(David Berger) Der legendäre britische Sänger Morrissey hat eine neuen Song „Notre Dame“ veröffentlicht, der es in sich hat. Der frühere Frontmann von „The Smiths“ ist bekannt für seine kontroversen, politisch aufgeladenen Texte – und auch sein aktuelles Werk macht da keine Ausnahme.
In einer besonders aufsehenerregenden Zeile singt Morrissey:
„Before investigations, they said there’s nothing to see here.“
Die Passage wirkt wie ein direkter Vorwurf gegen politische Institutionen und Medien – im Hinblick auf deren Reaktionen auf den verheerenden Brand der Paris Kathedrale Notre Dame. Noch bevor Untersuchungen abgeschlossen seien, so die implizite Kritik, werde die Öffentlichkeit beruhigt oder gar beschwichtigt. Eine seltsame Umgangsweise, die immer wieder auffällt, wenn eine Kirche brennt: Noch bevor das Feuer gelöscht ist, geben Medien und Behörden bekannt, dass es sich um einen Unfall handelt.
Morrissey greift damit ein Motiv auf, das sich durch viele seiner jüngeren Werke zieht: Misstrauen gegenüber offiziellen Darstellungen und staatlicher Kommunikation. Und küsst bei einem seiner Auftritte einen Rosenkranz.
„We know who tried to kill you“
Noch deutlicher wird der Song in einer weiteren Textstelle: „Notre Dame, we know who tried to kill you. Notre Dame, we will not be silent.“
Hier personifiziert Morrissey die weltberühmte Pariser Kathedrale Notre-Dame de Paris, die 2019 durch einen verheerenden Brand schwer beschädigt wurde. Die Brandursache wurde offiziell als Unfall im Zusammenhang mit Renovierungsarbeiten eingestuft. Morrisseys Formulierung deutet jedoch auf Zweifel an dieser Darstellung hin – oder zumindest auf eine tiefergehende symbolische Lesart.
Das Menetekel
Morrissey scheint hier nicht nur einen konkreten Verdacht zu äußern, er nutzt das Bild der brennenden Kathedrale, die der Gottesmutter geweiht ist, auch als Metapher für kulturellen Verlust und Identitätskrise:
„Notre Dame“ als Klage über den Zustand Europas – der Brand der Kathedrale als Menetekel dafür, dass Tradition, Geschichte und religiös-kulturelle Identität und damit unser Ich als Abendländer in höchster Gefahr sind.
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