(David Berger) Der ungeheuerliche Brandanschlag auf die Fatih-Moschee in Dresden hat viele Menschen in Deutschland erschüttert. Voraussetzung dafür war, dass es einen gigantischen Politiker- und Presserummel gab.

Innenminister De Maizière verurteilte noch am nächsten Tag den Anschlag aufs Schärfste, Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich von der CDU sprach von einer „feigen Attacke“, die nicht nur ein „Anschlag auf die Religionsfreiheit und die Werte einer aufgeklärten Gesellschaft“ sei, sondern „auch bewusst den Tod von den in der Moschee lebenden Menschen in Kauf genommen“ habe.

Keine Tageszeitung, kein TV- und Radio-Sender, der von den Vorfällen in Dresden nicht berichtete. Erst seitdem ein Bekennerschreiben von Linksradikalen aufgetaucht ist, wurde es in Politikeretagen und bei unseren Medien ganz schnell erstaunlich still rund um Dresden.

Eine Stille, die bei einem Anschlag, der einige Jahre zuvor in Berlin passsierte, gar nicht erst einziehen konnte, da es hier nie einen Medienrummel gab.

Getroffen hatte es hier freilich keine Moschee, sondern die sehr lebendige katholische Herz-Jesu-Gemeinde in der Fehrbelliner Straße am Prenzlauer Berg, in der Nacht zum 19. September. 

Im Unterschied zu den Dresdner Vorfällen, entstand in der Kirche schwerer Schaden. Durch ein eingeschlagenes Fenster hatten die Täter Flaschen mit roter Lackfarbe in den Sakralraum geworfen, der danach unbenutzbar war. Auch Gewänder, Bücher und anderes Interieur wurden unbrauchbar gemacht.

Wenigen Medien war der Vorfall nur eine Randnotiz wert, die meisten berichteten gar nicht davon. Lediglich Gunnar Schupelius widmete dem Vorfall einen treffenden Kommentar in der BZ. Auch von Politikern hörte man gar nichts. Wie bei dem jüngsten Anschlag in Dresden fand sich der Bekennerbrief auf der Hetzseite Indymedia. Und auch hier waren es linksradikale Gewalttäter aus dem Umkreis der Antifa, die sich stolz zu der Tat bekannten.

Ihre Rechtfertigung suchten sie dabei in der Tatsache, dass die Kirche unter anderem Abtreibungsgegnern, die zusammen mit zahlreichen Politikern und Kirchenmännern am „Marsch für das Leben“ teilnehmen, eine Heimat bot.

Man sieht, wie hier in den Medien und bei den Politikern auf fatale Weise mit zweierlei Maß gemessen wird: Das gilt bei Tätern und bei Opfern.

Täter müssen bei der Beschädigung von Gotteshäusern rechts sein und als Geschädigte darf keine Kirche, sondern muss eine Moschee auftreten, damit Politiker sich pflichtgemäß echauffieren, Medien überhaupt darüber berichten und so den Opfern eine Stimme geben.

Und Berlin ist kein Einzelfall. Die Zahl der Kirchenschändungen in Deutschland nimmt seit einigen Jahren rapide zu. Hier beispielhaft ein Tweet aus Lüneburg, der zeigt, dass zugleich das Unwohlsein der Bevölkerung zeigt – angesichts der Tatsache, dass unsere Politiker und Medien auf einem Auge blind sind:

tina

Um nicht missverstanden zu werden: es ist richtig, dass sich Politiker über Anschläge auf Moscheen entsprechend entsetzt zeigen und Medien darüber ausführlich berichten. Dann muss das aber auch bei Anschlägen auf Kirchen und Synagogen geschehen – unabhängig davon, wer der Täter war! Genau das passiert aber nicht.

So entsteht der Eindruck: es geht weder Politikern noch Medien um das, was passiert ist, nicht um die Opfer und um Gerechtigkeit – sondern nur darum wie sie das, was sie wollen, dass es passiert ist, für ihre Ideologie instrumentalisieren können.

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