(David Berger) In Bad Säckingen wurde ein Film über Homosexualität aus dem Programm der „multikulturellen Woche“ geworfen. Der Grund: Die türkisch-islamische Gemeinde möchte den Film dort nicht haben.

„Multikulti“ ist toll, heißt das nahezu einstimmige Bekenntnis von Rot-Grün nach wie vor. Doch dass die Vielfaltsprediger meistens für Einfalt stehen, Multikulti das Einfallstor für eine vom Islam geprägte Monokultur wurde, wollen sie nach wie vor nicht so richtig wahrhaben.

Dabei zeigt sich das auf unübersehbare Weise derzeit in Bad Säckingen.

Dort hat der multikulturelle Beirat Bad Säckingen einen schwulen Film kurzerhand aus dem Programm der „multikulturellen Woche“ gestrichen. Der Grund: Die türkisch-islamische Gemeinde hatte im Falle der Filmvorführung mit dem Ausstieg aus der Veranstaltungsreihe gedroht.

Auf Nachfrage des „Südkurier“ bestätigte der Vertreter der Islam-Gemeinde das klare Nein seiner Gruppierung zu dem Gay-Film, der auf einer interkulturellen Woche nichts zu suchen habe.

Das Thema Homosexualität sei für den Islam „ein kritischer Punkt“ – er erwarte gerade deshalb, dass für einen film zu dem Thema zuvor das Einverständnis der Gruppe eingeholt werde.

Nun hat der Beirat den Film kurzerhand aus dem Programm geworfen, obwohl die Flyer auf Kosten der Stadt bereits gedruckt sind und nun wieder eingestampft werden müssen.

Der Bürgermeister und der Jugendamtsleiter der Stadt finden zwar, dass der Film gut zum Thema der Woche gepasst hätte. Aber nach dem Lesen des Beitrags im Südkurier gewinnt man den Eindruck, dass der Mut fehlt, gegen die Entscheidung der türkisch-islamischen Gemeinden anzugehen.

Nicht einmal das Argument des Jugendamtsleiters, dass es bei dem Film schließlich auch um das Thema Flucht ginge, überzeugte die strengen Wächter der Moral in Bad Säckingen.

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