G2 ist eigentlich gar nicht so schlecht. Die Gesunden bleiben gesund, weil ihnen das Risiko erspart bleibt, beim Kauf von Socken, Krawatten und tausend anderer Dinge sich nicht mehr einem Risiko aussetzen müssen. Sie können ihre Weihnachtsgeschenke im Internet bestellen und sich den wirklich spannenden Dingen zuwenden. Ein Gastbeitrag von Meinrad Müller.

Weihnachten steht vor der Tür, doch die passenden Geschenke zu beschaffen wird für mehr als 10 Millionen Deutsche geradezu unmöglich. War es bislang nicht eine pure Freude für Eltern, sich in Spielzeugläden (wozu auch Handyläden zählen), in Kaufhäusern und Textilläden nach Überraschungen für die Liebsten sich umzusehen? Dass die gekauften Geschenke dort auch noch weihnachtlich mit Schleifchen verziert und auch noch eingepackt wurden, das war bislang ein gern genutzter Service.

Gesunde haben keinen Zutritt zu Hochrisikozonen

Die Regierung untersagt nun den Gesunden den Zutritt zu diesen Hochrisikozonen. Das Einkaufen ist nur noch unwissentlich infektiösen, weil nicht getesteten G2-Menschen erlaubt. Mögen diese sich doch gegenseitig anstecken, lautet der unlautere Befehl. Mittlerweile pfeifen es nicht nur die Spatzen von den Dächern: „Corona-Geimpfte sind infektiöser als gedacht“, sondern auch WELT, RTL, Morgenpost und viele weitere bisherige Herolde des Kanzleramts. Gesunde Weihnachtseinkäufer können folglich nicht mehr als Begründung für „Ansteckungen im Einzelhandel“ herangezogen werden.

Insofern kann die Regierung, in ihrer allumfassenden Fürsorglichkeit verharrend, ebenso unwissentlich ebenso Gutes im Schilde führen. Die Gesunden bleiben gesund, weil ihnen das Risiko erspart bleibt, beim Kauf von Socken, Krawatten und tausend anderer Dinge sich nicht mehr einem Risiko aussetzen müssen.

Die Rettung ist nur einen Mausklick weit entfernt

Wie also die Weihnachtsgeschenke zur Befriedung der Partnerschaft und des Nachwuchses beschaffen? „Herr die Rettung ist nah“ und nur einen Mausklick entfernt.

Ein genialeres Marketing, eine bessere Verkaufsförderung für Amazon, Zalando etc. hätten deren Strategen sich kaum ausdenken können. Nicht nur einer der reichsten Männer der Welt reibt sich die Hände und die diversen Steuern fallen nicht mehr in Deutschland an, sondern in Steuerparadiesen.

Aus ökologischer Sicht ist es zudem auch allemal sinnvoller, wenn wenige Zustelllieferwagen in zweiter Reihe parken, als dass Millionen von Privatautos zu den Einkaufszentren drängen. Die Kleinen, die mit großen Kulleraugen der Geschenke harren, nehmen die regelmäßig klingelnden Zustellfahrer von DPD, DHL, Hermes und Amazon folgerichtig als Knechte des Weihnachtsmannes wahr.

G2: Auch das himmlische Bodenpersonal hat weniger Arbeit

Das ist ja weiter nicht schlimm, die Weihnachtsbotschaft im Jahre des Herrn 2021 bräuchte nur geringfügig umgeschrieben werden. Dazu hat das himmlische Bodenpersonal nun auch ausreichend Zeit, da die zu betreuenden Seelen dank G2 in ihrer Zahl ebenso reduziert sind.

„Die neue Mär“, die ja bekanntlich nach alter Überlieferung vom Himmel hoch daherkommen soll, schlug ein wie ein Meteorit, die Kollateralschäden und die gesellschaftlichen Scherben nehmen wir murrend in Kauf. Zu deren Beseitigung genügt ein Mausklick. Den kleinen Handbesen und ein Schäufelchen, das bestellen wir dann eben auch ganz einfach bei Amazon.

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