von David Berger (Erstveröffentlichung: 15.06.2016)

Bei den sich in immer kürzeren Abständen mehrenden Anschlägen durch fanatische Muslime in der freien Welt, treten langsam Ermüdungserscheinungen beim Auswechseln von Facebookbildern ein. Wir waren alle „Charlie hebdo“, sehr viele waren noch Paris, viele Brüssel und einige werden spätestens in diesen Stunden „Orlando sein“ .

 Ja, vielleicht werden sie sogar zu einer Solidaritätskundgebung auftauchen, zumindest virtuell auf Facebook ihre Teilnahme ankündigen. Wenn ich mir dann anschaue, wer dort schon als Redner aufgetreten oder noch geplant ist, teilweise auch wer sein Profilbild umgewandelt oder die Veranstaltung „Berlin for Orlando“  organisiert bzw. angemeldet hat, kann selbst ich mir – der nach vielen Jahren Berufshomosein so einiges gewöhnt ist – ein leises Würgen nicht verbergen.

Ganz klar, möchte ich vielen dieser Leute sagen: NEIN, IHR SEID NICHT ORLANDO!

♦ NEIN, IHR SEID NICHT ORLANDO, wenn ihr zu jenen Leuten gehört, die bei jedem Übergriff fanatischer Islamisten monoton und entgegen alle Fakten gesagt haben, das habe nichts mit dem Islam zu tun.

♦ NEIN, IHR SEID NICHT ORLANDO, wenn ihr das Geschehene bagatellisiert, indem ihr die Hassverbrechen der ISIS und anderer islamischer Terrororganisationen mit homophoben Aussagen von Christen oder Juden vergleicht.

 ♦  NEIN, IHR SEID NICHT ORLANDO, wenn ihr die Opfer für eure parteipolitischen Interessen missbraucht, indem ihr die Schuld an dem Terrorakt von Orlando Waffenverkäufern oder Donald Trump in die Schuhe schiebt.

 ♦  NEIN, IHR SEID NICHT ORLANDO, wenn ihr in den letzten Jahren undifferenziert alle, die vor den Gefahren des real existierenden Islam für Trans- und Homosexuelle gewarnt haben, als islamophob und rechtspopulistisch beschimpft, verleugnet und bekämpft habt.

 ♦  NEIN, IHR SEID NICHT ORLANDO, wenn ihr zwar homokritische Einstellungen mancher Parteien verurteilt, euch aber zu jenen homophoben Übergriffen in Deutschland eisern ausschweigt, wenn die Täter muslimisch sozialisierte Migranten sind.

 ♦  NEIN, IHR SEID NICHT ORLANDO, wenn ihr zu den jüngsten Äußerungen der Vorstandsfrau des „Schwulen Museums“ geschwiegen habt: nicht der Islam, sondern die Islamkritiker seien heutzutage die eigentliche Gefahr für schwule Männer.

 ♦  NEIN, IHR SEID NICHT ORLANDO, wenn ihr ohne Widerspruch queere Medien oder Organisationen wie die Deutsche Aidshilfe unterstützt habt, obwohl sie viele der eben genannten Punkte mit einer scheinbar ideologischen Besessenheit und gegen die Interessen ihrer eigenen Leute erfüllt haben.

Für all diese Menschen gilt:  Zeigt, dass ihr euer Denken in dieser Sache – unter dem Druck der Ereignisse – korrigiert habt. Oder: Wenn ihr euch noch in den Spiegel schauen wollt, bleibt solchen Veranstaltungen fern, unterlasst es zu behaupten, dass ihr „Orlando seid“!

Nicht nur ihr müsst euch sonst dafür schämen. Ihr beleidigt und verhöhnt damit auch die Opfer jener Schreckensnacht auf widerliche Weise!

 (c) Foto: Screenshot Fb-Profil privat