Mittwoch, 5. Oktober 2022

„Edle Wilde“ in der RP: „Asylbewerber retten Vogel-Baby in Neuss“

(David Berger) Wie die Rheinische Post (NGZ) berichtet hat ein der Neuss stationierter Asylbewerber Mostafa Mahmoud ein aus dem Nest gefallenes Taubenbaby gerettet. Der deutsche Babyvogel ist jetzt der Star im ganzen Heim. Selbst die noch in ihrer Heimat verharrenden Familien rufen ihre Verwandten im Asylheim an, um sich nach dem Befunden des kleinen deutschen Vogels zu erkundigen. 

Einen ganz heißen Kandidaten für Pulitzer-Preis, den US-amerikanischen Medienpreis für herausragende journalistische Arbeit habe ich heute Morgen bei der „Rheinischen Post“ entdecken dürfen. Er fällt unter die herausfordernde Kategorie „Edle Wilde im Alman-Land“.

Deutsches Taubenbaby heißt jetzt „Abbas“

Die Geschichte spielt im schönen nordrheinwestfälischen Neuss und lässt sich kurz so zusammenfassen: „Von der Straßenbahn aus entdeckt Asylbewerber Mostafa Mahmoud einen verletzten Babyvogel. Er fährt zurück, versorgt ihn, gibt ihm einen wunderbaren, sehr aktuellen Namen. Jetzt ist „Abbas“ im Flüchtlingscamp Neuss eine Legende.“

Bei „Abbas“ handelt es sich genauer um ein „aus dem Nest gefallenes Ringeltauben-Baby, das Mostafa Mahmoud, einer der Bewohner, von der Straßenbahn aus entdeckt hatte.“ und dann heldenhaft und ohne Rücksicht auf Verluste sein Herz sprechen ließ:  „Ich habe den Vogel unter einem Baum liegen sehen, er hatte eine schwere Kopfverletzung und wirkte schwach. Also habe ich meine Verabredung in der Stadt sausen lassen, bin an der nächsten Haltstelle ausgestiegen und wieder zurückgefahren.“

Sorge um den kleinen Racker selbst in Algerien

Der Asylbewerber organisierte nicht nur eine Papiertüte, um die Taube zu retten, sondern brachte sie ins Asylbewerberheim, fütterte sie, zog sie auf und rettete sie so vor dem sicheren Tod.

Alle anderen Insassen des Heimes lieben nun Abbas, erkundigen sich täglich nach dessen Wohlbefinden, sind sich sicher, dass er auch Asyl bekommt. Ja selbst deren noch in der Türkei, Syrien und Algerien zurückgebliebene Familien würden sich am Telefon nach der kleinen Ringeltaube aus Deutschland erkundigen. So die Rheinische Post. Da bleibt kein Auge mehr trocken!

Kleine Nachbemerkung: der Artikel, den Sie hier nachlesen können, erschien nicht unter der Rubrik „Satire“, sondern im Regionalteil (NGZ) der „Rheinischen Post“.

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David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Besteller werdende Buch "Der heilige Schein". Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European). Seine Bibliographie wissenschaftlicher Schriften umfasst ca. 1.000 Titel.

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