(David Berger) Am 13. Oktober hat die Ratsversammlung der Stadt Flensburg über einen Antrag zu entscheiden, den die Linkspartei im Gleichstellungsausschuss kommende Woche vortragen wird. Dabei geht es um das fundamentale Problem der gendergerechten Sprache.

Diese soll nun auch auf den Bereich der für Arbeitsgeräte/-mittel im Sprachgebrauch der Gremien aller Arbeitsbereiche der Stadt Flensburg Anwendung finden. Der Antrag der Ratsfraktion „Die Linke“, der über weite Strecken noch an SED-Sprech erinnert, lautet folgendermaßen:

„Ab sofort werden Arbeitsgeräte/-mittel aus allen Arbeitsbereichen der Stadt Flensburg genderneutral bezeichnet. Dies gilt insbesondere für grammatisch mit maskulinem Artikel („der“) bezeichnete Arbeitsgeräte/-mittel:

• Bezeichnungen, die Berufsbezeichnungen nachgebildet sind: der/die ScannerIn, der/die ComputerIn, der/die BleistiftanspitzerIn, der/die KopiererIn, der/die StaubsaugerIn usw.

• weitere Bezeichnungen sollten bestehenden Doppelformen kreativ nachgebildet werden: der/die Papierkorb/-körbin, der/die Briefkopf/-köpfin, der/die AbfalleimerIn usw. Ausgenommen davon sind Nomen,..

• die mit einem Nominalisierungssuffix (-keit, -heit, -ung usw., insbesondere wenn sie dabei den femininen Artikel „die“ tragen) gebildet werden, z.B. die Sitzung, die Tagesordnung usw.

• die grammatisch einen neutralen Artikel („das“) tragen: das Papier, das Dokument usw.

• die einen Ort bezeichnen (der Flur, die Kantine, die X. Etage, der Wartebereich usw.)

Als Begründung für den Antrag, der wie eine Satire auf das bislang von den Grünn*Inen bestellte Feld der genderideologisch korrekten Sprache klingt, führt der Text – ziemlich männerfeindlich – an:

„Es ist im Sinne einer sozial gerechten und antidiskriminerenden Gesellschaft nicht hinzunehmen, dass Nomen, die ein Arbeitsgerät/-mittel bezeichnen, häufig nur mit maskulinen Artikeln gebraucht werden. Dies verlängert die patriarchalische Gewohnheit, dass menschliche, mechanische oder technologische Arbeitsleistung als überwiegend „männlich“ charakterisiert wird.“

Selbst im Bereich der modernen Technologie sei diese Unsitte noch weit verbreitet.

„Im Sinne eines genderneutralen bzw. alle Gendertypen umfassenden Sprache sei daher ab sofort „eine Doppelform anzuwenden. Dies hat für die mündliche und schriftliche Sprache in allen Bereichen der Verwaltung sowie der Kommunalpolitik der Stadt Flensburg zu gelten.“

Während Informanten energisch dementieren, dass es sich bei dem Antrag um eine Persiflage auf die Genderideologen in der Verwaltung handelt, blieb das Gerücht, dass Ex-Stasi-Frau Kahane von der Amadeu-Antonio-Stiftung gebeten wurde, eine eigene Sprachpolizei nach Flensburg zu entsenden, unbestätigt.

Aber auch die ganz ungeschlechtliche Form, die die Existenz von genderfluiden Wesen berücksichtigt, bleibt von den Linken unberücksichtigt: So sollte die Form „Das Staubsaugers“ dringend ebenfalls eingeführt werden, um tragische Diskriminierungen zu vermeiden.

Dass die Flensburger Linksfraktion das nicht bedacht hat, stellt eine tragische Verfehlung dar. Daran sieht man: Hier haben die Linken wohl in den eigene Reihen noch einigen Gender-Rassismus aufzuarbeiten. Die zahlreichen Gender-Lehrstühle, die sonst nicht an Überarbeitung leiden, würden sich sicher über eine Nachfrage freuen.

Vorschaufoto: (c) By Mark Wolfe (This image is from the FEMA Photo Library.) [Public domain], via Wikimedia Commons