(David Berger) Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann geht in einem Beitrag für die morgen erscheinende Ausgabe der Wochenzeitung „Die Zeit“  mit seiner eigenen Partei, den Grünen hart ins Gericht. Dass dabei die jüngsten Wahlerfolge der AfD einen gewissen Druck auf den erfolgreichen Politiker der Grünen ausgeübt haben, ist offensichtlich.

Wer genauer hinschaut bemerkt aber sehr schnell, dass es ein ganz bestimmter Teil der Grünen – für den Volker Beck zusammen mit Claudia Roth exemplarisch stehen dürften – ist, der da einer herben Kritik unterzogen wird. Kretschmann hatte bereits im vergangenen Frühjahr Beck „schweres Fehlverhalten“ vorgeworfen

Besonders kritisiert Kretschmann, dass das Moralisieren bei vielen seiner Parteikollegen inzwischen zum guten oder besser vielmehr bösen Ton gehöre:

„Wir sollten daher das Moralisieren lassen. Anstatt Vorgaben für das gute Leben und die individuelle Lebensgestaltung zu machen, sollten wir uns auf den Kampf für eine gute Ordnung der Dinge konzentrieren.“

Zum Moralisieren hätten die Grünen auch keinerlei Anlass, denn sie seien nun wirklich keine „Heiligen“. Bereits im März hatte die Huffington Post anhand eines bestimmten Grünenpolitikers auf dieses Problem hingewiesen:

„Manche hören die Einschläge nicht: Trotz seines Crystal-Meth-Skandals will der Grünen-Politiker Volker Beck ein Buch veröffentlichen, indem er sich als moralische Autorität präsentiert. In dem Werk soll es um Zivilcourage gehen.“

Der Econ-Verlag, bei dem das Erscheinen des Buches geplant war, hat es dann aber offensichtlich gerade noch rechtzeitig aus seinem Programm gestrichen.

Aber auch aus einem anderen Grund kann man die Wortmeldung des katholischen Grünen Kretschmann als Kritik an die Becks in seiner Partei werten. In dem Gastbeitrag für die „Zeit“ schlägt Kretschmann für die Grünen völlig ungewöhnliche Töne an.

Er verteidigt tatsächlich die klassische Ehe – und das auch noch, indem er in diesem Zusammenhang fast ironisch Worte von Deutschlands schwulem Vorzeigepolitiker schlechthin, den Ex-Regierenden Bürgermeister Berlins Klaus Wowereit (SPD), gebraucht:

„So ist und bleibt die klassische Ehe die bevorzugte Lebensform der meisten Menschen – und das ist auch gut so.“

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Foto: (c) von GRÜNE Baden-Württemberg (Flickr: Spitzenkandidat Winfried Kretschmann) [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

8 Kommentare

  1. Neben Roth und Beck ist die Göring-Eckardt eine der Schlimmsten bei den Grünen. Das sind Menschen die anderes sehr gern Vorwürfe und dumme Ratschläge geben, selbst aber machen was sie wollen.

  2. Crystal Beck tobt schon. LOL – das zeigt, daß Kretschmann voll ins Schwarze getroffen hat. Schluß mit lustig, da wird auch Herr Özdemir nun schauen müssen, wo er seine Hanfpflanzen in Zukunft züchtet. jetzt gibts Gebetbücher und veganes Knabbern statt Orgien im druffen Zustand. Vielleicht hilft das, daß wir auf einmal eine ganz andere Frau Rothe oder Herrn Beck erleben … Auf jeden Fall gut für die geplante Koalition mit Frau Merkel – da gibt es nämlich als einzige Droge Östrogene … Haha

  3. „Kretschmann ist Sohn katholischer Eltern, die aus dem heute zu Polen gehörenden Ermland, einer katholischen Diaspora im damals mehrheitlich protestantischen Ostpreußen, vertrieben wurden. Sein Vater war von Beruf Lehrer und wünschte, dass sein Sohn katholischer Pfarrer werde;

    Kretschmann gehört den Freunden der Hebräischen Universität Jerusalem und der Gesellschaft Oberschwaben für Geschichte und Kultur an. Er ist Mitglied in weiteren Vereinen, in seinem Wohnort Laiz ist er aktives Mitglied im katholischen Kirchenchor und im Schützenverein.“ Quelle: Wikipedia

    Mehr geht doch eigentlich nicht – vermutlich haben die Grünen im Machtrausch die Vita von Kretschmann nicht gelesen!

    In der SPD hätte man gesagt: „Der hat den falschen Stallgeruch“

  4. ich habe einen Bekannten, der in der BW-Politik sehr aktiv ist. Er sagt: Die Distanz von Kretschmann zu den Bundesgrünen ist allseits bekannt. Das sei jetzt ein Schachzug, damit ihnen die konservativen Wähler nicht zu Merkel weglaufen bzw. die Grünen noch genügend Stimmen bekommen, um von Merkel ur Koalition 2017 geehelicht zu werden

  5. Die paar Wähler, die sie noch haben, setzen doch genau auf diese Themen. Wenn sie die jetzt auch nicht mehr bedienen und sich sozusagen für die von Springer gewünschte schwarz-grüne Regierung rüsten wollen, indem sie Merkels Bauchgefühle nacheifern, werden ihnen die auch noch abspringen und dann entweder Piraten (falls nekrophil) oder Linke (falls gewaltbereit9 wählen …

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