…ist, dass mir dazu nichts mehr einfällt! Oder auch ganz viel, nachdem die erste Fassungslosigkeit überwunden ist.

Karl Lauterbach war eine abgehalfterte Figur, ein in Skandale verwickelter, unverhohlener Lobbyist, der allenfalls durch launige Sprüche, haarsträubende Fehleinschätzungen und Negativ-Schlagzeilen auffiel.

Hier ein paar typische Presse-Artikel:

Laut Spiegel fertigte Lauterbach jahrelang (Gefälligkeit-)Studien im Auftrag der Pharmaindustrie an. Allein im Jahr 2000 soll er dafür etwa 800.000 Euro bekommen haben. So empfahl er auch – trotz frühzeitiger Warnhinweise – den Fettsenker Lipobay von Bayer, der später zu zahlreichen Todesfällen führte.

Als gut bezahltes Aufsichtsratsmitglied der privaten Rhön-Kliniken war er mitverantwortlich für das Unterlaufen des Mindestlohns bei Putzkräften.

2019 setzte er sich für umfangreiche Schließungen von Krankenhäusern ein, angeblich um die „Qualität“ zu verbessern. Wörtlich sprach er von Überversorgung.

2021 bekam Lauterbach einen offenen Brief von 37 Ärzten, die monierten, dass er immer wieder als Arzt auftrete, obwohl eine diesbezügliche Qualifikation nicht erkennbar sei und nur zur Durchsetzung politischer Entscheidungen missbraucht würde.

Coronajahr 2020, die große Wende

Ab nun wehte ein anderer Wind. Hysterie und Populismus waren angesagt. Man verlangte geradezu nach Untergangsprophezeiungen und gleichzeitig härtesten Maßnahmen. Ging es doch schließlich (gefühlt) ums nackte Überleben. Und nichts hasste man mehr, als diese differenzierenden, relativierenden oder schlicht ihr Nichtwissen eingestehenden Wissenschaftler. Alles Schwurbler. Wer will das hören?

Wissenschaftlicher Diskurs zu Corona - Cartoon
(c) Pommes Leibowitz

Jetzt war die Zeit der selbsternannten Experten, der Politiker und Journalisten, die mit schlichtesten Rezepten, eiferndem Aktionismus und monokausalem Denken (sofern überhaupt) das Ruder übernahmen. Und wer beherrschte solches am Besten?

Zwei Dinge, die fassungslos machen:

1. Lauterbach wird gerne als „Corona-Experte“ bezeichnet, ja geradezu gefeiert, in einigen Medien gar als „Epidemiologe“ gehandelt.

Egal wie postfaktisch unsere Zeiten inzwischen sind, aber wie kann man jemanden, der vor Jahrzehnten mal Gesundheitsökonomie studiert hatte, der aber in den zurückliegenden Jahren primär mit launigen Unsinns-Statements seine völlige Ahnungslosigkeit und Verwirrtheit offenbarte, als „Epidemiologen“ verkaufen? Oder auch nur als Experten für irgendwas jenseits von Verwaltungsaufgaben?

Mal zum Vergleich: Lauterbach hat durch wissenschaftliche Veröffentlichungen und Zitierungen im Laufe seines Lebens einen sogenannten h-index von 23 erworben. Der weltweit renommierte Epidemiologe und Coronapolitik-Kritiker John Ioannidis, von Politik und Medien ignoriert und verunglimpft, dagegen von 220.

2. Wie kann man so eine, dem Äußeren nach bereits von ihrem eigenen Leben überforderte Figur zum Gesundheitsminister machen? Zumal sich die SPD-Führung eigentlich einig war, dass dieser Mann „weg muss“. Bereits zur Wahl im September war er nicht mehr gelistet, und ein Ministeramt wurde bis vor kurzem generell ausgeschlossen.

Beugte man sich jetzt den Medien, die ihn zum Talkshowkönig und gefühlten Experten der Wahndemie gemacht hatten?

Bereits die Kehrtwende von Olaf Scholz, der plötzlich und ohne jeden Sachzusammenhang eine Impfpflicht befürwortet, lassen auf Korruption und gnadenlosen Populismus, gepaart mit totaler Irrationalität und Verantwortungslosigkeit schließen. Ich habe zunehmend Zweifel, ob Deutschland, so wie wir es kennen bzw. kannten, die nächsten 4 Jahre überstehen wird …

+++

Aktion „Meine Weihnachtsgabe für Philosophia Perennis“