„Bürgaymeister“: Wenn Schwulsein zur politischen Agenda wird

Der Grünenpolitiker Dominik Krause hat die Oberbürgermeisterwahl in München überraschend gewonnen. Er feiert sich nun selbst als „Bürgaymeister“ der Stadt, schließt Enteignungen nicht aus. Die Wiesn ist für ihn die „größte offene Drogenszene“ Münchens. Sein Partner Sebastian Müller freut sich auf sein Amt als Münchens erster „First Gentleman“. Dennis Riehle kommentiert.

Ihr Münchner Deppen – besser kann man sich nicht selbst abschaffen.

Münchens grüner Untergang… pic.twitter.com/RfuJgHy93J

— Guten Morgen (@Prunkundshiva) March 23, 2026

 

Als 1996 in meiner Heimatstadt Konstanz der erste „grüne“ Oberbürgermeister der Bundesrepublik gewählt wurde, da war das Aufsehen groß. Doch im Nachhinein stellte sich die Amtszeit von Horst Frank als überaus solide, bodenständig und vernünftig dar. Seine Partei ist damals allerdings noch eine völlig andere gewesen. Bürgerlich bis konservativ, ökologisch wirklich nachhaltig, ohne in Zweifel zu ziehen, dass es vor allem Mann und Frau gibt. Die Gemengelage heute ist eine gänzlich andere. Dominik Krause gilt als ein Aktivist par excellence. Sein Auftreten erinnert an jenes von Klaus Wowereit, das neue Stadtoberhaupt von München macht keinen Hehl daraus, dass sein Schwulsein zur Agenda wird. 1990 wurde er in Moosach geboren, ist ein echtes Kindl. Nach seinem Sieg über Herausforderer Reiter von der SPD herzte und küsste er seinen Partner auf offener Bühne ausgiebig und demonstrativ. Als ob er sich in erster Linie über die erotische Orientierung definiert, macht er „Gay“ sogar zu einem Teil seines Titels, tritt regelmäßig mit der Regenbogenfahne im Hintergrund auf. Kein Zweifel, die die Legislaturperiode wird von Tätigkeitsdrang geprägt sein.

Verbote, Regulierung, Enteignung: Ökosozialismus, wie ihn Habeck ins Stammbuch diktiert…

Denn auch seine wichtigsten Themen machen deutlich, wohin die Reise geht: In einem Zehn-Punkte-Plan hat der bereits seit 2012 politisch Engagierte seine Prioritäten gesetzt. 50.000 neue Wohnungen will er bauen, insbesondere in den nördlichen Randgebieten. Er spricht von „Umwandlung“ bestehender Büroeinheiten, ein Euphemismus für „Enteignung“. Denunzieren hält er für legitim, Mietpreiswucher soll durch eine digitale Meldestelle aufgedeckt werden. Möbliertes Wohnen möchte er regulieren, der Sozialismus schlägt bereits in den ersten Worten seiner Vorhaben unmittelbar durch.

Mehr Busspuren soll es geben, den Ausbau von Radwegen, eine Verdrängung des Individualverkehrs. Tausende neue Bäume will jener pflanzen, der sein Schlafzimmer mitten in die Öffentlichkeit stellt. Er ist verlobt mit Hausarzt Sebastian Müller, bindet jedem Erstbesten auf die Nase, dass er ihn im Tanzkurs in der Jugend kennengelernt habe, bald heiraten möchte. Ganz nebenbei sollen Solar- und Geothermie zum Standard werden, sowohl der Eintritt zu Schwimmbädern wie auch der ÖPNV für Kinder beziehungsweise Senioren kostenlos sein. Woher das Geld zur Kompensation stammt, wer weiß das schon.

Nicht Steuersenkungen und Energiepreisbremsen sollen helfen, sondern „Kreativität“…

Kreativität möge die Wirtschaft fördern, nicht unbedingt weniger Steuern, Abgaben oder gesenkte Energiepreise. Entwicklung ohne Entfesselung ist kaum möglich, das Konzept wirkt undurchdacht. Lautstark polemisiert der leidenschaftliche Klavierspieler und Skifahrer, München sei offen für alle, nicht nur „für Reiche“. Die Sicherheit will er weniger durch eine Verstärkung von Polizei oder Videoüberwachung verbessern, sondern durch Prävention, Sozialarbeit und Mitgefühl. Inwieweit er authentisch das Fass beim Oktoberfest anstechen wird, das er als die „weltweit größte offene Drogenszene“ verunglimpfte, über seine Verachtung für Tradition und Brauchtum nicht schweigt, man wird es abwarten müssen.

Der goldene Löwe dürfte jedenfalls tief durchatmen, denn für Heimat und Originalität brechen schwere Zeiten an. Stattdessen will Krause Moderne und Buntheit allerorten. Das Auto möchte er dem Einzelnen streitig machen, Beton durch Blumenerde auswechseln. Unbestritten ist seine Haltung zur AfD: „Mehr Farbe, weniger Faschos!“, so lässt er verlautbaren. Vom Brückenbauen keine Spur, kein Anhalt für Versöhnung. Stattdessen dürfte die Spaltung weitergehen.

Krause geht es um einen Umbruch in die „Moderne“, ob München nun will – oder nicht…

Für die Schickeria brechen dunkle Stunden an, aber auch der normale Durchschnittsbürger muss hart im Nehmen sein. Da dürfte eine Geschichte der tausend Geschlechter geschrieben werden, vielleicht erklärt man den CSD sogar zum Feiertag. Es interessiert niemanden, wer wen liebt. Aber die Menschen haben einen Anspruch darauf, von einem Politiker Pragmatismus denn sein Privatleben präsentiert zu bekommen. Er will Schwung in die Bude bringen, damit ist allerdings nicht etwa seine Jugendlichkeit gemeint. Sondern Krause möchte Bewährtes umkrempeln, Veränderung sieht er zwingend als Chance. Doch dabei geht es weder um Fortentwicklung noch Aufbruch , sondern um einen Umsturz.

Und es bleibt fraglich, welche Teile der Stadtgesellschaft er hierbei mitnehmen kann. Anzeichen dafür, dass er sich um diejenigen kümmern wird, die bei seinem Tempo des Wandels auf der Strecke bleiben, blieben bislang aus. Da setzt sich jemand an die Spitze, ohne allzu viel Rücksicht mit Blick auf die außersexuelle Verschiedenheit der Untertanen, die teils divergierenden Interessen und Bedürfnisse. Ein Pontifex wird aus ihm nicht, wohl eher ein Snob, der sein Ding durchzieht. Bavaria kann hierbei nur leidtun.

Der Beitrag erschien zuerst bei RIEHLE-NEWS.


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