„Die katholische Kirche ist das Einzige, was den Menschen vor der entwürdigenden Sklaverei bewahrt, ein Kind seiner Zeit zu sein.“ (G.K. Chesterton)
(David Berger) Kaum beachtet von der Öffentlichkeit erwacht in der letzten Zeit ein unerwartetes, wie aus dem Nichts aufsteigendes Interesse nicht nur junger Menschen, sondern auch künstlerisch-intellektueller Kreise am Katholizismus. Mit zu den bedeutenden Künstlern, die in diesem Zusammenhang ihren Weg zur Catholica gefunden haben, gehört auch der bekannte Dichter Alexandru Bulucz.
Wenn eine ebenso tiefsinniger wie mit Literaturpreisen überhäufter Lyriker Alexandru Bulucz seinem Interviewer ganz ohne Pathos zugesteht, dass in seinem ganzen Wirken im Literaturbetrieb keiner so gut auf ein Gespräch vorbereitet war, so kann man sich als Journalist kaum ein größeres Lob vorstellen.
Preisgekrönter Lyriker
Der Satz fällt am Ende eines Interviews, mit dem der der Publizist Stefan Meetschen die K-TV-Interviewreihe „Schlüsselmomente“, deren erste Folgen mit Michael F. Feldkamp und Monika Maron bereits aufgrund ihres Tiefgangs faszinierten, weiterführt.
Alexandru Bulucz ist nicht nur als preisgekrönter Lyriker, sondern auch als Literaturkritiker, Übersetzer, Herausgeber und Publizist rumänischer Herkunft bekannt geworden. Er gilt als eine der Stimme der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur, die man inzwischen über engere Fachkreise hinaus kennt.
Während der erste Teil des Interviews dem literarischen Schaffen Buluczs und dessen biographischen Hintergründen sowie dem Katharsis-Moment des Schreibens gewidmet ist und Bulucz mit einer großen Offenheit, aber aber auch anscheinend sehr gelassen über seine teilweise tragischen Kindheitserlebnisse berichtet, ändert sich die Stimmung – so meinte ich das zu erkennen – deutlich, als Meetschen auf den Isenheimer Altar (Foto l.) zu sprechen kommt.
Synthese aus Vernunft und Glauben
Auf einmal zeigt der Lyriker ein zufrieden lächelndes, fast gelöstes Gesicht. Das Gespräch kommt auch dann richtig in Fahrt, als es um Metaphysik und Transzendenz, um die rumänisch-orthodoxe Kirche und den das Ewige zum Klingen bringenden Takt des Simandron geht; um die Synthese von Glaube und Vernunft, von Natur und Gnade; um die Größe der Catholica, die sich gerade dann besonders offenbart, wenn sie gar nicht versucht, ein Kind dieser Zeit zu sein. Und damit um ihr Recht, den ungeheuren Anspruch des Perennierenden glaubwürdig hochzuhalten. Sakraler Ort zu sein, der sich vom Profanen abgrenzt, der Beschleunigung und Verflachung der Gegenwart widersetzt, der Gleichzeitigkeit hat, weil er ungleichzeitig ist.
Eine Catholica, die sich dabei nicht im Nebulösen religiöser Gefühligkeit verliert, sondern sich, wie das Bulucz immer wieder betont, überzeugend am frommen und zugleich hochintellektuellen Denken Joseph Ratzingers, Papst Benedikts XVI. als intellektuelle und geistig-spirituelle Spitzenleistung zeigt.
Dankbarkeit für den Weg, den er zur Catholica (ausgerechnet im heidnischen Berlin) gefunden hat, verbinden sich am Ende des Gesprächs mit der Demut, dessen der den Bruch zwischen aufgeklärter Säkularität und Glauben nicht einfach verdrängt oder übersprungen hat, sondern leidend daran gedanklich nagt.
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