Sonntag, 4. Dezember 2022

Ruft der Bundesverfassungsschutz zur Meldung von „Impfverweigerern“ auf? (Update)

(David Berger) Unter der Internetadresse „https://www.nichtimpfgegner.in“ ist derzeit eine Internetseite zu finden, die – wenn es sich hier nicht um eine Fals-flag-Aktion handelt – ein weiterer Skandal im Zusammenhang mit dem Bundesverfassungsschutz sein könnte. Dort kann man „Impfverweigerer“ mit genauer Anschrift und Einschätzung ihres Verhaltens melden.

„Bist Du mittlerweile auch so genervt von Impfverweiger*innen und deren Einfluss auf unsere Gesellschaft?“ wird man im Stil von Ikea-Werbung gefragt, wenn man die Startseite öffnet. Und weiter: Die „Impfverweigerer“ seien schuld an der niedrigen Impfquote durch die Menschen sterben und der Bevölkerungsmehrheit viele Lebensqualitäten weiter entzogen werden müssten.

Die Regierung und Behörden reagierten viel zu langsam gegen diese Schädlinge der Gesellschaft und deshalb wolle die Aktion das Heft selbst in die Hand nehmen. Dazu brauche sie aber genaue Angaben zu den Impfverweigerern, die man dann auf einer Unterseite eingeben kann.

Verwendet die Person gefälschte Impf-/ Genesenendokumente?

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Füllt man diese Fragebögen aus, wird man auf eine weitere Seite gelenkt, unter der es heißt:

Handlungsanweisung für Gesundheitsämter

Eine weitere Unterseite richtet sich angeblich an Behörden: „Dieses Dokument richtet sich ausschließlich an Gesundheitsbehörden welche eine WGI-Datenmeldung erhalten haben und diese im Sinne einer Pflichtimpfpriorisierung nutzen wollen. Es empfiehlt sich, den IT-Support ihres Hauses mit einzubeziehen da bspw. mit dem Einrichten von Emailregeln WGI-Emails welche als Rohdaten zu betrachten sind ausgefiltert werden können. Auf diese Weise kann eine unnötige Mehrbelastung der Arbeitskräfte auch in Ihrem Hause vermieden werden.“

Als Impressumadresse ist folgende Behörde bzw. Adresse in Berlin Pankow eingegeben:

Bundesservice Telekommunikation
Heidelberger Straße 63 – 64
12435 Berlin
Deutschland

Gibt es den Bundesservice Telekommunikation überhaupt?

Und damit wird es dann ganz nebulös. Die BZ machte sich erst Ende letzten Monats auf die Spurensuche und fragte: „Eine Berliner Adresse, ein Briefkastenschild, aber niemand ist erreichbar und niemand zuständig für den „Bundesservice Telekommunikation“ (BST). Nicht mal der Bund selbst kennt diese mysteriöse Bundesbehörde! Ist das bisher unbekannte Amt Teil des deutschen Geheimdienstes?“

Und kam dann zu dem Ergebnis: „Beim Bundesservice Telekommunikation könnte es sich um eine sogenannte Phantombehörde handeln! Solche werden immer wieder vom deutschen Geheimdienst (Verfassungsschutz, BND und Militärischer Abschirmdienst) eingesetzt. Aber: Der Verfassungsschutz ist Teil des Innenministeriums, laut Wede also raus. Der Militärische Abschirmdienst gehört zum Verteidigungsministerium, ist laut Antwort auf B.Z. -Anfrage also auch nicht zuständig.

Und: Regierungssprecher Steffen Hebestreit beteuerte ebenfalls: „Beim Bundeskanzleramt gibt es eine solche Behörde nicht.“ Der Bundesnachrichtendienst untersteht direkt dem Bundeskanzleramt. Hebestreit versprach allerdings: „Aber ich werde da gerne noch mal nachfragen.“

Eine Antwort dazu kam bislang von den befragten Behörden nicht wirklich. Auch nicht als Thilo Jung öffentlich nachfragte:

„Stern“ spricht von Enttarnung einer Geheimbehörde

Nach Informationen des „Stern“ scheint eine Hackerin die geheime Behörde, die es offiziell nicht gibt, enttarnt zu haben  (hier mehr).

Kurz nach diesen Enthüllungen erscheint dann die Seite „nichtimpfgegner.in“ im Netz. Mit dem genannten Impressum. Und spätestens da muss sich jeder fragen: Wie wahrscheinlich ist es, dass eine Behörde, deren Auftrag es ist, möglichst unerkannt zu arbeiten, sich nun für jeden zugänglich im Impressum einer Seite outet, die zur derzeitigen Stunde enormen Sprengstoff enthält.

  • Ist man dort so naiv?
  • Oder denkt man um so viele Ecken, dass man davon ausgeht, dass die „einfache Wahrheit schon immer die beste Tarnung war“ (Max Frisch)?
  • Ist die Seite vielleicht das Experiment einiger Soziologen, die ausforschen wollen, wie weit der „anständige Bürger“ (N. Faeser) in seiner Denunziationswut zu gehen bereits ist?
  • Oder stecken findige Journalisten dahinter, die durch eine gefakte Seite die Behörde unter Druck setzen und so zur Klarstellung und damit zur Offenlegung ihrer Existenz und Aufgaben zwingen wollen?
  • Handelt es sich bei der Seite vielleicht um das „Kunstwerk“ irgendeines „Künstlerkollektivs“, das später rufen wird: „Aluhüte! fallen selbst auf solch offensichtliche Satire rein!“ Um damit dem wirklich perfiden Treiben des Corona-Regimes neuen Raum zu geben, indem man die Kritiker der Coronamaßnahmen und der Impfpflicht als dumpfe Verschwörungstheoretiker enttarnt?

Tatsächlich verdichten sich inzwischen leider folgende Informationen:

Was gestern noch Verschwörungstheorie war, ist heute bittere Realität

Wie die Antwort auf diese Fragen auch ausfallen mag, das Sinistere in der gegenwärtigen Situation ist doch, dass wir inzwischen glauben, nichts mehr ausschließen zu können, dass wir davon ausgehen müssen, dass alles möglich ist.

Was gestern noch Verschwörungstheorie war, ist heute bittere Realität. Wer sich gestern noch im sicheren Hafen der Demokratie und dem Paradies der Menschenrechte meinte, der sieht sich heute einem Europa ausgesetzt, in dem der Staat die Gesellschaft zu einer Masse von Sklaven oder Feinden ansieht, die er totalitär unter Kontrolle halten muss.

Update 22.02.22, 11 h: Vorsicht Fake-Seite

Jetzt berichtet auch der unabhängige Corona-Blog von der Internetseite und sieht die Sache ähnlich wie wir:

„Die Seite ist offensichtlich eine schlecht gemachte Fakesite, die nur einen Sinn hat: zu provozieren. Mittlerweile sollte wirklich jedem klar sein, dass man auf „Seiten ohne Schlösser“ (https Verbindung) keine Daten eingeben sollte. Das sollte eigentlich zunächst alle Besucher dieser Website stutzig machen und an ihrer Seriosität zweifeln lassen. Der Inhalt auf der Seite erinnert uns stark an Formulierungen der „Zero Covid Verfechter“.

Die Seite ist ferner bei einem Provider registriert, dem es egal ist, ob der Kunde ein Impressum angibt oder nicht. Das Ganze ist in etwa so, wie wenn wir bei uns „Angela Merkel“ ins Impressum schreiben würden. Jeder weitere Satz hier, zu der Seite, würde das Ganze nur mit Aufmerksamkeit belohnen – die die Website nicht verdient. Darum ist hier jetzt Schluss.“

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David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Besteller werdende Buch "Der heilige Schein". Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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