(David Berger) Machen wir uns nichts vor, liebe Leser, heute über die katholische Kirche und ihr Selbstverständnis, die sog. Ekklesiologie, zu sprechen, ist kein leichtes Unterfangen. Das gilt – wir haben es zuletzt an den Predigten der deutschen Bischöfe zum Osterfest gesehen – zumal für deutschen Sprachraum, in dem das, was gemeinhin als katholische Kirche gilt, einen geradezu erbärmlichen, ja bisweilen sogar skandalösen Zustand aufweist. In der Reihe Audimax für den Kontrafunk habe ich es dennoch gewagt.
Der Fisch stinkt bekanntlich vom Kopf her. Das gilt auch für die Kirche. Ganz oben stehen die Bischöfe. Um der Kirchensteuer und der Teilhabe an der Macht willen haben sie sich mit dem herrschenden System gleichgeschaltet, ja in fragwürdiger Komplizenschaft verbunden. Selbst den abwegigsten Forderungen irgendwelcher Laienräte geben sie nach und riskierten damit einen Dauerkonflikt mit dem Rest der Weltkirche . Ihre eigentliche Berufung, die Sorge um das Heil der Seelen und die Veränderung der Welt auf das Reich Gottes hin, interessiert sie nicht; sie scheint ihnen sogar eher lästig. Der Niedergang ist bereits so weit fortgeschritten, dass selbst die Bundestagspräsidentin Julia Klöckner von der CDU sich an Ostern 2025 zu einer nachdrücklichen Warnung genötigt sah. Die Kirchen sollten endlich wieder von den Basics des Glaubens reden, statt permanent ungefragt Stellungnahmen zu tagesaktuellen Themen abzugeben „wie eine NGO“.
Versagen in der Corona-Hysterie
Ein besonderer Tiefpunkt war, als in der Coronazeit, also ausgerechnet in einer Situation, in der die Gläubigen auf Trost und seelischen Beistand am dringendsten angewiesen waren, die Gotteshäuser verschlossen wurden. Mit brutaler Unmissverständlichkeit demonstrierten die Bischöfe der Herde, dass sie eigentlich gar keine Hirten mehr sind, sondern Funktionäre, auf die man im Notfall nicht bauen kann. Und als sie auch noch das Weihwasser gegen Desinfektionsmittel und die heilige Kommunion gegen den mRNA-Impfstoff austauschten, erweckten sie den Eindruck, an ein totalitäres System mehr zu glauben als an die eigene Sache.
Am deutlichsten zeigt sich der Verrat aber im sogenannten Kampf gegen Rechts. Unter dem ebenso griffigen wie perfiden Motto „Unser Kreuz hat keine Haken“ werden tiefgläubige Christen ausgegrenzt und diffamiert: nicht selten jene, die sich für urchristliche Ziele und Werte einsetzen wie den Lebensschutz, die Bewahrung des Friedens, oder die Abwehr einer die abendländische Zivilisation bedrohenden Islamisierung. Viele dieser „rechten“ Christen leben das Evangelium glaubwürdiger als mancher Kirchenfunktionär. Doch wer nicht wie der politische Mainstream denkt, wird in der Kirchensteuerkirche zum Ketzer.
Nicht weniger als dem politischen Mainstream huldigt die Funktionärskirche dem nihilistischen Zeitgeist. Sie will selbstherrlich eine neue Kirche schaffen, wobei diese Selbstherrlichkeit – wie stets – nicht zu Selbstbestimmtheit führt, sondern in sklavische Abhängigkeit. In einer seiner letzten Schriften hat Benedikt XVI. dies klar auf den Punkt gebracht: „Die Idee einer von uns selbst besser gemachten Kirche ist in Wirklichkeit ein Vorschlag des Teufels, mit dem er uns vom lebendigen Gott abbringen will durch eine lügnerische Logik, auf die wir zu leicht hereinfallen.“
Die wahren Feinde sitzen innerhalb der Kirche
Die wahren Feinde, so hat Benedikt nach den Missbrauchsfällen auch geklagt, sitzen innerhalb der Kirche. Und fast scheint es, als würde sie in unheimlicher Allianz mit den äußeren Feinden zusammenarbeiten. Denn da sind jene, die ihr negatives Urteil über die katholische Kirche auch im Hinblick auf deren Geschichte fällen. Durch populistische Fernsehsendungen oder im besseren Falle durch pseudowissenschaftliche Schriften, die die Geschichte der Kirche ausschließlich als Kriminalgeschichte lesen, wie die Anklageschiften Karl-Heinz Deschners: Ganz schnell fallen dann die Begriffe Kreuzzug, Inquisition, Hexenverbrennung.
Anachronistische, hypermoralische bis hypokrite Empörung ersetzt eine differenzierte, das heißt auch immer kontextbezogene Betrachtung der Vergangenheit. Und nicht wenige Behauptungen erweisen sich bei näherer Betrachtung als unwahr. So tritt ein durchgehendes Schuldnarrativ an die Stelle historischer Hermeneutik. Das Wesen der Kirche und des katholischen Glaubens wird dann am Ende mit historischem Fehlverhalten einzelner kirchlicher Würdenträger in eins gesetzt. Diese Schuldnarrative werden dann wiederum kirchenintern aufgegriffen, um die Kirche von innen heraus weiter zu zersetzen.
Schlimmeres als den Verlust der Glaubwürdigkeit kann eine Institution, die den Glauben verkünden soll, nicht erleiden. Am unglaubwürdigsten ist jedoch derjenige, der offen zeigt, dass er nicht mehr an sich selber glaubt und diejenigen, die ihm noch glauben, verhöhnt.
Ich möchte Sie heute einladen, zunächst all diese Vorurteile beiseite zu legen. Und sich der eigentlichen, der authentischen Gestalt der Kirche als dem „mystischen Leib Christi“ zuwenden:
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