(David Berger) Zunächst einmal etwas Positives zu unserer Kanzlerin: im Unterscheid zu der SPD und einigen Medien, die den Menschen das schlechteste Ergebnis, das die SPD seit ihrem Bestehen in Berlin jemals eingefahren hat, als Sieg verkaufen wollen, hat sie immerhin eingeräumt, dass der Ausgang der Berlinwahl für die CDU ein „sehr unbefriedigendes Ergebnis, ein enttäuschendes Ergebnis“ sei.

Auch den Satz „Wir schaffen das!“, der viele Menschen an DDR-Durchhalteparolen erinnerte, deren Ausgang ja allen bekannt war, wolle sie nun gar nicht mehr wiederholen. Was natürlich dann zu den entsprechenden Headlines führte:

„Merkel gesteht Fehler in der Flüchtlingspolitik ein“ (FAZ) und „Merkel trennt sich von ‚Wir schaffen das'“ (SZ)

Das Erstaunliche daran ist freilich, warum sie diesen Satz nicht wiederholen will: Nicht etwa deshalb, weil langsam auch den naivsten Grünlingen der Republik dämmert, dass die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin seit 1945 eine der größten Katastrophen für Deutschland, ja für ganz Europa initiiert hat, die gerade erst beginnt.

Nein, ganz im Gegenteil. Eigentlich soll alles beim Alten bleiben. Nur ihr Versuche, den Bürgern ihre Politik zu verkaufen (Politikersprache : „zu kommunizieren“), seien teilweise nicht so der Bringer gewesen bzw. sie habe den Nörglern unter ihren Untertanen nicht so gut gefallen.

„Manch einem gefällt es nicht, dass das Ziel, die Richtung und die Grundüberzeugung der Flüchtlingspolitik der Regierung nicht ausreichend erklärt worden ist“, sagte Merkel wörtlich. Dabei sollte der Satz doch nur ein nettes Kompliment an die „Hilfsbereitschaft der hier lebenden Deutschen“ sein.

Also doch kein Schuldeingeständnis oder die Bereitschaft zum Umdenken, sondern vielmehr nur „semantische Exegese – inhaltlich jedoch, beim von ihren Kritikern geforderten Kurswechsel in der Flüchtlingspolitik –, bleibt Merkel trotz allen Entgegenkommens hart“ (FAZ).

Sie verstehe gar nicht, dass laut einer Umfrage 82 % der Deutschen einen Kurswechsel in ihrer Flüchtlingspolitik wollten bzw. wisse nicht, was sie nun verändern soll: „Wenn ich dieser schieren Zahl präzise entnehmen könnte, welche Kursänderung sich die Menschen wünschen, dann würde ich darüber gerne in eine Diskussion eintreten.“ 

Um nachzuschieben: Wenn diese 82 % eine über Worthülsenänderungen hinausgehende Veränderung ihrer Politik wollen, so ist sie dafür nicht zu haben. Sie selbst, Merkel, habe eigentlich alles richtig gemacht und dass manches schief gelaufen sei – daran seien vor allem andere europäische Staaten schuld, die mit ihrer Flüchtlingspolitik „nicht solidarisch“ gewesen seien.

Die Krönung folgt dann aber am Ende ihres Sermons, wenn sie trotz der kurz zuvor bekannt gegebenen Vorsätze, ihr „Wir schaffen das“ in Umschreibung wiederholt. Sie habe das „absolut sichere Gefühl [sic!], dass wir aus dieser komplizierten Phase besser hinausgehen werden als wir hineingegangen sind … Deutschland wird sich verändern, es wird sich aber in seinen Grundfesten nicht erschüttern lassen.“ Aber vermutlich war das auch nur wieder ein gut gemeintes Kompliment an die Menschen, die sie wählen sollen.

Nichts dazugelernt, muss man schlicht sagen, weder inhaltlich noch bei der Kommunikation ihrer Aussagen. Außer dass aus dem „Wir schaffen das!“ nun zwei Sätze geworden sind. Da darf sie sich nicht wundern, wenn die Antwort ihrer Bürger immer öfter bei dem einen Satz bleibt:

„Merkel muss weg!“

Bevor es Missverständnisse zu diesem letzten Satz gibt: Liebe Frau Merkel, kommen Sie jetzt bitte nicht mit der Ausrede, dass Sie nicht so genau wissen, was ihre Bürger eigentlich wollen! Das würde Ihnen in diesem Fall nämlich nur noch Peter Altmaier abnehmen!

7 Kommentare

  1. Sehr geehrter David – nein – Herr Berger! Es mutet schon für mich etwas schwul (altes Wort) an, wie sehr Sie am Dialog festhalten. Warum beschäftigen Sie sich mit Angela Merkel? Wir brauchen und sollen mit denen nicht reden, weil wir mit denen nicht sprechen können, da sie uns nicht hören. Merkel, Gabriel usw. wie Meuthen, Paderewski (oder wie der heißt), Petry, Gauland und hast du nicht gesehen sind für unser Bemühen bedeutungslos. – Was ist unser Bemühen? –

    Diese Frage haben wir nicht beantwortet. Und trotzdem behaupte ich, dass bestimmte Personen dafür bedeutungslos seien. Das kann auch nicht passen! – Etwas weit hergeholt sage ich stattdessen mal, dass wir Romantiker sind und exakt in diesem Sinne deutsch (groß oder klein). Wir haben unser Deutschland immer denken, hoffen und erstreben können (die Gedanken sind frei). Gehabt haben wir es nie, was in der Vergangenheit nie eine existenzielle Verneinung gewesen ist. (Jedenfalls für unsere Vergangenheit – in der Gegenwart von 1683 wird das anders gewesen sein.) Selbst die Nazis haben uns nicht verneint – andere, aber nicht uns (wobei Sie da gewiss anders denken und mit Recht empfinden). In den zwölf Jahren wird das auch anders gewesen sein (ich weiß nicht)!

    Ich könnte jetzt noch Furtwängler, Kästner, Klaus, Heinrich, Penthesilea und sonst was erwähnen, aber es würde ein blöder Kommentar bleiben. Sie und ich haben Angst davor, dass es im Islam keine Lorelei mehr geben wird – das ist alles und viel. Aber von Bautzen nach Marxloh zu marschieren, das werden wir nicht getan haben. Ja! So weit sind wir, wenn wir nach unserem Bemühen fragen. Angela Merkel hat damit rein gar nichts zu tun.

    Ich mag (schätze) Ihre Seite und Mitteilungen wirklich sehr. Herzliche Grüße
    Ralf Strässer

  2. Gut erkannt. Aber es fehlt noch was fundamentales. Wenn die 82 Prozent dagegen sind, dass Muslime einwandern, dann stehrn dem das GG und völkerechtliche Bindungen entgegen, VOR ALLEM aber der ethnischen Ansichten der Union (hat sie die CSU eingeschlossen?) und IHRE eigene Ansichten. Man muss das mal zerpflücken. Ja, das grundgesetzt steht dem irgendwie vielleicht entgegen – aber vor allem MEINE MEINUNG steht dem entgegen. Der Satz hat bei mir alles klingeln lassen.

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