr aufschlussreich…der Begriff „Frankfurter Schule“ begegnet mir in letzter Zeit immer öfter,je mehr ich mich mit dem linksgrüner Politik, Vereinigte Staaten von Europa, der One World Ordre und dem Weltsozialismus für alles und jeden beschäftige.
    Man sieht explizit für Deutschland den Werdegang von 70 Jahren Politischer Doktrin und sozialer Bildungspolitik…da packt mich das blanke Grausen.

  2. Die Frankfurter Schule wird hier zurecht kritisiert. Aber dass einem hier gleich Karl Popper mit seiner offenen Gesellschaft als etwas Gutes untergeschoben wird, empfinde ich doch als eine Frechheit. Es ist die selbe verlogene Vorgehensweise, die man auch bei der AfD findet: Die AfD ist kein Gegner der Frankfurter Schule. Die AfD stellt kein Ende, lediglich eine Verlangsamung der Degeneration dar.

    • Was ist an der Erwähnung Karl Poppers und seiner These zur offenen Gesellschaft bitte eine Frechheit? K. P. hat die Möglichkeit der offenen Gesellschaft unter der Bedingung dargestellt, dass diese nur innerhalb sichernder Grenzen stattfinden kann, in welcher sich gegenseitig vertrauende Individuen mit ähnlichen oder gleichen Vorstellungen und sehr ähnlichen kulturellen Prägungen leben. So what !

  3. @ Tanzender Berg

    die Kirche befindet sich im Judas-Modus, sie hat Jesus verraten und sich dem Zeitgeist unterworfen; schlimmer noch sie treibt ihn aktiv mit voran, anstatt Fehlentwicklungen anzuprangern. Im Grunde hat in der Kirche seit dem 2. Vatikanum ein ähnlicher „Durchmarsch durch die Institutionen“ stattgefunden, wie in der Gesellschaft und das von den selben kulturmarxistischen Geisteskindern. Jetzt wird jahrzehntelange Wühlarbeit im Untergrund und Seminaren langsam offenbar. Die Liturgie ist entstellt, Christliche Werte werden aufgegeben, konservative Christen an den Rand gedrängt und als Fundamentalisten gebrandmarkt; gläubige Priesterkandidaten in Priesterseminaren identifiziert, gemobbt und teilweise sogar bedroht. Es ist davon auszugehen, dass es bald zu einem Schisma kommt.

    Aus christlicher Sicht ist das Konzept der Nation gottgewollt und soll nicht aufgelöst werden. Vielmehr sollen die Völker in friedlicher Koexisenz leben. Es ist quasi ein Schutz für die Menschheit, um sich nicht global im Bösen zusammenzurotten und als ganze Menschheit in die Irre zu gehen, wie in Babylon. Der Eingriff Gottes sollte vehindern, dass alle in die Irre gehen und eine Chance für die in die irregegangenen Völker sein, ihren Irrtum zu erkennen und zu korrigieren, durch den Vergleich mit anderne Völkern, die andere gesellschaftliche Wege gegangen sind.
    Ein Hauptziel der EU ist aber gerade die Wiederherstellung dieses babylonische Konzepts, alle Völker unter einer Regierung und Weltanschauung zu vereinen, wie auch am Gebäude des europäischen Parlaments in Strasburg deutlich wird, dass bewusst dem bekannten Bild des babylonischen Turms nachempfunden wurde.

  4. […] Deutschland ist zerrissen. Das war es die meiste Zeit. Zerrissen im Ringen zwischen Kaiser und Papst, zerrissen zwischen Reformation und Gegenreformation, zerrissen in Kleinstaaterei, zerrissen zwischen Ostanbindung (Bismarck) und Westanbindung (Adenauer), zerrissen zwischen Ideologie und Vernunft, moralischem Absolutismus und Skrupellosigkeit, zerrissen zwischen geistigen Höhen und menschlichen Abgründen, zwischen Gesinnungs- und Verantwortungsethik, zwischen Nibelungentreue und Volksverrat. Wenn es ein Land auf der Welt gibt, das für Zerrissenheit steht, dann Deutschland. […]

  5. „Dieses Denken ist die aufgehende Saat der Frankfurter Schule. “

    Das ist keine Saat die aufgeht, es ist das blühende Feld, kurz vor der Ernte. Die Saat waren die 68’er.

    „R.J.
    13. Dezember 2016 um 11:23“

    Bitte was? „Nicht so dämonisieren“?! Diese verdammten Arschlöcher der FS kann man nicht genug dämonisieren. All der Wahnsinn mit der Umvolkung, neuem Sozialismus, Vernichtung der europäischen Kulturen, Vernichtung der Familie, … kommt direkt von denen. Die planmäßige Erziehung zum Selbsthaß auch. Das haben die Erschaffer der FS sind in den 1920’ern ausgedacht, „zufällig“ waren das alles deutsche Juden. Zufällig gingen die vor 1933 in die USA, zufällig bekamen die dort von Herrn Rosenfeld viel Geld und ein neues Institut, zufällig kamen sie in US-Offiziersuniformen 1945 zurück, mit noch viel mehr Geld und dem Freifahrtschein zu tun was sie wollen. Und ganz zufällig ist der Istzustand und die absehbare Zukunft genau das, was die zufällig haben wollten.

    „Nicht so dämonisieren“ – AM ARSCH!

    • ad Marcus Junge. Danke für diese wertvollen Erläuterungen. Ich weiß jetzt endlich, wie monokausal Geschichte läuft. Wieder einmal Juden. Besonders die letzte Zeile war ein Genuss. Ich bewundere Ihr Ausdrucksvermögen, Sie bringen die Dinge auf den Punkt, wenn auch einen rektalen. Haben Sie eigentlich je etwas von Adorno (a) gelesen und (b) ernsthaft versucht zu verstehen? Ich empfehle seine Vorlesungen über Moralphilosophie, die sind nicht so geschraubt und jedenfalls für Nichtrektale lesenswert. Man sieht auch darin, dass er sehr wohl verständlich sprechen und einen umfassenden Blick auf die Dinge haben konnte.

    • Und da genau diese Umstände, die sie so überaus treffend beschreiben, gerade in diesem Land so völlig unaussprechbar sind, wird uns auch niemand mehr retten können. Am wenigsten wir selbst. Das, was gerade passiert, ist nur ein weiterer Schritt auf einem Weg, den Zionisten unbeirrbar beschreiten und ihrem Ziel so nahe sind wie nie zuvor. Siehe Coudenhove-Kalergie und seinen Pan-Europa-Plan !

  6. 1. Quellenangaben waeren sehr wichtig. Ich wuerde das gerne nachlesen. So sind mir die Anschuldigungen zu pauschal und unbelegt.
    2. Ihr Beitrag erklaert nicht, warum gerade die christlichen Kirchen zu den entschiedensten und aggressivsten Propagandisten der Willkommenskultur gehoeren. Mir scheinen wichtige Quellen des Uebels in christlichen Lehren zu liegen (Feindesliebe, Schuld- und Suendenkult).

  7. Im Gegensatz zu Habermas fand Adorno die „Emanzipation der Menschheit“ lächerlich. Habermas ist nichts weiter als der mißratene Schüler Adornos, dessen „Minimalia Moralia“ auch heute noch eine Offenbarung ist. Seine gemeinsam mit Horkheimer geschriebene „Dialektik der Aufklärung“ ist die schärfste Abrechnung mit der Aufklärung und der Moderne, die es bis heute gibt. Adorno wollte das „Ganz Andere“ immerhin noch resignativ-heroisch bewahren, während Habermas zum kritisch-zurückhaltenden Verteidiger der Massendemokratie degenerierte. Gewiß ist auch Horkheimers und Adornos Hauptwerk politisch defizitär. Der Niedergang der Frankfurter Schule aber trägt eindeutig den Namen Jürgen Habermas. Unvergessen ist auch seine Denunziation des großen Philosophen Kolakowski, dessen Berufung ans Institut für Sozialphilosophie er mit den bezeichnenden Worten verhinderte: „Keine Sentimentaitäten. Wir sind im Bürgerkrieg“! Habermas war unfähig die Kontinuität der Kritischen Theorie zu bewahren, und so wurde er zum Agenten und Vollstrecker jener aufklärerischen Illusionen, die Adorno und Horkheimer bereits widerlegt und destruiert hatten. Die Funktion einer Verfassung und die Aufgabe eines Staates hat er auch nicht im Ansatz begriffen. Was übrig bleibt ist das leere Geschwätz der sogenannten „herrschaftsfreien Kommunikation“, die beim kleinsten Ernstfall wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt.

    • Verehrter Herr Olles, Sie tauchen mit Ihrem durchaus kenntnisreichen Beitrag eine Idee zu sehr in die persönlichen Animositäten der Leithammel ab- in einem waren sie sich nämlich einig: Zerstörung der westlich-christlichen Kultur als Voraussetzung einer erfolgreichen marxistischen Weltrevolution, nachdem das Idol „Proletarier“ so schmählich versagt hatte, der lieber Käfer fuhr und nach Mallorca reiste, als sich in der ‚Revolution‘ verheizen zu lassen. Gerne stimme ich zu, den Schwätzer Habermas als Katastrophe seiner Vorbeter zu begreifen- wie dämlich aber die nachgeborenen Verehrer des Frankfurter Kulturmarxismus sind, ist unschwer an der bramassierenden Heldenverehrung zu erkennen, die diesem, prinzipiell in mystisch-unverständlichem Kauderwelsch furzenden linken Poseur in poststrukturalistischen Hirnschäden heutiger universitärer Provenienz immer noch zuteil wird.
      Und die revolutionären Eskapaden des Derwischs Marcuse mit seiner „repressiven Toleranz“ (die wir gerade ganz originär erleben) und seiner ‚polymoph-perversen Sexualität‘, die als Untergang des Abendlandes durchaus treffend beschrieben ist und den Sie ganz außen vor lassen.
      Das Unheil, das die ‚Frankfurter‘ über die vernebelten Hirne sog. „Geisteswissenschaftler“ gebracht haben, wäre indes einfach zu lösen: Geldhahn zudrehen und Fakultäten im Dutzend schließen, am besten solche Buden wie Humboldt oder FU gleich ganz.
      http://www.danisch.de/blog/2016/12/09/parasitaere-lebensweisen-das-gebettel-der-geisteswissenschaftler/ beachten Sie insbesondere diese verlinkten Leckerbissen:
      http://www.danisch.de/blog/2016/09/06/wenn-geisteswissenschaftler-erdbeeren-pfluecken/
      http://blogs.faz.net/blogseminar/geisteswissenschaften-als-staatsaufgabe/
      Durchfüttern von linksindoktrinierten Schmarotzern und ihren bunten „Speerspitzen der Weltrevolution“(Zitat Marcuse) – anscheinend DIE Aufgabe und Hosianna der postmodernen linken Staat*-In.
      DAS ist es doch, was ihr wolltet.
      Muuuahahah! BEDENKE STETS, WAS DU DIR WÜNSCHT- ES KÖNNTE DIR GEWÄHRT WERDEN…

    • Sehr geehrter Herr Olles,
      vermutlich sind sie der Herr Olles, der in der JUNGEN FREIHEIT regelmäßig Zeitschriften bespricht. Gleichwohl, ihr Urteil, daß die „Dialektik der Aufklärung“ die „schärfste Abrechung mit Aufklärung und Moderne“ sei — ist ein Witz!! Ein riesiger Witz. Offenbar haben Sie noch nie Nietzsche gelesen? — Sie sind und bleiben: ein 68er, dem einst die Gehirnwindungen rot lackiert wurden — bis in alle Ewigkeit.

  8. Dieser „Morbus Germanicus“, latent immer da, bildete ich im Deutschen Idealismus endgültig aus. Die Köpfe „verhegelten“, auch wenn sie nie etwas von Hegel gelesen hatten. Das „Entweder-Oder“, das Oszillieren zwischen Vernichtungs- und Willkommenskultur, das nicht-griechische Denken, das kein Maß kennt, das jeden Kompromiss als unwahr schmäht, das lieber mit einer großen Idee untergeht als mit einer kleineren gut lebt. Der Frankfurter Schule (damit sind nicht die nachfolgenden Epigonen mit dünnen Skripten und großen Transparenten gemeint!) gingen zwei historische Subjekte verloren: die deutsche Arbeiterklasse und der Sowjet-Sozialismus. Der späte Adorno der Negativen Dialektik hatte resigniert und zog sich zurück in die Welt der Kunstwerke. Was ihn ohnehin mit Nietzsche verbindet: die Geburt des Denkens aus dem Geiste der Musik. Adorno sah überhaupt keine Möglichkeit eines Kollektivs mehr, nur noch vereinzelte Intellektuelle könnten sich untereinander austauschen. Mir ist auch nicht bekannt, wo sich Adorno irgendwo für „Minderheiten“ oder „Frauen“ besonders stark gemacht hätte. Gesagt hat er allerdings, dass „sich Neger und Weiße nur durch die Hautfarbe unterscheiden“. Somit erschließt sich mir der enge Zusammenhang zwischen der Frankfurter Schule und den Ausführungen des Autors nicht so ganz.

    • Das Reduzieren auf die Hautfarbe ist viel zu kurz gefasst. Durch Jahrtausende unterschiedlichster Sozialisation und der daraus resultierenden z. T. extremst unterschiedlicher Mentalitäten haben sich in weiten Teilen gravierende Unterschiede herausgebildet, die auch mit noch so anspruchsvoller Termini nicht einfach verschwinden. Die Wertungen bleiben jedem selbst überlassen.

  9. Danke für den Beitrag. Ich würde aber die „Frankfurter“ nicht so dämonisieren.

    Bei Adorno ist der jüdische Erlösungsgedanke vor allem in seiner Kunst-Quasireligion klar erkennbar. Einerseits war er der Prototyp des konservativen Bildungsbürgers, andererseits ein von Geltungsbedürfnis getriebener Intellektueller. Ambivalent. Auch dürfte ihm zu schaffen gemacht haben, dass er als Pianist und Komponist nicht reüssieren konnte. Im Grunde ein Prediger, der sich mit der „Negativen Dialektik“ eine hermetisch gegen Einwände abgesicherte Ersatzreligion schuf. Die religiöse Grundierung kommt in der eigentümlichen Kombination von Scharfsinn und Vorurteil überall zum Vorschein. Da wird nur teilweise und scheinbar exploriert und analysiert, im Grunde steht alles dogmatisch fest, wie auch in seiner „empirischen Forschung“. Und wo es an Belegen fehlt, springt psychoanalytisches oder anderes Vokabular ein. Genau dieser Dominanz der Rhetorik wegen ließ sich vieles in schneidende Aphorismen und Sentenzen gießen, die Adorno noch heute bei Intellektuellchen beliebt machen. Nirgendwo gibt es Zitate, z.B. wie in den „Minima Moralia“, mit denen man sich billiger überlegen fühlen kann. Superiorität zu Discountpreisen.

    In der Philosophie hat Adorno, etwa im Gegensatz zu Wittgenstein oder seinen konträren Antipoden Heidegger und Carnap, keine nennenswerten Spuren hinterlassen. Das meiste ist ausbaufähig nur für Schwafler und zu hermetisch. Horkheimer (den ich für übler halte) verstieg sich zu der Behauptung, der „Positivismus“ sei eine Wurzel des Faschismus und damit des Nationalsozialismus (er meinte den „logischen Empirismus“, dessen Vertreter fast alle emigrierten oder umgebracht wurden). Das ist philosophisch schwachsinnig und menschlich ekelhaft, vor allem wenn man bedenkt, dass Adorno sich zunächst den Nationalsozialisten per Kritik am Jazz anzudienen suchte und Horkheimer eifrig an der Börse spekulierte. Man erhob sich generell gerne über das, was man nicht zu verstehen in der Lage oder bereit war. Das gilt auch für Bloch und seine selten dämlichen Bemerkungen zum „Positivismus“, denen die Servilität gegenüber Stalin entgegensteht.

    Dennoch würde ich die von Ihnen beschriebenen Entwicklungen eher der charakterlichen und intellektuellen Insuffizienz der großen Masse der Intellektuellchen anlasten, die da mitmachen, weniger Adorno.

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