Trotz vernichtendem Gerichtsurteil: Correctiv erhält 200.000 Euro Steuergeld

Im angeblichen Kampf gegen Desinformation setzt das Recherchenetzwerk „Correctiv“ weiterhin auf die Unterstützung der öffentlichen Hand. Trotz eines gerichtlichen Urteils, das die Förderung des Projekts mit Steuergeldern eigentlich zu einem Skandal macht, erhält Correctiv 200.000 Euro aus Steuergeldern, offiziell um gegen die Verbreitung von Fake News anzukämpfen. 

Unser Fundstück der Woche von Pauline Voss (NIUS):

„Wie in vergangenen Jahren bekommt Correctiv auch in diesem Jahr Geld aus dem Förderprogramm „Demokratie leben!“ von Familienministerin Karin Prien (CDU). Auf NIUS-Anfrage teilt das Ministerium mit: „2026 wird das Projekt ‚Brandherd Desinformation: Schulungen zum Umgang mit TikTok in Feuerwehr und Vereinswesen‘ mit einer Summe von 140.114,45 Euro (…) gefördert.“

Laut Projektbeschreibung werden dabei junge Feuerwehrleute von Correctiv-Journalisten geschult. Diese sollen den Jugendlichen „auf Augenhöhe und mit Spaß“ vermitteln, „wie TikTok und Co. funktionieren, wie sich Desinformation verbreitet und wie man ihr entgegentreten kann. Sie lernen, selbst zu recherchieren, seriöse Quellen zu erkennen und eigene Beiträge zu gestalten.“

Gerade das scheint Correctiv selbst nicht leicht zu fallen, wie das Urteil vom Dienstag belegt. Darin wurde dem Medienhaus untersagt, zentrale Aussagen über ein vermeintliches Geheimtreffen in Potsdam zu verbreiten, bei dem auch Politiker der AfD anwesend waren. Das Gericht beanstandete unter anderem die Behauptung, bei dem Treffen sei ein „Masterplan zur Ausweisung deutscher Staatsbürger“ geschmiedet worden. Genau diese Erzählung hatte im Januar 2024 Millionen Menschen auf die Straße getrieben, um gegen die AfD auf die Straße zu gehen, und dient noch immer als Rechtfertigung für den politischen Ausschluss der Partei.“

Ministerien wollen keine Zahlen nennen

Damit freilich nicht genug: NRW-Medienminister Nathanael Liminski stellt 2026 weitere 60.000 Euro für die Nachwuchs-Redaktion von Correctiv, „Salon 5“, zur Verfügung. Das Projekt vermittelt Jugendlichen journalistisches Handwerk und Themen rund um Recherche, Social Media und Podcasts. Zudem bietet „Salon 5“ seit Kurzem ein Projekt gegen „Desinformation“ an.

Auf eine Anfrage von NIUS, ob die Förderungen nach einem Gerichtsurteil überprüft werden, antworteten die Ministerien unterschiedlich: Das NRW-Medienministerium plant keine weitere Förderung für 2027, während das Bundesfamilienministerium bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme gab und das Bundesinnenministerium keine aktuellen Förderzahlen für dieses Jahr nennen konnte.

Addendum: Schon 2018 wurde PP von „Correctiv“ ins Visier genommen:

Nackte Männer im PP-Keller: Warum ich mit „Correctiv“ kein Interview führen werde

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David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Bestseller werdende Buch "Der heilige Schein". Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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