Eine Polemik von Elmar Forster

Angesichts der Flüchtlingsbewegungen trompetete im Herbst 2015 ein Grün-feministisches Urgestein noch euphorisch: „Deutschland wird sich verändern. Und zwar drastisch. Und ich freu mich drauf.“ (Katrin Görin-Eckardt) – Doch waren diese kulturrevolutionären Exotismus-Umsturz-Sehnsüchte bereits Kassandra-Rufe auf den Abgesang eines ausgearteten Feminismus, der nun einem doppelten Backslash unterliegt: „Die Frauen bleiben mal schön zu Hause, das war doch die Voraussetzung für den Shutdown.“(Baerbock, Spiegel, Mai 2020)

Legt der Feminismus gerade eine „Vollbremsung bei der Gleichstellung“ hin? (Femoistin Stuiber) – Nicht nur das: Neben der Angst vor der „Re-Traditionalisierung der Geschlechterrollen“ (A. Schwarzer) wird auch eine Tabu gebrochen:

„Beruht die Gleichberechtigung auf Pflegeleistungen von zumeist Frauen … aus Südosteuropa.“ (Stuiber) – auf „moderner Sklaverei“ (Standard)?

Bestraft nun gar ein (doch männlicher) Gott die femoistische Höhne seit den 70er-Jahren („Als Gott den Mann schuf, übte sie nur.“), indem er diese wieder schnurstracks mittels „Homeschooling zurück in die 1950er-Jahre wirft“ ? (Stuiber)?

Sexistischer Refugee-Welcome-Wahn

Sexuell apostrophierte Patenschaften für fremdländische Toyboys sind mittlerweile direkt vor der Haustür abzuschließen: Isis-Bräute können nun getrost zu Hause hoffen, und exotische Hochzeiten in weißen Schleiern mit schwarzen Männern kann man auch hier organisieren. Völlig grotesk freilich: Selbst femoistisch umerzogene, ver-genderisierte inländische Bobo-Luschies applaudierten begierig auf die Verschlechterung ihres HeteroPrekariats.

Der Grund: Ein feministisch-instrumentalisierter Macho-Schuldkomplex hat sich altruistisch-masochistisch längst verselbständigt. – „Die dümmsten Idioten sind junge, deutsche Männer, die immer noch Refugees Welcome‘ rufen.“ (@AlexiaStellar) So wie früher Mätressen ihren königlichen Machthabern in schwachen Momenten zuraunten, wiederholen heute Luschie-Männer laut das Siren_innen-Geflüster: „Refjugees are welcome here!“ (Manche Bilder erinnern an die große Wirtschaftskrise der 30er-Jahre: „Job wanted“)

Sehnsucht nach dem Edlen Wilden

Verklärt wird alles durch Phantasma-Projektionen auf unverbrauchte Trieb-Potenzen Edler Wilder. Das war schon im alten Rom so…

Zuerst hatten die Femo-Pussykratinnen dem letzten angry-white-man seine Männlichkeit ausgetrieben… Schlussendlich konnte frau letztere nur mehr von außerhalb West-Europas importieren.  – Dieser Mythos vom edlen Orientalen fußt in der Projektion der Aufklärung auf das spanisch-muselmanische Al-Andalus (711 – 1492): Der Orient als Sehnsuchtsort opulenter Sinnlichkeit, voller Licht, Farben, Gerüche und lasziver Sexualität. Besonders en vogue waren (zur 19./20. Jahrhundertwende) Harem-szenen mit sexuellen allzeit bereiten Frauen.

Zwischen Gérôme’s (1824-1904) Bild und dem trotzigen Bekenntnis einer (verschrumpelten) 71-jährigen deutschen Sextouristin („Ja, ich habe einen Liebhaber in Kenia!Bild) liegen knapp 130 Jahre. Diese feministisch-heterosexuelle Frust-Leerstelle wurde durch neo-kolonisatorisch verhärmte, femo-istische Verfügungsgewalt über ein männliches Dritte-Welt-Prekariat kompensiert. Denn die weißen Sugar-mamas „legen ihre schwarzen Beachboys nicht nur auf die Matratze, sondern wollen sie auch unterwerfen.“ (Spiegel) Es ist eine rassistisch-verbrämte Vorstellung von der kindlich-natürlichen Unterlegenheit der „Wilden“: „Sie will viermal am Tag Sex mit mir, ich bin eine Sexmaschine für sie.“ (Hasan, ein Flüchtling) Natürlich „handelt es sich hier um Missbrauch … zur Befriedigung sexueller Bedürfnisse der Reichen.“ (P. Stippl: Österr. Bundesverbandes für Psychotherapie, ebda)

Die Ursache dieses postmodernen Pussy-kratismus: Eine krude Mischung aus Wohlstands= verwahrlosung, menschlicher (Sex-)Gier, Vereinsamung (partner-, kinder-, familienlos), sowie der Unfähigkeit, das Altern zu akzeptieren: „Dass man als ältere Frau Dinge gesagt bekommt, die man sonst nicht hört. “ (Sex-Rentnerin Anna, Bild) In dieser Selbst-Übertölpelung offenbart sich eine abgrundtiefe Hoffnungslosigkeit vom Scheitern zwischenmenschlicher Beziehungen in den westlichen Wohlfahrtsstaaten: „Sie gehen essen und spazieren, sie reden und hören einander zu. Wo gibt es das denn heute noch?“ (Bild) – Doch „Liebe gibt es am Zielort Stundenhotel‘ nicht. Sondern nur kalten Handel: Sex gegen Cash.‘“ (Spiegel) Postfeministische Minderwertigkeitsgefühle kompensieren sich so in männer-hasserischer, neokolonialistischer Fremdkontrolle. Und all das bildet gerade den Nährboden zu einem neuen exotisch-importierten Frauenhass: Köln war hierzu nur das erste Fanal…

Die „Rache der alten schloh-weißen Frauen“ (Spiegel)…

Im Film „Liebe“ (2012) muss „ein Sexsklave für Sugar Mamas strippen. … So sehr sie sich mit ihren Massen barbusig an ihm reiben, er kriegt, abgetörnt, keinen hoch.“ (Spiegel) –

Im Doppelpack ergibt sich aus Versatzstücken postfeministisch-christlicher Nächstenliebe-Ideologie: Pussykratische Political-Correctness, von Frauen als den besseren Menschen, die einen „Unterschied zum Sex-Tourismuswie ihn Männer betreiben“ (Bild) konstruieren: „Aber ich habe Verantwortung für ihn übernommen.“ (Sextouristin Bild) In „legitimatorischen Saltos“ verkrümmt sich eine pervertiert-postfeministische Realität: „Jetzt sei die Zeit gekommen, in der sich auch die Frauen nähmen, was sie wollten. Kurz: ein Akt der Befreiung und der Emanzipierung.“ (NZZ)

„Aber wenn man einmal schwarze Haut berührt hat, dann kann man nicht mehr zurück.“ (Sex-Rentnerin Anna, Bild) – angetrieben von einer wahnhaft-verzerrten „Faszination des Exotischen“, in seiner typischen Mischung aus „Rassismus und Sexismus“. (Beyme)

Doch schon im alten Rom war die weibliche Oberschicht vom muskelstrotzenden Gladiator als hintergründig aufgeladenem Objekt für sexuelle Begierde fasziniert, in das frau Gewalt-Beherrschungs-Projektionen mischte: Archäologen buddelten aus dem versunkenen Pompeji das Skelett einer reichen Römerin aus: Sie überlebte just den Vesuvausbruch während ihres geheimen Stelldicheins in einer Gladiatorenschule nicht. – Ob vor oder nach ihrer Eruption bleibt ihr Geheimnis…- Besonders doppeldeutig: Das lateinische Wort, gladius, bedeutet neben „Schwert“ auch „erigierter Penis“. Ursache solch sexueller Dekadenz war (damals wie heute) Wohlstandsverwahrlosung: „Wir unterliegen den Übeln eines langen Friedens; schrecklicher als die Waffen setzt uns der Luxus zu.” (Juvenal)

Femoistischer Masochismus

Früher war der Orientalismus eine „Macht von weißen Männern über angeblich inferiore dunkle Rassen“ (Beyme). (Wie Gérôme‘s „Sklavenmarkt“-Bilder beweisen.) – Heute ist er pussykratisch okkupiert (siehe „Liebe“ von U. Seidl) – (Spiegel-Video)

 

Die regressive Sehnsucht des modernen Menschen nach vor-zivilisatorischen Urzuständen ist in Wirklichkeit eine „Re-Evokation des Herz-der-Finsternis“ (J. Conrad): „Grausamkeiten, die der moderne Rechtstaat obsolet gemacht hatte, wurden noch lange in ferne Kulturen versteckt, um sich unverdächtig einem diskreten Voyeurismus hingeben zu können.“ (Beyme) – Eine pussykratisch-masochistische Hybrid-Sexualität (Bücher wie „Fifty-Shades-of-Grey – Geheimes Verlangen“) kokettiert mittlerweile mit dem „bösen Wilden“: „Die (arabischen) Männer … lockten ihre Opfer in die Wohnung …. Dort sollen sie sich auf brutale Weise an den Frauen vergangen haben.“ (Bild)

Ein bisschen erinnern solcherart frustrierte Wohlstands-Pussykratinnen an verschrobene Heimtier-Freaks, die niedlich kleine Baby-Alligatoren als exotische Souvenirs in die Badewanne legen. Bis diese (ihnen dann um mehrere Nummern zu groß gewordenen) Bad-boys sich dann schlimmstenfalls mit Messerattacken verabschieden: «Er war gemein zu mir und hat mich sogar ins Gesicht geschlagen. Er sagte, eine gute Frau denke und spreche nicht.» (Erfahrungen einer Schweizer Sugarmamie)

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P.s.: Der Begriff „Pussy-kratismus“ scheint angemessen…: Hat doch die österreichische Kampffeministin und Nobelpreisträgerin Jelinek vom „Phallokratismus“ gesprochen: „Ich bin eine Feministin“ wegen „dieses erdrückende(n), phallokratische(n) Wertesystem“(s), dem die Frau unterliegt.

Aktion „Meine Weihnachtsgabe für Philosophia Perennis“