(David Berger) Mit Aussagen wie „Hier in Ungarn wird keine Kirche zur Moschee“ und „Die Zerschlagung der K.u.K.-Monarchie war eines der größten Verbrechen“ in der Zeitung „Tagespost“ sorgt Ungarns Vize-Premier Zsolt Semjén für Aufsehen.

Neben einer Reliquie der heiligen Therese von Lisieux und dem Altarkreuz des Beichtvaters des legendären Kardinal Mindszenty hat Ungarns Vize-Premier, Zsolt Semjén (Foto l. © council.gov.ru, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons), Viktor Orbáns Stellvertreter, als Chef der KDNP dessen Regierungspartner der katholischen Wochenzeitung „Tagespost“ ein aufschlussreiches Interview gegeben.

Darin äußert er sich nicht nur zur Geschichte Ungarns, sondern auch zur Abwehr der Islamisierung seines Landes.

Ein Vertreter des Hauses Habsburg als Botschafter Ungarns in Wien?

Was auch den meisten PP-Lesern unbekannt sein dürfte ist, dass die Orbán-Regierung gleich zwei Habsburger als Botschafter entsandt hat: an den Heiligen Stuhl und nach Paris. Das ist freilich Zsolt Semjén noch nicht genug. Er möchte noch erleben, dass Ungarn einen Habsburger als Botschafter nach Wien schickt:

„Die Zerschlagung der K.u.K.-Monarchie war eines der größten Verbrechen, denn sie war auch eine mentale Gemeinschaft und eine viel organischere Gemeinschaft als die EU. Die Nazi-Expansion nach Osten wie die bolschewistische Expansion nach Westen hätten verhindert werden können, wenn Österreich-Ungarn aufrechterhalten worden wäre. Die Beziehungen zwischen der ungarischen Nation und dem Haus Habsburg sind in der Geschichte ambivalent, aber seit dem Ausgleich von 1867 eindeutig: Das war eine der großartigsten Epochen unserer Geschichte.“

Viele Historiker, die sich nicht von der Ideologie, sondern von den fakten leiten lassen, dürften ihm hier recht geben.

Ähnlich wie die Habsburger Monarchie sieht sich Ungarn auch den Werten des Christentums verpflichtet, weitaus mehr als das bei einer deutschen Partei, die das „christlich“ noch pro forma in ihrem Namen trägt, jemals der Fall war. Das zeigt sich etwa in der Außen- und Migrationspolitik:

„Hier in Ungarn wird keine Kirche zur Moschee“

Semjén: „Der Schutz der christlichen Zivilisation ist in der ungarischen Verfassung verankert, denn das ist unsere Identität. Das akzeptieren sogar jene, die aufgrund ihres persönlichen Glaubens eine andere Einstellung haben. So ist es nur logisch, dass wir im Orient die christlichen Kirchen unterstützen. Und das mit viel höheren Summen als die reicheren Nationen. Die Christen im Orient sind in einer doppelt schwierigen Situation: Einerseits erleiden sie all das, was die Menschen dort zu leiden haben, andererseits werden sie als christliche Minderheit im muslimischen Meer unterdrückt. Es ist kulturell und spirituell wichtig, dass das Christentum im Orient erhalten bleibt. Zudem denken wir, dass Migration an sich etwas Schlechtes ist. Der Normalfall ist, dass jemand dort sein Leben lebt, wo er geboren wurde. Deshalb muss die Hilfe daran ausgerichtet sein, dass die Menschen an ihrem Herkunftsort ein menschenwürdiges Leben leben können. Wenn man aufgrund der Bedrohungslage seine Heimat verlassen musste, dann muss man nach Ende der Bedrohung dorthin wieder zurückkehren können. Wer wird diese Länder wieder aufbauen, wenn alle weggehen? Migration ist auch schlecht für die Herkunftsländer.“

Dieses Eintreten für die christliche Zivilisation und gegen eine Islamisierung gilt in besonderer Weise auch für die ungarische Innenpolitik: Mit der Aussage „Hier in Ungarn wird keine Kirche zur Moschee“ wird diese Einstellung besonders scharf und unzweideutig deutlich.

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