ZDF-Kindersendung: Hetze gegen christliche Kirchen, Lob des Ramadan

(David Berger) Der nächste ZDF-Skandal: In den sozialen Medien sorgt aktuell ein Beitrag der Kindernachrichtensendung „logo!“ für Ärger. Bekannt geworden ist er v.a. durch eine Programmbeschwerde, die der „Berlin-Reporter“ Thorsten Alsleben beim ZDF-Fernsehrat eingereicht hat. Tatsächlich hat die Kindernachrichtensendung „Logo“ in einer mehrere Programmrichtlinien verletzenden Form einen einseitigen Hetzbericht über die Geschichte der christlichen Kirchen gebracht. Und das auch noch, nachdem es unmittelbar zuvor einen sachlich-positiven Bericht über den islamischen Ramadan gab.“

Zunächst wurde in der Sendung das Ende des Ramadan erklärt, also das Fest des Fastenbrechens. Dieser Beitrag zeigte ausschließlich positive Aspekte: gemeinsames Feiern, Familie, Geschenke für Kinder und religiöse Praxis im Alltag. Kritische Perspektiven auf den Islam wurden dabei nicht thematisiert: „Er zeigt echte Menschen in Bewegtbild und auf Fotos und überwiegend bei Kindern positiv konnotierte Themen (Familienfeier, Kinder bekommen Süßigkeiten geschenkt, Tradition in Pakistan, für Mädchen schöne Kleidung und Schmuck zu kaufen). Es gibt kein einziges kritisches Wort zur gelebten Praxis im Islam, dass Frauen und Männer getrennt beten müssen, dass Frauen, z.T. sogar schon Mädchen, gezwungen sind, Kopftücher zu tragen, dass es im Islam in vielen Ländern und z. T. auch in Deutschland sehr strenge Regeln gibt, die teilweise sogar den Werten des Grundgesetzes widersprechen.“ – so Alsleben.

Ablass und Kindesmissbrauch

Direkt im Anschluss widmete sich die Sendung, die ausgerechnet am Hochfest des hl. Josefs, des Schutzpatrons der Kirche lief, der Geschichte des Christentums. Dieser Beitrag fiel so einseitig falsch und viel deutlich negativer aus, dass er bereits als perfide Hetze bezeichnet werden muss. Statt moderner Beispiele oder realer Menschen wurden vor allem historische Darstellungen verwendet, die düster und bedrohlich wirkten. Im Mittelpunkt standen Themen wie Macht, Angst vor göttlicher Strafe und der Ablasshandel im Mittelalter: „Dann ging es in dem Bericht über den schwindenden Einfluss der Kirche, dass viele meinten, man brauche die Kirche nicht mehr. Er gipfelte in der textlichen und bildlich untermalten Aussage: „Und dann haben Kirchenleute in den letzten Jahrzehnten richtig schlimme Fehler gemacht, zum Teil schreckliche Verbrechen an Kindern begangen. Auch das hat dafür gesorgt, dass viele Menschen aus der Kirche ausgetreten sind.“ Das Schlussbild waren drei offenbar als christliche Kleriker erkennbare Geistliche mit den Überschriften: „Fehler“, „Verbrechen“ und „nicht modern“. Meine Tochter fragte dann entsetzt: „Stimmt das?“ und wir mussten unterbrechen und ihr und meinem Sohn den Zusammenhang erklären.“ – so Alsleben.

Neben einer völlig anachronistischen Sicht auf zum Teil auch noch falsch wiedergegebene Ereignisse der Kirchengeschichte, kamen zentrale Aspekte des Christentums gar nicht vor. Kein Wort zur Bergpredigt, zu Kreuzestod und Auferstehung Jesu, kein Wort über die fundamentale Rolle des Christentums für ein humanes, menschenfreundliches Europa. Nichts über ständige Reformbewegungen wie die von Martin Luther oder der großen Heiligen der katholischen Kirche in der Gegenreformation. Die über Jahrhunderte unsere Gesellschaft prägenden sozialen, kulturellen oder karitativen Leistungen der Kirchen wurden nicht erwähnt.

Rechnen mit religiösem Unwissen

Gerade bei einem Format, das sich an Kinder richtet, sei es wichtig, Themen differenziert darzustellen. Wenn positive und negative Aspekte ungleich verteilt präsentiert werden, entsteht ein verzerrtes Bild – insbesondere bei Zuschauern, die sich erstmals mit solchen Themen beschäftigen und in einer Gesellschaft leben, deren religiöses bzw. kirchliches Wissen praktisch bei Null liegt.

Angesichts der Programmrichtlinien des ZDF, die eine faire und respektvolle Darstellung religiöser Inhalte fordern, ist die Sendung ein Skandal. Er reiht sich ein in einer ganze Reihe weiterer Skandale, die sich das ZDF in geballter Form in den letzten Wochen und Monaten geleistet hat.

Ohne in krude Verschwörungstheorien zu verfallen oder ZDF-Journalunken zu viel zuzutrauen, kann man sich nach dieser Sendung des Gedankens nicht erwehren, dass es den Islam-Appeasern mindestens unterbewusst und irgendwie instinktiv dämmert, dass das Christentum in seiner authentischen Form die mächtigste Waffe gegen eine Islamisierung Europas sein könnte…

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David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Bestseller werdende Buch "Der heilige Schein". Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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