(David Berger) Groß war die Aufregung als nach den zahlreichen sexuellen Übergriffen und Vergewaltigungen in der Silvesternacht, vor allem in Köln, aber auch in vielen anderen Städten, Politiker und Journalisten uns mit dem Spruch beruhigen wollten, dass das, was auf dem gut deutschen, ja gar bayrischen Oktoberfest passiere, viel schlimmer sei, als die „paar grabschenden Ausländer“.

Alan Posener von der „Welt“ nutze die Gelegenheit um nicht nur die Männer der Silvesternacht, sondern zugleich ihr ägyptischen Kollegen in Schutz zu nehmen: tatsächlich seien die Massenvergewaltigungen auf dem Tahir-Platz in Kairo noch „viel zivilisierter als die Wiesn“.

Ähnlich sah es – so Nicolaus Fest – auch das „ZDF, das die von der taz gestreuten Lügenzahlen über angebliche Vergewaltigungen auf dem Oktoberfest ungeprüft übernahm“.

Auch die unvermeidliche Claudia Roth relativierte das Geschehene, indem sie behauptete, dass es auf dem Oktoberfest oder beim Karneval auch immer wieder Übergriffe gegen Frauen gebe.

Nachdem nun das Oktoberfest seine vorläufigen Bilanzen zieht, müssen die Kritiker von Roth, ZDF und Posener einräumen, dass diese damals schon in Voraussicht auf das kommende Oktoberfest urteilten. Gute Journalisten und Politiker wissen eben schon heute, was morgen passieren wird.

Und tatsächlich verzeichnet die Polizei in Bayern eine extreme Zunahme von angezeigten Sexualdelikten auf dem diesjährigen Oktoberfest und das bei stark sinkenden Besucherzahlen. Bei einer hohen Dunkelziffer von Sexualdelikten gab es tatsächlich 18 tatverdächtige Männer.

Was uns Roth und Co. damals allerdings noch nicht vorhersagen wollten:

16 dieser 18 Verdächtigen waren Menschen mit Migrationshintergrund, 6 davon Asylbewerber.

Jetzt ist guter Rat teuer: Die Silvesternacht wurde mit dem Oktoberfest relativiert – womit könnte man nun die sexuellen Übergriffe auf dem Oktoberfest durch Flüchtlinge relativieren?

***

Foto: Festnahme eines betrunkenen Randalierers auf dem Oktoberfest (c) von Usien (Eigenes Werk) [Public domain], via Wikimedia Commons