(David Berger) Nach der neuesten ARD-Vorwahlumfrage für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus könnte die AfD drittstärkste Kraft in Berlin werden. Derzeit liegen zwar die „Grünen“ noch mit einem Prozentpunkt vor der AfD.

Aber Fachleute gehen davon aus, dass die Bereitschaft, eine Wahlentscheidung für die AfD – aufgrund der öffentlichen Dämonisierung der Partei – bei den Umfragen anzugeben, deutlich geringer ist als bei den Wahlentscheidungen für die anderen Parteien.

Auffällig ist dabei auch, dass die SPD wohl ihr schlechteses Ergebnis überhaupt sein 1945 für Berlin einfahren wird. Auch die CDU wird herbe Verluste einstecken müssen (Verlust von mehr als 4 %). Ob die FDP wirklich den Sprung über die 5 %-Hürde schafft, bleibt abzuwarten.

SPD 21 %

CDU 19 %

Grüne 16 %

AfD 15 %

LINKE 15 %

FDP 5%

Foto: Sign at the Berlin House of Representatives (c) Jens Lordan , cc wikimedia

13 Kommentare

  1. Man kann Berlin nur wünschen, dass am Ende nur die sinnvolle Möglichkeit einer Koalition etwa aus CDU, AfD und FDP möglich ist – da könnte man schon auf ein Modell hinarbeiten, dass auch 2017 im Bund gut wäre: Schwarz, blau, gelb!

  2. Sehr geehrter David Berger!

    Was wollen Sie mit diesem (Ihrem) Post, sagt man das so?, denn sagen? Ich weiß es wirklich nicht.
    Klammern wir uns tatsächlich an 15, 20 oder gar 30 Prozent – das sind allesamt zu dünne Äste, welche wir getrost absägen können – gefahrlos geradezu.
    Was Sie und ich und 15, 20 oder 30 betreiben, ist …? Ja, was? Ist das nicht eigentlich und doch lediglich jenes letzte Sterben? Das man Hoffnung nennt – nicht wahr? oder gewiss?
    Und mögen Sie jene, auf die Sie hoffen (müssen)?
    Ich mag sie nicht, aber ich hoffe auch auf eben diese, weil sie mir meine Naivität bis dahin bewahren – bis zu der geflüchteten Begebenheit, in der sich nichts anderes gegenübersteht (kein Shakespeare!) als Aug in Aug.
    In Gänze, also de facto, werden wir unseren Blick dann senken und konvertieren – Sie werden Priester und ich halte mein Maul.

    Abgelehnt!: Wir werden unser Maul nicht halten, sondern gestopft bekommen, und Sie werden trotz aller Versuchungen kein Priester. Das hoffe ich ganz einfach.

    Freundliche Grüße
    Ralf Strässer

      • Um aus etwas nicht Schlauem – also meinem Kommentar oder mir und überhaupt – schlau zu werden, braucht es unbedingt Schläue, akademischen Intellekt oder irgendeine andere Absicht. Anthropologen können das. Aber Witz beiseite: Ich wollte lediglich gekünstelt sagen, dass unsere (jedenfalls meine) Hoffnung auf die AfD mir im Bedenken der Gegnerschaft sinnlos, naiv usw. vorkommt. Ich wollte Herrn Berger (und mich!) daran erinnern, dass sein Prozent-Posting in unserer immer diktatorischeren Wirklichkeit dem Spruch von der zuletzt sterbenden Hoffnung ähnele. Und ich habe gesagt, dass mir diese Bedenklichkeiten entscheidungslos sind: Ich wähle die AfD in friedlichem und demokratischem Bemühen. Aber die letzte Hoffnung stirbt mit uns selbst … jetzt ist es schon wieder so kladderadatschig geworden.
        Liebe Grüße, jedenfalls!

      • ich bin weder anthropologe, noch schlau, und akademiker bin ich auch nicht. trotzdem (oder gerade deshalb?) versuche ich texte zu verstehen, wenn das nicht klappt, versuche ich nachzufragen.

        und obwohl ihr neuer text wirklich wieder etwas „kladderadatschig“ wurde, habe ich ihn jetzt verstanden.

        bewundernswert finde ich im übrigen menschen, die zur selbstkritik fähig sind. wenn sie das dann auch noch mit humor verbinden können, zeugt das von sehr viel lebenserfahrung, selbstreflexion und universeller weisheit.

        kurzum, sie sind ein sehr seltenes exemplar einer leider aussterbenden sorte von menschen….

      • Direkt unter Ihrer uns betreffenden letzten Anmerkung habe ich keine Replikmöglichkeit entdeckt – deshalb etwas verschoben:
        Zu viel der Ehre – und vielen Dank! Falls Sie doch ein wenig Recht haben, sind wir immerhin noch zwei, die aussterben müssen, damit wir eben das werden.
        Wir werden, was auch immer.

        Bis dahin (man sieht sich) alles Gute!

  3. Die Tragik dabei ist – es kommt wohl zu einem rot-rot-grünen Senat und was die SPD mit der Partei „Die Linke“ in ihrer Amtszeit verbrochen hat, ist jetzt täglich zu sehen. BER, katastrophale Zustände bei den Behörden, Wohnungsbau kannte man nicht und noch vieles mehr! Jetzt wollen die erneut das Schicksal von Berlin bestimmen – grauenvoller Gedanke!

  4. Dabei muss man davon ausgehen, dass die Wahlumfrage der ARD eher linkslastig angelegt ist, d.h. man wird evtl. bei SPD, Grünen und Linken mind einen Prozentpunkt abziehen und bei CDU und AfD einen zusätzlich drauf packen können. Die Prognose des „Cicero“ lag bei MVP ziemlich nahe an der Realität – wäre gut, wenn die wieder eine erstellen lassen würden.

  5. Wie aber lässt sich ein solcher Erfolg erklären?
    „Es handelt sich dabei um eine historische Last, die – so die Historiker Jan C. Behrends, Dennis Kuck und Patrice G. Poutrus in einer bereits 2003 erschienenen Studie – damit erklärt werden kann, dass es im Osten Deutschlands zwar einen staatlich verordneten Antifaschismus, aber eben keine gründliche Absetzbewegung der DDR-Bevölkerung von rassistischen, nationalistischen undantibolschewistischen Stereotypen der NS-Propaganda gegeben hat. Die DDR sei zudem eine durchgehende, ethnisch konstruierte Nation gewesen: ‚Eine nie diskursiv herausgeforderte deutsche Nation, die auch über das Ende der DDR hinaus für viele DDR-Bürger ein positiver Identifikations- und Orientierungspunkt – etwas, worauf man stolz war – blieb.‘ Nicht zuletzt
    konstatierten die Autoren des heftig diskutierten Thesenpapiers eine gefühlte Konkurrenz in der
    Mangelgesellschaft mit „Fremden“, vor allem mit den angeblich besser ausgestatteten, vermeintlich staatlich protegierten „Gastarbeitern“ aus den sozialistischen Bruderländern um die wenigen verfügbaren Konsumgüter, die als historische Hypothek, Stand 2003, in den Neuen Bundesländern fortwirken würde.(…)
    Überproportional erfolgreich war die AfD hingegen in der Altersgruppe der 35- bis 44-jährigen Männer mit knapp 30 Prozent, sowie, knapp dahinter liegend, der 45- bis 59-jährigen Männer. So alt sind diejenigen inzwischen geworden, die 1992 in Rostock-Lichtenhagen ihrem Hass auf Ausländer freien Lauf ließen, jene, die der Autor Clemens Meyer für das Leipzig der 90er Jahre
    ebenso porträtiert hat, wie Peter Richter sie für das Dresden der chaotischen Jahre 1989/90 jüngst beschrieb.(…)
    Dennoch ist die ostdeutsche Gesellschaft – anders als diejenige in der alten Bundesrepublik – noch immer eine Transformationsgesellschaft, in dem Sinne, dass diese auf der Suche nach sich selbst ist. Das verbindet sie übrigens mit den Nachbarländern Polen und Ungarn. Wie dort ist der historische Suchprozess vergleichbar mit Tiefenbohrungen in der eigenen Geschichte. Gleichzeitig standen dabei Anleihen an bundesrepublikanischen Fantasien, nationale Wiederaufrichtung und sozialistischer Romantik nebeneinander, was die wandelnden Erfolge von Union, DVU/NPD und Linkspartei im Osten mit erklärt. Und wie in Ungarn und Polen, ist dabei am Ende eine gefährliche, national aufgeladene Mischung entstanden, in der vermeintlich Linke, einige ehemalige Bürgerrechtler, stramme Konservative und radikale Christen plötzlich an einem Strang ziehen“.
    „Schließlich – und deshalb muss diese Wahl ebenso ernst genommen werden wie die in Sachsen-
    Anhalt – stellt die AfD seit Monaten die Forderung, die Rechte von Menschen nur wegen ihrer sexuellen Orientierung, ihrer religiösen Überzeugung oder ihrer Zugehörigkeit zu einer Ethnie zu beschneiden, beispielsweise bei ihrem Recht auf Asyl.“
    zitiert: https://www.freitag.de/autoren/michael-luehmann/demaskiert-zur-kenntlichkeit

    • ihre argumentensammlung diverser jahrzehnte erklärt vielleicht wieso es im nachwende(ost)deutschland viele neonazis gab. wieso die afd erfolge hat, und das beileibe nicht nur im ehemaligen osten, erklären weder ihre argumente noch sie selbst. statt dessen wiederholen sie hier die ewig falschen anfeindungen gegen die afd, die einfach nicht stimmen.

      die afd spricht sich für die familie im herkömmlichen sinn aus. nirgends, aber auch nirgends verurteilt oder reglemtiert sie homosexualität. einzig und alleine in bezug auf die kirchliche trauung und im adoptionsrecht bezieht die afd dieselbe position wie sie z.b. die cdu/csu und die spd sie auch praktizieren.

      die rechte von ethnien werden durch die afd nur insofern in bezug auf das asyl beschnitten wie sie rechtskonform sind (z.b. abschiebung tatsächlich durchführen) wenn die anwendung geltenden rechtes für sie ein problem darstellt, dürfen sie aber eigentlich keine zur wahl aufgestellte partei wählen, da diese parteien alle rechtskonform (auch in ihren forderungen) sind.

      jetzt stellt sich mir natürlich die frage was ihr kommentar eigentlich bezwecken soll.

      ganz ehrlich, ich verstehe die ängste von menschen wie ihnen nicht! seit jahrzehneten wird in deutschland von allen parteien dieselbe miese politik gegen die kleinen leute gemacht. jetzt kommt erstmals wieder eine neue partei, die -nach dem rückzug der csu vom rechten rand- wieder diesen abdeckt, und geschätzt 80% der bürger verfallen in schnappatmung. etwas frischer wind in der deutschen parteienlandschaft schadet höchstens den spinnweben die die demokratie inzwischen angesetzt hat.

      anstatt argumentativ herumzuschwurbeln, wäre es doch viel einfacher zu sagen, das man die afd gefälligst nicht wählen soll.

      oder war das der vielfach angesagte versuch, die afd sachlich argumentativ zu stellen? halten sie diesen versuch für gelungen? ich nicht.

      • glauben sie ernsthaft das mich die heinrich böll stiftung der grünen in meiner meinungsbildung mehr beeinflussen kann als mein eigener verstand?

        in meinem kommentar geht es mir darum, die falschen argumente, die gegen die afd vorgebracht, werden zu entkräften, indem ich sinngemäß aus deren programm zitiere.

        was hat das mit dem meinungskampf von rechts zu tun, der hier von einer parteinahen stiftung thematisiert und wegen der parteinähe auch instrumentalisiert wird? auf so eine instrumentalisierung falle ich bei keiner partei herein.

        ich würde auch keinen bericht der afd ernst nehmen der versucht den meinungskampf von links zu thematisieren und zu instrumentalisieren.

        ich kritisiere den meinungskampf von links mit unsachlichen methoden und das verbreiten von unwahrheiten die man der afd unterstellt. daran wird die böll-stiftung sicher nicht das geringste ändern können. mit dem meinunskampf von rechts hat das definitiv nichts zu tun. des weiteren ist dieser meinungskampf weitaus dezenter als der von links und der politischen mitte.

        ich bin sicher niemand der für alles belege oder links fordert, aber in diesem fall wären einigermasen neutrale belege (also nicht von der konkurrenz!) für diesen meinungskampf von rechts schon mal ganz sinnvoll. vielleicht kann ich da ja noch was lernen oder mich gar beeinflussen lassen. bisher ist mir dieser meinungskampf von rechts irgendwie entgangen, und hat mich von daher logischerweise auch nicht beeinflusst.

        und um ihre frage hiermit auch noch ganz einfach zu beantworten, ja, natürlich würde ich das selbe immer wieder schreiben. schon alleine weil es eben ergebnis meiner gedanklichen auseinandersetzung ist, und nicht das ergebnis eines parteinahen stiftungsgeschreibsels.

    • es gibt viele gründe für die erfolge der afd. die meisten dürften im versagen der altparteien z.b. in bezug auf die eu, die bankenrettung und die flüchtlingskrise zu suchen sein.

      ein ebenfalls wichtiger grund ist das permanente und substanzarme herumhacken auf der afd und die falschen unterstellungen, die man dieser partei macht.

      ebenfalls ein wichtiger grund ist die mediale dauerberieselung durch die medien, nach der alle migranten gaaaanz tolle liebe menschen sind. die medien vergessen dabei, das die menschen in ihrem umfeld leider ganz andere erfahrungen machen.

      noch ein wchtiger grund für den erfolg der afd ist die ignoranz gegenüber den bedürfnissen der einfachen leute und der massive sozialabbau zugunsten der reichen, und die selbstherrlichkeit und verlogenheit der politiker (z.b. in bezug auf die kosten der masseneinwanderung).

      noch mehr gute gründe gewünscht? einfach mal (selbst) kritisch in die entwicklung der vergangenen jahre zurückblicken.

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