(David Berger) In Israel macht derzeit der Fall eines deutschen Lehrers aus dem Bundesland Niedersachsen von sich reden, der nach Angaben der „Jerusalem Post“ eine jüdische Identität vorgegeben haben soll, um eine anti-israelische Petition zu bewerben. Diese Petition möchte erreichen, dass die weltweit verteilten palästinensischen Flüchtlinge nach Israel „zurückgeführt werden“.

Die Petition haben zahlreiche anti-israelische Extremisten unterschrieben. Sowohl Palästinenserführer als auch Anti-Israel-Aktivisten behaupten, dass die Zahl der palästinensischen Flüchtlinge mehr als sieben Millionen Menschen umfasst. Für die „Jerusalem Post“ würde eine Rückführung ein extremes Sicherheitsproblem für Israel darstellen, ja einer Vernichtung des Staates Israel gleich kommen.

Nach Informationen, die die bekannte Tageszeitung von der jüdischen Gemeinde in Oldenburg erhalten hat, benützt der Lehrer den jüdisch klingenden Namen Ben Kushka, angeblich um sich von Antisemitismusvorwürfen frei zu halten.

Efraim Zuroff, der Chef des Simon Wiesenthal Centers sprach angesichts der Aktion des Lehrers von einer „fanatischen antisemitischen Agenda“, mit welcher der Lehrer vorgehe.

Es sei in keinem Fall hinzunehmen, dass der Lehrer eine nicht vorhandene Identität vorgetäuscht habe, um die Hassrede gegen Israel zu fördern.

Die Zeitung berichtet weiter, dass die niedersächsischen Schulbehörden dem Vorwurf nachgingen.  Allerdings gibt es nach Berichten von deutschen Medien bereits ein Urteil, dass es deutschen Medien untersagt, den Lehrer als Antisemiten zu bezeichnen.

NWZ online hat bereits im Juni 2016 berichtet:

„Das Landgericht hat Juso-Mitglied Sara Rihl untersagt, den Lehrer Christoph Glanz als „bekannten Antisemiten“ zu bezeichnen (Az: 5.O 1069/16)

Und weiter: „Das teilte der Förderverein internationales Fluchtmuseum am Freitag mit. Rihl, Mitglied des Senats der Universität, habe eine Veranstaltung der BDS-Kampagne in der Evangelischen Studierenden Gemeinde (ESG) verhindern wollen, heißt es in einer Mitteilung des Vorsitzenden Ulrich Hartig. Rihl habe Glanz vorgeworfen, für eine „antisemitische Organisation“ zu arbeiten. Glanz, 40, Lehrer der IGS Flötenteich, habe sich erfolgreich gegen diesen Angriff gewehrt, teilt das Fluchtmuseum mit.“

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Foto: Der oberste Gerichtshof Israels (c) Deror avi (Own work) [Copyrighted free use], via Wikimedia Commons

5 Kommentare

  1. Es ist schon lustig was die „Jerusalem Post“ schreibt und im Vordergrund des Titelfotos überall „Kopftücher“ und palästinensche Flaggen zeigt.

  2. Vielen Dank für diesen Artikel!
    Erzieher, die Schutzbefohlene instrumentalisieren, bzw. für eigene Zwecke missbrauchen, gehören grundsätzlich aus dem Job entfernt – insbesondere bei Anstacheln zu Gewalt oder antisemitischen Handlungen. (Wie es z.B. der Boykott ist: Kein einziges anderes Land, es mag noch so sehr die Menschenrechte missachten, wird nämlich von diesen Gruppen boykottiert.)
    Da ich selbst neben Schule wie auch kommuneneigenem (->CDU-Hochburg übrigens…) Kindergarten wohne, muss ich leider sagen: Es ist (mal wieder) kein „Einzelfall“ – allerdings wird hier zu direkter Feindseligkeit bzw. Aggressivität/Gewalt angestachelt (…). Die Tatsache, dass staatlicherseits nicht gehandelt wird, bzw. derartige Hetzer vielmehr bewusst unterstützt werden, kommt mir sehr bekannt vor (…). Ein weiteres Beispiel für ein immer offensichtlicher werdendes „Zwei-Klassen-Rechtssystem“, oder genauer gesagt: Es wird einem mehr als mulmig angesichts der Zielstrebigkeit mit der sich das deutsche Volk (wieder) auf dem „3.-Reichs-Weg“ befindet – und zwar „all inclusive“…
    Der Link zum Artikel „..Lehrer heizt aktiv Antisemitismus…an“ ist übrigens nicht (mehr?) verfügbar. (?)

  3. Ich verstehe jetzt nicht was an dieser Petition „antisemitisch“ ist. Zumal Araber ebenfalls Semiten sind. Wieder nur platte Propaganda.

  4. Bei all den Forderung nach „Rückführung“ von Palästinensern in ihre Herkunftsorte auf dem Territorium des Staates Israel wird zumest verschwiegen, dass es einerseits zwar rund 750 000 Araber waren, die 1948 das Land verließen und seither mit ihren Nachkommen in Nachbarländern leben, in denen sie kaum integriert wurden – dass es andererseits jedoch rund 800 000 Juden gab, die damals aus arabischen Ländern mehr oder weniger vertrieben wurden. Wer sich also für die „Rückführung“ von sogenannten Palästinensern einsetzt, müsste sich konsequenterweise auch für eine „Rückführung“ von Juden einsetzen.

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