Brüll-Duell bei Illner: Dobrindt attackiert Linke – doch die Migrationsfrage holt die Union ein

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Bei „Illner“ brüllen Dobrindt und Reichinnek einander nieder, bis nur noch ein Einspieler die Sendung retten kann. Die bittere Pointe des Streits über Antisemitismus: Die Linke muss sich für israelfeindliche Ausfälle in ihren Reihen verantworten – doch ausgerechnet die Union will möglichst wenig darüber reden, welche Migrations- und Einbürgerungspolitik jene Milieus in Deutschland wachsen ließ, in denen Judenhass längst kein Randphänomen mehr ist.

Am Donnerstagabend, dem 24. September 2026, zerfällt „Maybrit Illner“ im ZDF für einige Minuten in das, was politische Talkshows inzwischen allzu oft sind: einen akustischen Bürgerkrieg, in dem Heidi Reichinnek und Alexander Dobrindt gleichzeitig reden, die Moderatorin die Kontrolle über die Diskussion verliert und schließlich nur noch der rettende Einspieler für Ruhe sorgt. Ausgerechnet beim Thema Antisemitismus fliegen die Fetzen.

Doch hinter dem Spektakel steht eine Frage, die im Geschrei beinahe untergeht: Wer trägt politische Verantwortung dafür, dass islamistisch und israelfeindlich geprägte Milieus in Deutschland erheblich gewachsen sind? Wer hat die Migrationspolitik der vergangenen Jahre mitgetragen, Einbürgerungen erleichtert und hält am gegenwärtigen Kurs fest?

Dobrindt kann Reichinnek wegen antisemitischer Ausfälle und israelfeindlicher Strömungen im Umfeld der Linken noch so laut attackieren. Die Auseinandersetzung über importierten Antisemitismus führt zwangsläufig auch zur Migrationspolitik von CDU und CSU zurück. Wer die Linke nach ihrer Verantwortung fragt, darf deshalb die Union nicht aus der Rechnung streichen. Genau diese Debatte hätte bei Illner geführt werden müssen – statt sie im gegenseitigen Gebrüll untergehen zu lassen.


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