Freitag, 19. April 2024

UKRAINE: Reaktor des AKWs Saporischschja nach Beschuss heruntergefahren

In der Nähe des AKWs wird erneut gekämpft, ein Reaktor musste abgeschaltet werden. Trotzdem setzt das IAEA-Team seine Mission fort.

Ein Expertenteam der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zu der Anlage aufgebrochen. Es gebe dort verstärkte militärische Aktivitäten, auch „diesen Morgen bis vor ganz kurzer Zeit“, sagte IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi, der die Mission leitet. Nach einer Lagebesprechung mit dem ukrainischen Militär habe er entschieden, sich trotz der Risiken mit dem Team auf den Weg zu machen.

UN-Inspekteure auf dem Weg zum AKW Saporischschja

Grossi  betonte, die Risiken in der sogenannten Grauen Zone zwischen den ukrainischen und den russischen Stellungen seien „sehr, sehr hoch“. Das Team sei aber der Ansicht, dass die Mindestbedingungen für die Fahrt zur Anlage gegeben seien.

Russischen Angaben zufolge befanden sich die Experten am späten Morgen bereits auf von Russland kontrollierten Gebiet. Die russischen Nachrichtenagentur Interfax zitiert den Chef der Besatzungsverwaltung von Enerhodar, Alexander Wolga wie folgt:

„Nach den zuletzt übermittelten Informationen haben sie den Kontrollpunkt Wassyliwka passiert und wir erwarten sie innerhalb der nächsten Stunde in der Stadt Enerhodar.“

Reaktor wegen Beschuss heruntergefahren und widersprüchliche Angaben

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, ukrainische Truppen hätten die Gegend unter Artilleriebeschuss genommen und bis zu 60 Späher entsandt um zu versuchen, das Atomkraftwerk unter ihre Kontrolle zu bringen.

Die ukrainische Atombehörde Enerhoatom teilte hingegen dazu heute mit:

„Infolge eines erneuten Mörserbeschusses der russischen Besatzungstruppen am Standort im AKW Saporischschja wurde der Notschutz aktiviert und der in Betrieb befindliche fünfte Reaktor abgeschaltet“.

Wer hat die Kontrolle über das Kraftwerk und wer beschießt es?

Der Beitrag erschien zuerst bei „Unser Mitteleuropa“. Foto: (c) Ralf1969, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons

David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Besteller werdende Buch "Der heilige Schein". Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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