Ein Gastbeitrag von Jürgen Fritz

Die AfD steigt bei Forsa innerhalb von 6 Wochen von 9 auf 14 Prozent. Bei der Forsa handelt es sich um ein Meinungsforschungsinstitut, welches die AfD notorisch immer viel niedriger ausgibt, als fast alle anderen Meinungsforschungsinstitute und dessen Chef, Herr Güllner (SPD-Mitglied), nicht müde wird, über die Alternative für Deutschland herzuziehen. Die tatsächliche Zustimmung dürfte daher eher noch höher liegen.

Im INSA-Meinungstrend (siehe Bild oben) liegt die AfD schon bei 15,5 Prozent und der ARD-Deutschlandtrend (infratest dimap) sah sie vor wenigen Tagen bereits bei 16 Prozent. Bei allen drei Instituten sind das die höchsten Werte, die die AfD bundesweit je erreichte, und vieles deutet darauf hin, dass dies nur Zwischenschritte auf einem weiteren Anstieg in Richtung 20 Prozent sein könnten.

Damit liegt die AfD momentan wohl nur noch circa 5,5 Prozent hinter der SPD und nur noch circa. 8,5 % hinter der CDU (ohne die CSU). Die Linken, Grünen und die FDP lassen die Blauen inzwischen weit hinter sich. Bis zur Bundestagswahl in einem Jahr könnte für die Alternative für Deutschland also sogar bereits mehr möglich sein als „nur“ Platz 3.

Auf jeden Fall deutet alles darauf hin, dass die AfD ab nächstem Jahr die Oppositionsführerin sein wird im Deutschen Bundestag. Wenn sie diese Aufgabe vier Jahre lang gut ausfüllen kann, könnte sie angesichts der desaströsen Politik der aktuellen Regierungsparteien wie auch der anderen derzeit im Bundestag vertretenen Fraktionen vier Jahre später bereits die stärkste Partei in Deutschland sein, womit ihr als erster ein Regierungsbildungsauftrag zustünde. Dass die CSU und sicherlich auch die FDP sich da nicht lange würden bitten lassen, in eine Regierungskoalition einzusteigen, davon darf wohl ausgegangen werden.

Und je stärker die AfD nächstes Jahr bei der Bundestagswahl abschneiden wird, desto mehr steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es ab 2017 zu einem Vierer-Bündnis kommen wird, da die AfD den jetzigen Regierungsparteien, vor allem CDU und SPD Monat für Monat mehr Wähler wegnimmt.

Sollte es 2017 für CDU/CSU plus SPD dann nicht mehr reichen für eine Mehrheit, dürfte es am ehesten zu einer GrüGroKo zwischen CDU, SPD, CSU und den Grünen kommen. Eine andere Option zu den Grünen könnte die FDP als viertes Rad am Wagen sein, so sie dieses Mal die Fünf-Prozent-Hürde nehmen kann. Ob im Falle einer GrüGroKo CSU und Grüne überhaupt vier Jahre zusammen durchhalten, darf stark bezweifelt werden. Bei vorgezogenen Neuwahlen erscheint eine vorzeitige Regierungsübernahme durch die AfD somit sogar schon früher als 2021 zumindest nicht ausgeschlossen.

Darauf sollte die AfD sich auf jeden Fall vorbereiten, was wohl auch heißen dürfte, sich von solchen Parteimitgliedern zu trennen, die der Partei mehr schaden als nutzen.

Freie Meinungsäußerung und Meinungsvielfalt innerhalb einer Partei sind sehr hohe Güter, aber die Verantwortung, die der AfD schon in wenigen Jahren zukommen könnte, stellt auch eine Verpflichtung dar, der nachzukommen man sich bemühen und dafür all seine Kräfte einsetzen sollte.

Unser Land braucht dringend (!) eine Neuausrichtung und dies kann wohl nur indirekt oder sogar direkt über die AfD erfolgen.

Die AfD-Mitglieder kann man daher nur dazu aufrufen, sich zu bemühen, dieser besonderen Verantwortung gerecht zu werden und an der Professionalität im öffentlichen Auftreten zu arbeiten. Das Grundsatzprogramm selbst ist aus der Sicht nicht weniger unvoreingenommener Beobachter exzellent, aber die Partei muss auch lernen, dieses besser rüberzubringen, die Hintergründe und Implikationen der für viele sehr ungewohnten Forderungen besser darzulegen. Der Erklärungsbedarf ist bei der AfD sicherlich um ein Vielfaches größer als bei anderen, weil deren kluge Analysen und daraus sich ergebende Vorschläge und Forderungen nicht dem Mainstream entsprechen. Wer das sagt, was fast alle sagen, muss immer viel weniger erklären, selbst wenn das völlig falsch ist, was er sagt. Wer gegen den Strom schwimmt, muss viel mehr Energie aufbringen, das heißt hier: Überzeugungsarbeit leisten. Dann kann sich im Laufe der Zeit die Richtung des Stroms auch allmählich verändern.

Ferner wird die AfD überlegen müssen, ob Sie sich nicht von einigen wenigen Chaoten wird trennen wollen, die unter dankbarer Abnahme der Mainstreammedien der Partei immer wieder Negativpublicity bescheren.

Auch wenn ein Parteiausschlussverfahren rechtlich kein einfaches Unterfangen darstellt (siehe etwa wie schwer die SPD sich mit Thilo Sarrazin tat, den sie so gerne losgeworden wäre), hat man doch den Eindruck, dass es in manchen Fällen besser wäre, einige würden die Partei – im Idealfall von sich aus – verlassen. Diejenigen, für die das zutrifft, sollten vielleicht auch überlegen, ob sie ihre persönlichen Interessen über die der Partei und vor allem über die des Landes stellen wollen.

Hierbei wäre insbesondere zu bedenken, dass diese Partei, die AfD, dringender gebraucht wird als jede andere. Denn alle anderen sind inzwischen weitgehend austauschbar und jede einzelne für sich genommen damit im Grunde verzichtbar.

Über echte Alleinstellungsmerkmale, sei es nun in der Eurofrage, in der Positionierung zur grundgesetz- und menschenrechtswidrigen islamischen Weltanschauung, in der Familienpolitik, in der sogenannten „Flüchtlingspolitik“, genauer der illegalen Massenimmigration oder was das Thema direkte Demokratie anbelangt, verfügt einzig die AfD, woraus eine besondere Verantwortung erwächst.

Man kann im Grunde nur hoffen, dass die AfD sich

a) dieser bewusst ist und

b) ihr auch entsprechend nachkommen wird.

Ansonsten dürften die Alarmisten und Schwarzseher, wie Michael Ley und Michel Houellebecq am Ende Recht behalten, wenn sie den Selbstmord Europas respektive des Abendlandes voraussagen, was wir alle nicht wollen können!

Foto: (c) INSA – Meinungstrend

An dieser Stelle möchten wir den Blog unseres Gastautors ganz besonders empfehlen:

⇒ Jürgen Fritz – Politische Beiträge und philosophische Essays

13 Kommentare

  1. Die AFD muss dringend noch mehr aufholen sonst haben wir weiter die Groko und damit ist alles beim Alten. Neue Leute braucht das Land

  2. @thombar: Immerhin ist es noch möglich, Sie aufzurütteln. Diese Fähigkeit zum Unsicherwerden und damit zum Hinterfragen ist Ihr großes Pfund.

    • also nach ihrem kommentar kann es sich bei der afd nur um eine riesige atombombe oder um eine irrenanstalt von der größe eines bundeslandes (mindestens!) halten.

      oder was wollen sie mit ihrem kommentar zum ausdruck bringen?

      was meinen sie in diesem kontext z.b. mit psychosozial? und wer sind diese „alle“, die von einer partei zu tode gebracht werden sollen?

      oder war ihr kommentar doch nur schlecht gekennzeichnete ironie?

      vielleicht sollten sie sich doch noch mal so ganz grundsätzlich mit der bedeutung von wahlen in demokratien und mit der politischen willensbildung auseinander setzten.

      eventuelle wäre es auch nicht ganz verkehrt wenn sie sich mit der rede von houllebecq zum thema des europäischen selbstmordes beschäftigen, besonders empfehle ich ihnen die passage zum thema „korsett der linken eliten“

      • Ich will nicht, daß Sie sich Sorgen machen, aber ich will. daß Sie sich wegen „AfD“ Sorgen machen.
        Die Angst vor Fremden, speziell die Angst vor islamistischer Gewalt ist die eine – real relevante – Sache, die andere Sache ist, ob man seine eigene Seele und die seiner Mitmenschen mit einer historisch zutiefst belasteten obszönen Ideologie von Häme, Hass und Ausgrenzung besudeln will.
        Diese Ideologie greift auf Strukturen zurück, die völlig evident in Zusammenhang stehen mit all dem Blut und Wahnsinn der (un-)menschlichen Geschichte.
        Daß dergleichen Sudler heute abermals auf den Marktplätzen ihre Ungeheuerlichkeiten hinauskreischen – das ist, wie oben erwähnt, einfach nur obszön. So kann und darf man als Mensch nicht leben. Besser wäre es, tot zu sein.

      • ich finde ihre antwort einfach nur wirr bis unverschämt anmaßend! vor wem ich oder andere angst haben müssen, sollten sie bitte den menschen selbst überlassen.

        genausowenig wie sie das recht haben den mensch vorzuschreiben, was sie obszön und sudelig zu empfinden haben. ihr kommentar strotzt nur so vor grenzwertigen begriffen, wohingegen argumente und sachliche hinweise komplett fehlen. wie man als mensch leben kann oder darf obliegt gott sei dank nicht ihrem urteil oder ihrer empfehlung.

        offensichtlich sprechen sie den menschen ein eigenes urteilsvermögen ab! menschen wie sie , mit einer so dermaßen intoleranten und selbst überhöhenden weltsicht, sorgen dafür das parteien wie die afd nötig sind. menschen wie sie treiben diesen parteien unmengen von wählern geradezu in die arme.

        vor demagogen wie ihnen muss man sich in acht nehmen, nicht vor parteien wie der afd! ihre sprache ist die sprache derer vor denen sie vorgeblich warnen wollen.

    • Peter Friedrich, Sie haben völlig Recht: Das wird noch ganz schlimm werden! Sobald die AfD mal über 20 Prozent ist, sollten alle Grünen und Linken im Grunde sofort auswandern. Irgendwann wird es zu spät sein. Die wollen doch Mauern bauen und überall Stachelzäune verlegen, ganz Deutschland abschotten. Da kommen Sie dann auch nicht mehr raus.

      Und ich habe gehört, dass die schon Schutzstaffeln und Schlägertrupps heimlich ausbilden lassen. Natürlich im Ausland, damit es hier keiner merkt. Auch dass es ständig Morddrohungen gegen AfD-Politiker gibt und Gewalt und Angriffe und Einschüchterungen und Ausgrenzung usw., das stimmt alles gar nicht. Es ist genau umgekehrt: die sind die Bösen! Im Grunde müsste man die alle wegkriegen, dass sie gar keiner mehr wählen kann. Ach, was sag ich denn, im Grunde bräuchte es gar keine Wahlen mehr, wenn doch die Guten and der Regierung sind. 😀 Einfach immer so lassen. Nichts ändern!

      • @Herr Fritz: „…Auch dass es ständig Morddrohungen gegen AfD-Politiker gibt und Gewalt und Angriffe und Einschüchterungen und Ausgrenzung usw., das stimmt alles gar nicht. …“ – Das stimmt so nicht ganz, denn es hat nachweislich Übergriffigkeiten in der einen oder anderen Form gegen „AfD“-Politiker gegeben.
        Mit Ihrer ostentativen Leugnung bekannter Tatsachen im Sinne eines Strohmannargumentes sowie durch den recht aufgeregten Schreibstil Ihrer Replik machen Sie Ihre Frustration über politische Verhältnisse deutlich.
        An der Stelle könnten wir uns treffen, denn auch ich halte vieles für deprimierend.
        Ein No-Go sind für mich allerdings Menschenhasser-Gruppierungen, die das Beste im Menschen, also Menschlichkeit, Verantwortungsbewußtsein, Güte etc. gegenüber ALLEN Menschen, ganz pauschal hämisch reden und damit auch ihr eigenes menschliches und menschenwürdiges Dasein unmöglich machen.
        Mit „AfD“, mit einem „neoliberalen“ Wirtschaftsverständnis, letztlich mit allem, was Erich Fromm als „nekrophil“ bezeichnete, reduziert man sich selbst auf den Zustand einer Reizreaktionsmaschine.

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