Samstag, 13. April 2024

Münster: Kirchliche Strafen „bis hin zur Exkommunikation“ von AfD-Mitgliedern?

Unter dem Titel „Kirche hadert mit der AfD“ haben die Westfälischen Nachrichten am 5. März 2024 einen Bericht von Claudia Kramer-Santel über die jüngsten Spezialvorschläge aus katholischen Gremien gegen diese Partei und ihre Mitglieder veröffentlicht. Ein Gastbeitrag von Felizitas Küble

Die Regionalzeitung schreibt zur Debatte um die AfD, derzeit gehe es „hauptsächlich um die Frage, wie man rechtsextreme und rassistische Äußerungen von Haupt- und Nebenbenamtlichen in der Kirche sanktionieren kann“.

Man lese und staune: Während das kirchliche Arbeitsrecht noch vor einigen Jahren stark liberalisiert wurde, was das persönliche Leben der Mitarbeiter hinsichtlich christlicher Grundsätze anbelangt, wurde es jetzt in politisch-woker Hinsicht im Bistum Münster radikalisiert – also genau der entgegensetzte Weg eingeschlagen, denn die neue diözesane Grundordnung aus dem Vorjahr ermöglicht „arbeitsrechtliche Sanktionen“, z.B. bei sogenannten antisemitischen oder rassistischen Reden (was immer das etwa aus ultralinker Sicht beinhalten mag).

Weitergehende Forderungen des „liberalen“ Schüller

Der in den Medien häufig präsente katholische Kirchenrechtler Dr. Thomas Schüller wird in der WN mit den Worten zitiert, er unterstütze die Anti-AfD-Erklärung der deutschen Bischöfe.

Der sonst als „liberal“ geltende Professor aus Münster „verlangt“ von den Oberhirten freilich noch „weitergehende Schritte“, denn deren Äußerungen müßten auch ins kirchliche Recht „überführt“ werden, nämlich „spürbare Sanktionen bis hin zur Exkommunikation, zu dem Ausschluss aus Ehrenämtern oder dem Entzug der Mission bei Verstoß gegen das erwünschte Verhalten.“

Genau dies erscheint heute vielen Gläubigen wie neue Variante der Inquisition, keine theologisch begründete wie einst, sondern eine politisch motivierte, die ein „erwünschtes Verhalten“ einfordert, ansonsten sind „Sanktionen“ fällig bis hin zur „Exkommunikation“, also dem kompletten Ausschluß aus der Kirche.

Auch der „Marsch für das Leben“ wird gecancelt

Das seit Jahrzehnten linkskatholisch agierende Diözesankomitee im Bistum Münster applaudierte erwartungsgemäß den Forderungen Schüllers. Zugleich rief die sogenannte „Laienvertretung“ (die vom Kirchenvolk freilich gar nicht gewählt wird) die deutschen Bischöfe dazu auf, sich zukünftig nicht mehr am „Marsch für das Leben“ zu beteiligen, „solange sich diese Aktion nicht deutlich von der AfD distanziere“.

Wir sehen hier einen neuen Fanatismus von links, der jede  –  noch vor kurzem so hoch gepriesene  –  „Liberalität“ mit Füßen tritt, der auch den sonst so gerne verherrlichten „Geist des Dialogs“ und den „Einsatz gegen Ausgrenzung von Minderheiten“ vermissen läßt, der also damit den eigenen hehren Prinzipien frontal widerspricht und dies mit dem üblichen Stichwort „Haltung zeigen“ begründet.

Dieses Vorgehen entspringt ganz dem (Un-)Geist der woken Cancel-Culture, die rigide alles ausgrenzt, was nicht dem eigenen linken Weltbild entspricht.

Der Beitrag erschien zuerst bei CHRISTLICHES FORUM

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David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Besteller werdende Buch "Der heilige Schein". Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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